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Augsburg

29.03.2017

Müll, Lärm, Alkohol: Stadt greift beim Rathausplatz durch

Die Augsburger sitzen gerne auf dem Rathausplatz - dabei kommt es auch zu Auswüchsen.
Bild: Silvio Wyszengrad

Gegen gemütliches Zusammensitzen auf dem Rathausplatz hat die Stadt nichts einzuwenden. Auswüchse, die oft in Verbindung mit Alkohol stehen, sollen aber verhindert werden.

Es ist die schöne Seite des Frühlings, die sich am Mittwochnachmittag auf dem Augsburger Rathausplatz zeigt: Junge Menschen sitzen auf am Boden zusammen. Meist in kleinen Gruppen von zwei, drei oder vier Personen. Sie genießen die Sonne, unterhalten sich und haben Spaß. Nicht jeder, der sich jetzt hier aufhält, trinkt Bier.

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Einige Flaschen stehen bereits auf dem Boden. Daneben liegen einzelne von Besuchern mitgebrachte Räder. Ein Beleg für die Fahrradstadt Augsburg. Die Stimmung auf dem sonnigen Platz wirkt friedlich. Die Bänke, die vor städtischen Verwaltungsgebäude stehen, in dem die Bürgerinfo sitzt, liegen im Schatten. Die Bänke sind kaum genutzt. Die Uhr zeigt halb drei.

Auf dem Augsburger Rathausplatz liegt überall Müll

Die Schattenseiten, die den Rathausplatz in übertragener Form überstrahlen, sind seit mehreren Tagen zu späterer Stunde wahrzunehmen: Meist abends nach 18 Uhr ist der Anblick des Platzes nicht mehr so schön. Müll liegt herum. Hinzu kommt, dass einige wenige junge Leute mit nahezu ohrenbetäubender Musik den Platz beschallen. Andere halten eine Bierflasche in der Hand, mancher grölt, mancher ist zu diesem Zeitpunkt schon sichtlich betrunken.

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Für Nachschub an Alkohol ist gesorgt. Der Rewe-Markt am Rathausplatz hat bis 20 Uhr geöffnet. Viele abendliche Besucher des Rathausesplatzes decken sich hier mit Einkäufen ein. Zumindest ein Teil der „Trinkerszene“ hat sich vor dem Rathaus breitgemacht. In der Vorwoche gab es abends an der Rathaustreppe einen Notfalleinsatz: Ein junges Pärchen lag auf der Treppe, der Mann war nicht ansprechbar, seine junge Begleiterin wirkte wie weggetreten.

Die Polizei wurde gerufen, Rettungskräfte kamen. Als ein Retter der jungen Frau helfen wollte, übergab sie sich. Der Retter sprang gerade noch zur Seite.

Passanten wollen abends nicht mehr über den Platz gehen

Szenen wie diese sind bei Weitem nicht die Ausnahme. Immer mehr Passanten sagen mittlerweile, dass sie abends nicht mehr über den Rathausplatz gehen wollen. Sie fühlen sich nicht wohl. Klagen, die in dieser Form auch Oberbürgermeister Kurt Gribl wiederholt zu Ohren gekommen sind. Die Stadt sieht sich zum Handeln veranlasst.

Nicht mehr toleriert werden Verschmutzung, mutwilliges Stören durch übermäßigen Alkoholgenuss und überlaute Beschallung der Plätze. Insbesondere an der neu renovierten Rathausfassade und den Treppeneingängen zum Rathaus sollen besondere Kontrollen stattfinden, was übermäßigen Alkoholgenuss und vorsätzliche Vermüllung sowie Vandalismus an der Fassade und den historischen Türen betrifft.

Hier macht die Stadt künftig verstärkt von ihrem Hausrecht Gebrauch. Dazu sagt Gribl: „Selbstverständlich nicht von solchen Maßnahmen betroffen sein sollen alle, die sich alleine oder in kleinen Gruppen mit einem Getränk in der Hand auf dem Rathausplatz und drum herum aufhalten.“

Das "Sommerwohnzimmer" der Augsburger

Rathausplatz und die Wege entlang am Verwaltungsgebäude wie am Rathaus selbst sind das lieb gewonnene ‚Sommerwohnzimmer’ aller Augsburger. Die Betonung liegt hierbei auf ‚aller’ Personen – ob jung, alt, arm, reich, Student, Unternehmer oder Rentner – jeglicher Couleur unserer Stadtgesellschaft“, so Oberbürgermeister Gribl. Er sagt ferner: „Die ‚Gute Stube’ der Stadt, unser städtisches ‚Wohnzimmer’, muss weiterhin ein Ort allgemeiner Freude bleiben, und nicht allgemeinen Ärgernisses - für die Augsburger und die vielen Besucher aus dem In- und Ausland.

Der Rathausplatz ist für alle da, die friedlich das Leben in der Stadt draußen genießen wollen. Wer das nicht respektiert, muss künftig damit rechnen, dass solches Verhalten nicht mehr toleriert wird.“ Zusätzlich zu ordnungsrechtlichen Maßnahmen wird die Stadt zügig ein Kommunikationspaket schnüren, das eindeutig Regeln und eine „Nettiquette“ für die Benutzung der öffentlichen Plätze vorsieht. Dies könnte auch für den Königsplatz oder weitere Plätze gelten.

Lesen Sie dazu den Kommentar Null Toleranz für Krawallmacher am Rathausplatz

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