Newsticker

Mehr als eine Million Corona-Infektionen in Deutschland
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Müllabafuhr, Bürgeramt, Kitas: Beschäftigte der Stadt streiken

Augsburg

28.09.2020

Müllabafuhr, Bürgeramt, Kitas: Beschäftigte der Stadt streiken

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Stadt zum Streik aufgerufen.
Bild: Hildenbrand, dpa (Symbol)

Plus Die Gewerkschaft Verdi hat ab Montag verschiedene Dienststellen der Stadt Augsburg zum Ausstand aufgerufen. Das betrifft unter anderem Kitas und die Müllabfuhr.

Die Augsburger müssen sich in den kommenden Tagen auf Behinderungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi ruft verschiedene Dienststellen der Stadt Augsburg zum Streik auf. Den Beginn machen am Montag das Bürgeramt, der Verkehrsüberwachungs- und Ordnungsdienst sowie der Abfallwirtschaftsbetrieb und die Straßenreinigung, gefolgt von den Kindertagesstätten am Dienstag. Den Abschluss der Streikwoche bilden das Amt für Grünordnung, Naturschutz und die Friedhöfe, sowie die Stadtwerke Augsburg am Mittwoch.

Die aktiven Mitglieder hätten mit Verständnislosigkeit auf das Ergebnis der zweiten Verhandlungsrunde am 19. und 20. September reagiert, heißt es in einer Pressemitteilung der Gewerkschaft. "Wie kann unser Arbeitgeber angesichts unserer Leistungen in der Pandemie sagen, Applaus sei für die nächsten drei bis vier Jahre genug“, sagt Aline Gottschalk, zuständige Gewerkschaftssekretärin für den Bereich der Gemeinden.

Kollegen hätten trotz Schließungen den Laden am Laufen gehalten

Die Kolleginnen und Kollegen hätten trotz Schließungen den Laden am Laufen gehalten, beispielsweise im Bürgerbüro mit Telefonberatungen und Bearbeitung von Onlineanträgen. "Man kann uns nicht als systemrelevant einstufen und dann sagen, ihr bekommt für drei Jahre einfach mal nichts", heißt es weiter.

Während das Kulturministerium den Schulen klare Vorgaben und Schutzmaßnahmen an die Hand gegeben hätte, wurden vom Sozialministerium die Entscheidung für die Kitas, ob und wie man weiterarbeitet, den Trägern überlassen. Hier fühlten sich die Kitas, die während der Pandemie durchgehend geöffnet waren, von ihrem Träger Stadt Augsburg oft allein gelassen.

"Auch ich persönlich musste während der Pandemie die Erfahrung machen, was es heißt, für die Kinder keine Kindergartenbetreuung zu haben. Warnstreiks in den Kitas wollten wir vermeiden, um die Eltern nicht zu belasten", sagt Erdem Altinisik, Bezirksgeschäftsführer von Verdi Augsburg. Doch die Weigerung der Arbeitgeber - trotz mehrfacher Aufforderungen - überhaupt ein Angebot abzugeben, zwinge die Arbeitnehmer, ihre Unzufriedenheit deutlich zu machen.“ Vollschließungen von Kitas seien von Verdi nicht beabsichtigt, könnten aber nicht ausgeschlossen werden. "In dringenden Fällen sollte die Betreuung möglich sein. Die Eltern wurden bereits am Freitag informiert, damit sie sich auf die Situation einstellen können", heißt es in der Mitteilung.

"Schlechter Stil" von Seiten der Arbeitgeber

Man wolle den Beschäftigten des öffentlichen Dienstes bewusst ein schlechtes Gewissen machen, damit sie sich freiwillig zurückhielten. Das sei schlechter Stil von Seiten der Arbeitgeber. Man appelliere an die Arbeitgeber, die Wertschätzung gegenüber ihren Beschäftigten durch ein faires und angemessenes Tarifangebot auszudrücken, so Verdi.

Von den Warnstreiks, zu denen Verdi aufgerufen hat, ist auch der Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb (AWS) der Stadt Augsburg betroffen. Von Freitag, 25. bis Sonntag, 27. September, waren die Wertstoff- & Servicepunkte sowie die Straßenreinigung bestreikt worden. Am Montag, 28. September, wird auch die Müllabfuhr bestreikt. Es kann daher bei der Tonnenleerung zu Verzögerungen und Einschränkungen kommen. Bürgerinnen und Bürger, deren Abfalltonnen am Montag, 28. September regulär geleert werden sollen, sind gebeten, die Tonnen an der Straße stehen zu lassen. Diese werden nach Beendigung des Streiks nachgeleert, teilt die Stadt mit.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

28.09.2020

So eine Schwachsinnige Begründung, warum der Streik immer weiter ausgedehnt werden soll, habe ich noch nie gehört.

Wir wollen endlich eine "Wertschätzung" für unsere Mitglieder erfahren und nicht nur mit "Beifall und Händeklatschen" bedacht werden.

Eventuell solltne sie Herrschaften von Verdi einmal die möglichen Folgen für andere bedenken, bevor sie einen solchen Schwachsinn von sich geben.

Da können die Kinder endlich wieder zur Schule gehen, und dannwerden sie von Verdi daran gehindert, da die Schulbusse nicht fahren.
(Beifall)

Eltern sind froh noch ihren Job zu haben, und Verdi versucht alles, dass sie auch diesen verlieren, weil man ihnen die Möglichkeit nimmt, ihre Arbeitsstelle zu erreichen.
(ebenfalls Beifall)

Und von diesen Beispielen gibt es noch weitere.

Aber das Schicksal anderer interessiert Verrdi ja nicht. Wie gehen mal gleich mit Forderungen in unseren Arbeitskampf, die von vorneherein nicht zu erfüllen, geschweige denn zu aktzeptieren sind.

Ein wenig mehr Fingerspitzengefühl wäre hier shon angebracht gewesen.

Dies alles soll nicht heißen, dass ich den Angestellten nicht eine Lohnerhöhung gönne. Beiweitem nicht.
Aber.
Der Reihe nach brechen Einnahmen der Städte und Gemeinden weg. In solchen Situationen dann noch mit überzogenen Gehaltsforderungen aufzutreten und diese dann auf dem Rücken der restlichen Bevölkerung auszutragen, erachte ich selber als absolut deplatziert.

Man hätte sich zusammensetzen können und eine "Übergangslösung" für die kommenden 12 Monate erarbeiten können und erst dann wieder die "regulären" Tarifverhandlungen aufnehmen können.

Dann hätte man auch besser Abschätzen können, von Seiten der Arbeitgeber, wie sich die Situation entwickelt hat und wohl weiter entwickeln wird.

Aber so flexibel ist Verdi ja nicht.

Permalink
Das könnte Sie auch interessieren