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Augsburg

19.06.2017

Modular 2017: Nach zwei Tagen 80 neue Freunde

Spaß, Gemeinschaft und der Blick hinter die Kulissen eines großen Festivals reizen die ehrenamtlichen Helfer, wie Björn Deppermann (von links), Bianca Wagner, Julia Milisterfer, Astrid Schoger und Jonas Riegel an ihrer Arbeit. Insgesamt helfen rund 400 Jugendliche und junge Erwachsene mit
Bild: Peter Fastl

Rund 400 Jugendliche und junge Erwachsene arbeiten freiwillig auf dem Modular-Festival mit. Warum sie sich so gerne dafür engagieren.

400 Jugendliche und junge Erwachsene packen bei Modular mit an und machen es überhaupt erst möglich. Durch den Einsatz der ehrenamtlichen Helfer in Bereichen wie Aufbau, Gastronomie, Nachhaltigkeit oder Verkauf können die Ticketpreise niedrig gehalten und für jedermann bezahlbar gehalten werden. Wir haben uns einmal umgehört, was die jungen Frauen und Männer antreibt, beim Jugendfestival Modular mitzumachen.

Bianca Wagner, 25, hilft seit zwei Jahren bei der Organisation mit. Im ersten Jahr absolvierte sie ein Praktikum als Festivalassistentin, in diesem Jahr ist sie die „Crew-Mami“. Die Augsburgerin koordiniert die Arbeitseinsätze der 400 ehrenamtlichen Helfer, kümmert sich um ihre Belange während des Festivals und hat für alle ein offenes Ohr. In der Nacht lässt sie dann noch die Waschmaschine laufen, damit die Leibchen der Helfer für den nächsten Einsatz wieder frisch sind. „Wenn man privat auf ein Festival geht, lernt man vielleicht zwei neue Leute kennen. Als Crew-Mitglied hat man nach zwei Festivaltagen 80 neue Freunde“, sagt die Studentin.

Vom Arbeitgeber freigestellt

Björn Deppermann, 26, hilft im Bereich Logistik mit. Der Schwabmünchner, den auf dem Gelände alle „Backe“ nennen, arbeitet schon seit Jahren bei der Organisation des Singoldsand-Festivals in seiner Heimatstadt mit. Aufgrund der „Festival-Freundschaft“ packen auch einige Helfer beim Modularfestival mit an. „90 Prozent meiner Arbeit besteht darin, mit dem Stapler zu fahren und die Programmmacher auf dem Gelände zu versorgen, wenn sie etwas brauchen“, sagt der Maschinenbautechniker. Er wird für Modular von seinem Arbeitgeber für die Dauer des Festivals unentgeltlich freigestellt. „Da bekomme ich volle Rückendeckung“, freut er sich.

Astrid Schoger, 24, ist bereits im dritten Jahr mit von der Partie. Eine Freundin hatte sie mitgenommen und sie fühlte sich von der Crew sofort „mit offenen Armen empfangen“. „Es war klar, dass ich im Verkauf arbeiten will. Seit drei Jahren zapfe und verkaufe ich Bier. Der Job wird mir bleiben und macht total Spaß“, sagt sie. So sehr, dass sie bereits Monate vor dem Festival ihren Urlaub – sie arbeitet im Einzelhandel – danach ausrichtet.

Modular 2017: Nach zwei Tagen 80 neue Freunde
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Bestes Festival-Wetter am dritten Modular-Tag
Bild: Peter Fastl

Besucher werden interviewt

Julia Milisterfer, 17, kommt aus Eching am Ammersee. Dort hilft sie bei der Organisation des Sammersee-Festivals mit. „Wir haben hier einen Stand und informieren die Besucher, was bei unserem Festival geboten ist.“ Auf dem Gelände des Augsburger Jugendfestivals befragt sie die Besucher. „Ich will wissen, wie alt sind, wie weit ihre Anfahrt war, wie viel sie auf dem Festival ausgeben wollen. Das fließt dann in eine Statistik ein“, erzählt die Schülerin. Im kommenden Jahr will sie ihr Abitur machen und nebenher weiter bei den Festivals mithelfen. „Das Sammersee ist ein Benefiz-Festival, das großen Wert auf Nachhaltigkeit legt. Hier kann ich mir Anregungen holen“, sagt sie.

Der Bereich „Nachhaltigkeit“ ist das Arbeitsumfeld von Jonas Riegel, 27. Elf Ehrenamtliche kümmern sich um die 63 Mülltonnen, die auf dem Festivalgelände aufgestellt sind, die 13 dekorierten Stahltonnen, bei denen nicht nur Müll und Zigarettenkippen entsorgt werden können, sondern auch noch ein flotter Spruch auf die Besucher wartet („Oma wär’ stolz auf dich“) und die zahlreichen Müllmanager, die mit Zangen bewaffnet, Zettel und Kippen vom Boden klauben.

Über einen Freund ist der Augsburger Student im vergangenen Jahr zur Crew dazugestoßen. Die Gemeinschaft unter den Helfern und der Blick hinter die Kulissen reizen ihn. „Man kann hier viel dazulernen“, sagt er.

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