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Motorsport
16.09.2021

Sogar ein 80-Jähriger fährt Speedway in Haunstetten

Noch ein letztes Mal wird der 80-jährige Franz Greisel beim Sandbahnrennen in Haunstetten aufs Motorrad steigen und mit zwei „Oldie“-Läufen seine Fahrerkarriere an diesem Wochenende beenden.
Foto: Michael Hochgemuth

Am 25. und 26. September röhren in Haunstetten die Motoren. Die Gastgeber holen damit ihr Jubiläum zum 70. Vereinsbestehen nach und das älteste aktive Mitglied beendet mit 80 Jahren seine Fahrerkarriere.

Ihr Jubiläumsjahr hatten sich die Mitglieder des Automobil-und Motorsportclubs Haunstetten (AMCH) anders vorgestellt. Doch statt einer ausgelassenen 70-Jahrfeier mit einem großen Rennspektakel herrschte im vergangenen Corona-Jahr bis auf eine Veranstaltung unter Ausschluss der Öffentlichkeit Ruhe auf der Sandbahn im Haunstetter Stadion. Umso größer ist die Freude im Verein, dass man nun als erster Club in Bayern ein Rennwochenende auf der Langbahn durchführen kann. Am 25. und 26. September röhren wieder die Motoren, im Jahr 70 plus 1 seit Vereinsgründung gibt es wieder das traditionelle Sandbahnrennen mit Publikum. Am Samstag sind die Fahrer des ADAC-Bayerncups zu Gast, am Sonntag wird beim eigentlichen Sandbahnrennen in fünf Klassen gefahren: Jugend C, B-Seitenwagen, B-Solo, A-Seitenwagen und Speedkarts.

„Wir freuen uns riesig“, sagen Rennleiter Tim Scheunemann und sein Vater, Vereinsvorstand und Organisationsleiter Erich Scheunemann, unisono. „Weil wir eine Veranstaltung unter freiem Himmel sind und sicher unter 1000 Zuschauern bleiben, entfällt bei uns die 3G-Regel. Dafür sind die Tickets personalisiert, es gibt feste Sitzplätze und ein eigenes Hygieneschutzkonzept“, beschreibt Tim Scheunemann noch vor den sportlichen Details die wichtigen Hinweise für Zuschauerinnen und Zuschauer. Nur eine Vorgabe trübt die Freude der Organisatoren etwas, denn das Fahrerlager darf aufgrund von Corona nicht wie bisher während des ganzen Wochenendes von den Gästen besucht werden. Die Zeit ist auf zwei Stunden begrenzt, um sich einen hautnahen Eindruck von den Teilnehmern machen zu können.

Höhepunkt sind die Seitenwagenrennen

Dafür gibt es für Motorsport-Fans auch von der Tribüne aus genügend PS-Stärken zu begutachten. Ein Highlight aus Gastgebersicht sind dabei die A-Seitenwagen, in denen die Lokalmatadore bei zehn Teams gleich mit vier eigenen Gespannen vertreten sind. Allen voran der routinierteste Fahrer des AMCH, Markus Brandhofer mit seinem Beifahrer Richard Köhler. Mit Immanuel Schramm/Frank Schierner, Andreas Horn/Christian Schädler sowie Sebastian Kehrer/Felix Fuchs haben die Gastgeber weitere heiße Eisen im Feuer.

In der B-Seitenwagen-Klasse ist der AMCH mit zwei Gespannen vertreten, in der B-Lizenz Solo kämpfen jeweils drei Fahrer aus dem Norden und drei aus dem Süden um den Sieg. „Ein Augenschmaus sind aber die Speedkarts“, schwärmt Erich Scheunemann von einem weiteren Programmpunkt, „mit ihren vier Rädern und unterschiedlichen Motoren von 600 bis 800 Kubik sind das richtige Raketen. Das werden spektakuläre Rennen“, ist er sich sicher.

Für die erfolgreichsten Gespanne haben sich die Gastgeber schließlich noch ein besonderes Zuckerl überlegt. Die ersten drei der A-Lizenz und die ersten zwei der B-Lizenz fahren im allerletzten Rennen des Wochenendes am Sonntagnachmittag den „Werner-Rothuber-Gedächtnislauf“ aus. Diesen, mit einem Sonderpreis dotierten Sonderlauf hat der AMCH seinem verstorbenen, hoch verdienten Mitglied Werner Rothuber gewidmet, der sich Zeit seines Lebens für die Vereinsjugend engagierte.

Der 80-jährige Franz Greisel fährt sein letztes Rennen

Noch einem AMCH-Mitglied wird an diesem Rennwochenende besondere Ehre zuteil. Am Samstag wird in den beiden Oldie-Showrennen Franz Greisel, das mit 80 Jahren älteste aktive Mitglied der Haunstetter, ein letztes Mal für ein Rennen auf seine Maschine steigen. 1970, vor genau 51 Jahren, hatte Greisel an gleicher Stelle beim Eröffnungsrennen der Sandbahn sein erstes Rennen bestritten.

Mit dem Oldielauf wird der 80-Jährige nun offiziell seine Fahrerkarriere beenden. „Er ist quasi unser letzter Zeitzeuge, der auch selbst noch beim ersten Haunstetter Sandbahnrennen unseres Vereins dabei war“, berichtet Erich Scheunemann. Deshalb soll ihm nun an diesem Wochenende ein würdiger Abschied von der Bahn beschert werden.

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