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Augsburg/Friedberg

13.01.2016

Mordfall Grace K.: Die Tatwaffe war ein Hammer

Horst K. bei einem Restaurantbesuch mit seiner Ehefrau Grace: Er hat den Mord an seiner Frau gestanden.
Bild: privat

Horst K. erschlägt seine Frau und fliegt nach Thailand. Als er zurückkommt, wird er in Frankfurt kontrolliert. Er wird gesucht, doch die Beamten lassen ihn gehen. Warum?

Als Horst K. am Freitag voriger Woche mit einem Flieger aus Thailand zurückkommt, wird er am Frankfurter Flughafen kontrolliert. Ein Beamter bemerkt, dass etwas nicht stimmt. Denn nach K., 53, aus Friedberg wird gefahndet. Es gibt aber keinen Haftbefehl, er ist nur zur sogenannten Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben. Der Beamte am Flughafen telefoniert. Es dauert etwa eine halbe Stunde, dann darf Horst K. den Flughafen scheinbar unbehelligt verlassen. Festgenommen wird er erst am Tag darauf in einem Gasthaus in Nordhessen. Er gesteht dann schnell, dass er seine Frau Grace, 37, im Schlaf mit einem Hammer erschlagen und die Leiche in Stücke zerteilt hat.

Ist das Geschehen am Flughafen etwa eine Fahndungspanne? Geht den Beamten am Frankfurter Flughafen etwa ein Mordverdächtiger durch die Lappen? Offizielle Stellungnahmen von Staatsanwaltschaft und Polizei gibt es dazu nicht. Doch es sieht eher nicht nach einer Panne aus. Als Horst K. am Frankfurter Flughafen wieder nach Deutschland einreist, hat die Augsburger Kripo zwar bereits den Verdacht, dass mit K. etwas nicht stimmt und er etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun habe. Doch das reicht nicht für einen Haftbefehl. Es gibt keine Belege für einen Mord, auch von einer Leiche der Frau gibt es keine Spur.

Horst K. verrät der Polizei, wo er die Leiche versteckt hat

Dass Horst K. ohne seine Frau von der Reise zurückkehrt, verstärkt noch den Verdacht gegen ihn. Dazu kommen offenbar Blutspuren, die am Tatort, in der Friedberger Wohnung des Ehepaars, entdeckt werden. Am Tag nach seiner Einreise schlagen die Beamten dann zu. Sie nehmen ihn in einem Gasthaus im Raum Gießen fest. Wie es heißt, wurde er dort geortet. Womöglich wurde er auch seit der Einreise am Flughafen schon überwacht.

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Es ist Horst K. selbst, der den Ermittlern dann schnell die entscheidenden Hinweise liefert. Er gibt zu, seine Frau Ende November getötet zu haben. Und er verrät, wo er die Leiche versteckt hat. Nach Informationen unserer Zeitung erschlug K. Grace K. nachts, als sie im Ehebett lag und schlief, mit einem Hammer. Den Hammer soll er sich zuvor eigens besorgt haben. Er zerteilt die Leiche der Frau noch in der Wohnung in einem Friedberger Mehrfamilienhaus in mehrere Stücke. Er packt die Leichenteile in Planen ein, verstaut sie in mehreren Kisten und stellt diese am nächsten Tag in einen angemieteten Raum in einem Lagerhaus im Martini-Park, einem Gewerbeareal, in Augsburg unter.

Anwalt: Horst K. bereut die Tat zutiefst

Horst K. sei erleichtert gewesen, als die Kripobeamten ihn festnahmen, sagt sein Verteidiger Bernd Scharinger. Der Rechtsanwalt hat am Mittwoch mit dem 53-Jährigen, der jetzt im Augsburger Gefängnis in Untersuchungshaft sitzt, gesprochen. Scharinger sagt: „Er steht zu der Tat und bereut sie zutiefst.“ K. könne sich selbst nicht mehr erklären, was er getan habe. Er habe sich zu der Zeit in einer „psychischen Ausnahmesituation“ befunden. Ein psychiatrischer Gutachter soll den Mordverdächtigen nun untersuchen – es wird dabei auch um die Frage gehen, ob er zur Tatzeit schuldfähig war. Dass K. seine Frau nach dem Mord auch noch in Stücke zersägte, habe nichts damit zu tun, dass er etwa Lust am Leid des Opfers oder an der Schändung der Leiche empfunden habe, sagt Rechtsanwalt Scharinger. Das Denken seines Mandanten sei zu dem Zeitpunkt nur noch darauf ausgerichtet gewesen, wie er die Leiche aus der Wohnung wegbringen kann.

Der Fall kam ins Rollen, nachdem eine Bekannte Grace K. Mitte Dezember bei der Polizei als vermisst meldete. Horst K. war zu der Zeit bereits nach Thailand gereist. Er hatte Bekannten gesagt, er sei im Urlaub. Anfangs glaubt man bei der Polizei offenbar noch an eine Reise des Paares, das seit zehn Jahren zusammen war. Doch dann wurden die Zweifel größer. Ende Dezember übernahm die Kripo den Fall. Dort geht man inzwischen von einer geplanten Tat aus. Ein Indiz dafür ist in den Augen der Ermittler, dass er sich Tatwerkzeug – etwa den Hammer – eigens vorher besorgt habe.

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