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Bienenschwärme

17.05.2018

Motorraum oder Fahrradkorb: Wo sich Bienen niederlassen

Bienen im Anflug auf ihren Bienenstock. Doch nicht immer landen die Bienen dort, wo sie hingehören. Mitunter lassen sie sich an ungewöhnlichen Orten nieder.
Bild: Arne Dedert, dpa (Symbolfoto)

Bienenvölker suchen sich im Frühsommer einen Standort für ihren Bienenstock. Manchmal landet der Schwarm an ungewöhnlichen Orten. Was dann zu tun ist.

Da dürfte selbst der erfahrene Imker Augen gemacht haben: Ein auswärtiger Imker war mit seinem Auto zu einer Tagung in Augsburg gefahren. Während er sich weiterbildete, nutzte ein Bienenschwarm die Chance und nistete sich ausgerechnet im Motorraum seines Autos ein.

Immer wieder schwärmen Bienen an ungewöhnliche Orte

Normalerweise suchen sich Bienenschwärme für ihren Bienenstock zwar einen Platz in der freien Natur. Doch immer wieder kommt es vor, dass ihre Wahl auf eher ungewöhnliche Orte wie Fahrräder oder Sonnenschirme fällt.

Ein Bienenstock in nächster Nähe kann zunächst bedrohlich wirken. Wichtig ist: Ruhe bewahren. Wer einen Bienenstock an einem ungeeigneten Ort entdeckt, kann sich mit einem Notruf bei der Feuerwehr behelfen. Die Rettungskräfte siedeln die Völker dann um. Friedhelm Bechtel, Brandamtmann der Feuerwehr Augsburg, erinnert sich an mehrere solcher Einsätze.

Im Fall des Imkers, dessen Motorraum das neue Zuhause eines Bienenschwarms geworden war, habe die Feuerwehr den Schwarm aufwendig umquartiert. "Beim Entfernen eines Bienenschwarms muss zunächst die Königin eingefangen werden", sagt Bechtel. Die werde anschließend vorsichtig in eine Bienenkiste eingesetzt. Durch ein Flugloch könnten die restlichen Bienen ihrer Königin folgen. Wenn das ganze Volk in der Kiste sei, werde sie einem Bienenobmann übergeben. "Der übergibt den Bienenschwarm dann an einen Imker."

Von Mai bis Juni ist Hauptschwarmzeit der Bienen.
Bild: Patrick Pleul, dpa (Symbolfoto)

Warum sich Insekten in Fahrradkorb oder Motorrad niederlassen

In einem anderen Einsatz habe Friedhelm Bechtel Hummeln aus einem Reservereifen geborgen. Der Schwarm hatte sich in dem Reifen in einer Garage eingenistet. Hummeln ließen sich leichter umsiedeln als Bienen, sagt Bechtel. "Die sind so zahm, die kann man ja fast mit der Hand fangen."

Grundsätzlich seien alle Insekten geschützt seien und deshalb auch Hummel- oder Wespennester nicht einfach vernichtet werden dürften. Soweit es möglich sei, sollten Nester immer umgesiedelt werden.

Dass sich Bienenschwärme manchmal an ungewöhnlichen Orten niederlassen, erklärt sich Bechtel so: "Meistens handelt es sich um Bienen aus Imkereien. Oft werden Schwärme einfach zu groß." Und ab und zu komme es auch vor, dass Bienenschwärme von zu Hause flüchteten, weil sie von ihrem Imker zu schlecht behandelt würden.

Etwa 870.000 Bienenvölker gibt es laut dem Deutschen Imkerbund (D.I.B.) in Deutschland. Von Mai bis Juni suchen die fleißigen Insekten in Schwärmen nach einem geeigneten Standort für ihren Bienenstock.

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