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Augsburg

03.06.2018

Modular soll 2019 auf dem Gaswerkareal stattfinden

Bereits zum Auftakt von Modular strömten viele Besucher aufs Festival-Gelände.
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Bereits zum Auftakt von Modular strömten viele Besucher aufs Festival-Gelände.
Bild: Michael Hochgemuth

Zum Jugendfestival Modular kamen 30.000 Besucher. Heuer fand es zum letzten Mal im Wittelsbacher Park statt. 2019 zieht es wohl an den Gaskessel um.

Zum Schluss trat Festivalleiter Christoph Elwert vor einigen Tausend Zuschauern auf die Bühne und versprach ein Wiederkommen – mit dem Zusatz „wo auch immer“. Mit diesen Worten ging das Jugendfestival Modular zu Ende. Sechs Mal wurde das beliebte Festival, das es seit 2009 gibt, im Kongress im Park und im Wittelsbacher Park gefeiert. Wo es 2019 stattfindet, ist noch offen.

Verabschiedet sich das Modular vom Wittelsbacher Park?

Wenn es nach der Stadt Augsburg geht, dann soll das Festival auf das Gaswerkareal umziehen. Mit baulichen Maßnahmen wollen die Stadtwerke das Gelände auf das Modular-Festival vorbereiten. Die Stadt unterstützt das Vorhaben, um die Entwicklung des künftigen Kreativquartiers zu stärken. Auf dem Gelände am Oberhauser Gaskessel entsteht ein Zentrum für Kultur und Kreativwirtschaft mit Theater, Ateliers und Räumen für Start-Ups und Unternehmen der Kreativwirtschaft.

In wenigen Monaten zieht das Theater Augsburg mit Schauspiel und Ballett in das Ofenhaus. Aus Sicht der Stadt ist klar: Das Gaswerkareal bietet klare Vorteile gegenüber dem Wittelsbacher Park. Bedenken wegen eines Umzuges lässt der ehemalige Popkulturbeauftragte und heutige Stadtsprecher Richard Goerlich nicht gelten: „Die Verlegung des Modularfestival an den Wittelsbacher Park war vor sieben Jahren ebenfalls eine große Veränderung, die von vielen kritisch gesehen wurde, dies wird nur leider heute gerne vergessen. Man hat sich damals nur teilweise vorstellen können, dass das funktioniert.“

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Aber gerade der Park ist es, an dem Besucher und Künstler hängen. „Das Modular-Festival ist in ganz Deutschland bekannt geworden, nicht zuletzt durch die tolle Location hier im Park. Wittelsbacher Park und Modular gehören einfach zusammen und das soll auch so bleiben“, sagte etwa die Sängerin der Augsburger Band Zimt. Der Sänger der Schrobenhausener Band Zach Mathieu hatte ebenfalls sein Bedauern geäußert, dass so ein „tolles Festival aufgrund von Anwohnerbeschwerden“ umziehen müsse.

Kaum Beschwerden über Lärm beim Modular 2018

In diesem Jahr verzeichneten die Polizeipräsidium Schwaben Nord und die Polizeiinspektion Süd kaum Beschwerden aufgrund der Lautstärke: Das Polizeipräsidium Schwaben Nord erhielt am Mittwoch Nachmittag eine Anruf wegen Ruhestörung – da hatte das Festival noch gar nicht begonnen. Die Polizeiinspektion Süd rückte einmal am Freitagabend aus: Quell der Ruhestörung war eine private Gartenparty in der Rosenaustraße gegenüber des Festivalgeländes. Ansonsten wurde ein Diebstahl, ein verlorener Personalausweis und ein Zusammenstoß eines Fahrradfahrers mit einer älteren Spaziergängerin vor der Kongresshalle sowie zwei Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz gemeldet. Körperverletzungen gab es keine. Das Jugendfestival, das an drei Tagen rund 30.000 Besucher zählte, verlief nach Polizeiangaben und auch nach Auskunft der Arbeitsgemeinschaft der Augsburger Hilfsorganisationen „sehr friedlich“.

Der Stadtjugendring (SJR), der Veranstalter des Festivals, hatte in diesem Jahr eine Lärmhotline eingerichtet, nachdem es im vergangenen Jahr Beschwerden hagelte. Goerlich: „Der daraufhin geführte Bürgerdialog war die einzige Chance, dass Modular nochmal hier durchgeführt werden konnte. Man sollte auch mal den Anwohnern für ihre Toleranz und ihre Dialogbereitschaft danken.“ Damit diese Toleranz nicht über Gebühr strapaziert wird, schnürten die Organisatoren ein Maßnahmenkatalog, damit das Festival leiser wird. Letztlich zu leise, wie es Besucher und Bands vor allem am Donnerstag empfanden. „Lauter, lauter“-Sprechchöre waren vor der Bühne zu hören, auf der Lärmhotline gingen einige Anrufe ein. „Besucher beschwerten sich, dass es zu leise ist“, sagt SJR-Geschäftsführer Helmut Jesske.

Wo das Modular 2019 stattfindet, ist noch offen

Der Stadtjugendring reagierte: Freitag und Samstag wurde die Lautstärke optimiert – so kam wieder Festivalstimmung auf. Jesske: „Natürlich haben auch Augsburger angerufen, die das Festival zu Hause gehört haben. Nach Wunsch haben wir dort Messungen durchgeführt. Nirgends wurden die Grenzwerte überschritten.“ Derzeit befindet sich der Stadtjugendring in Gesprächen mit der Stadt und den Stadtwerken. Es geht um die Verlängerung des Vertrags, mit dem die Stadt den Stadtjugendring beauftragt, das Festival zu organisieren und um den neuen Standort am Gaskessel.

Festivalleiter Elwert spricht von einem „Apparat, der nicht einfach verpflanzt werden kann.“ Jesske wünscht sich ein „optimales Ergebnis“. Bei den Gesprächen müssten noch einige Punkte geklärt werden, wie die mögliche Bühnengröße am Gaswerk und auch die Erreichbarkeit des Geländes. „Letztlich muss die Politik entscheiden, was sie jungen Menschen bieten will. Das Modular hat einen besonderen Flair, ist ein friedliches Fest und hat sich zu einem Leuchtturm entwickelt, der nach außen strahlt“, betont Jesske. Goerlich will das Festival nicht zum Politikum werden lassen, „nur weil ein Landtagswahlkampf bevor steht“. Er sehe es als große Stärke der Popkultur an, dass Veränderungsprozesse als Chance wahrgenommen werden.

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