Newsticker

Tschechien, Luxemburg und Tirol zu Corona-Risikogebieten erklärt
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Musiker blasen Referent Grab den Marsch

Terminkollision

12.06.2009

Musiker blasen Referent Grab den Marsch

fca eisenbahn blasmusik

Weil die Einweihung der impuls-arena am selben Tag stattfindet wie ein Großereignis des Allgäu-Schwäbischen Musikbunds, sind die Musiker sauer auf Bürgermeister Peter Grab. Doch Schuld an der Terminkollision ist eigentlich Ministerpräsident Seehofer. Von Eva Maria Knab

Von Eva Maria Knab

Man stelle sich vor: Auf der Maxstraße rollt ein langer Konvoi von Oldtimern in die City und am Ulrich spielen 1000 Blasmusiker aus Schwaben auf. Aber die Straßen bleiben leer. Es kommen kaum Besucher. Diesen Supergau fürchtet man beim Allgäu-Schwäbischen Musikbund (ASM). Denn am gleichen Tag läuft die große Eröffnung der impuls arena.

In der Kritik steht der städtische Referent Peter Grab (Pro Augsburg). Er trat mit dem Anspruch an, Sport und Kultur besser zu koordinieren.

Konkret geht es um den 26. Juli. An diesem Sonntag konkurrieren in Augsburg viele Events und vor allem zwei Großereignisse: Das neue Augsburger Fußballstadion mit 30 000 Plätzen wird eröffnet. Mit dabei ist Ministerpräsident Horst Seehofer.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Parallel läuft eine große Schau für Oldtimer und Dampfloks, die "Rail&Road KLASSIK" des Bahnparks. Sie ist mit dem 25. Jubiläumskonzert des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes verknüpft. Den ganzen Tag über wird ein Schauprogramm mit Musik, Unterhaltung und historischen Fahrzeugen in der Stadt geboten.

Die Veranstalter haben bislang mit mindestens 10 000 Besuchern gerechnet. Jetzt sorgt sich Angela Ehinger vom ASM wegen der mächtigen Konkurrenz. "Viele Leute werden zur arena gehen. Die Innenstadt wird leer sein."

Fehlende Koordination

Schlecht zu sprechen ist man beim ASM auf den städtischen Kultur- und Sportreferenten Peter Grab. Ehinger kritisiert eine mangelnde Koordination, weil sich die zwei Großveranstaltungen von Kultur und Sport Konkurrenz machen. Dabei sei extra eine neue Koordinationsstelle geschaffen worden.

"Grabs Lieblingswort sind Synergieeffekte, aber manchmal ist das eben nur ein Wort", so Ehinger. Auch beim Bahnpark sind die Verantwortlichen alles andere als glücklich, dass die Großereignisse zusammenfallen. Der Termin für die Rail&Road KLASSIK sei seit einem Jahr bei der Stadt bekannt, sagt Organisator Dr. Bernd Dornach. Die große Schau der Oldtimer auf Schiene und Straße sei bundesweit beworben worden.

Rund 100 000 Euro seien investiert. Auch bei Sponsoren steht der Bahnpark in der Pflicht. "Wir können auf keinen Fall mehr absagen", sagt Dornach.

Grab sieht zwar die schwierige Lage für die Veranstalter. Den Vorwurf mangelnder Koordination weist er aber zurück. Schon vor einem Jahr habe er auf das Risiko hingewiesen, dass beide Events am selben Wochenende stattfinden. Lange sei man davon ausgegangen, dass die impuls arena am 25. Juli eröffnet werde - also einen Tag vor Rail&Road KLASSIK. An dem Samstag ist Seehofer aber bei den Festspielen in Bayreuth. Er kann nicht nach Augsburg kommen.

Seehofers Wunsch

Stadt und FCA stimmten letztlich dem Wunschtermin des Ministerpräsidenten am Sonntag zu. Dies sei eine Referenz an die Politik, die den Stadionneubau von Anfang an unterstützt habe, sagt FCA-Geschäftsstellenleiter Felix Jäckle. Ähnlich argumentiert Grab: "Der Ministerpräsident geht vor."

Beim Bahnpark und den schwäbischen Blasmusikern überlegt man nun, wie man die fatale Terminüberschneidung in den Griff bekommen könnte. Erwünscht wäre ein Abstecher von Seehofer zum Programm in der Innenstadt. Damit würde auch die Blasmusik und die Rail&Road KLASSIK stärker im Rampenlicht stehen.

"Seehofer ist ein bekennender Modelleisenbahnfan", sagt Dornach. "Wir brauchen jetzt die Unterstützung der Stadt."

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren