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Augsburg

21.11.2017

Mutter ärgert sich über Poledance-Aufführung auf Schmeckfestival

Tänzerinnen des Augsburger Studios „Pole Circus“ zeigten ihr Können auf der Showbühne des Schmeckfestivals in Göggingen.
Bild: Teresa Kendel

Auf dem Schmeckfestival haben Frauen Poledance gezeigt. Eine Besucherin fand das unangebracht und beschwerte sich bei der Stadt. Wie die Betroffenen das sehen.

Das Schmeckfestival in Göggingen ist rund zwei Monate her. Aber dazwischen liegt ein Schriftwechsel zwischen Nina S. und dem Ordnungsamt der Stadt. Zudem ist der Ärger bei S. immer noch nicht verraucht. Die Mutter, die damals das Streetfood-Festival besucht hatte, war empört über die Poledance-Vorführungen. Sie findet: Solche erotischen Darbietungen haben dort zu familienfreundlichen Zeiten nichts verloren.

Verwunderung über die Stadt

S. schlenderte im September mit ihrer und einer befreundeten Familie über das Gelände des Schmeckfestivals. Mit dabei ihr 14 Monate altes Baby, ein zwei und ein vier Jahre altes Kind. Auf der Showbühne wurde gerade Poledance vorgeführt, bei dem Frauen Akrobatik an einer Stange zeigen. Der Vierjährige soll gefragt haben, was die Frauen da machen. Nina S. empfand die Situation als unangenehm, wie sie sagt. „Wir kamen in die Verlegenheit, unseren kleinen Kindern erklären zu müssen, warum eine Frau halbnackt an einer Stange tanzt“, schrieb sie dann auch in einer Beschwerdemail an die Stadt Augsburg. Die 37-Jährige wunderte sich, dass die Stadt derlei erotische Aufführungen bei einer öffentlichen Veranstaltung, zu der auch Familien mit Kindern gehen, genehmigt.

Das Ordnungsamt selbst nahm nach der Beschwerde der Mutter mit dem Veranstalter Kontakt auf. Man kam zu dem Schluss, dass es sich um einen rein sportlichen Auftritt gehandelt hat. Die Göggingerin allerdings zweifelt den sportlichen Charakter an. „Die Darstellerin räkelte sich bevor sie an die Stange ging umher und ging lasziv und erotisch darbietend um die Stange herum. Ergo: kein sportlicher Charakter“, schrieb sie an die Behörde zurück. Nina S., die aus Köln stammt, betont, dass sie nicht zart besaitet sei. Es gehe ihr auch nicht darum, Spießertum nach Bayern zu bringen. „Aber in Köln gibt es sowas nicht, selbst bei den Karnevalsumzügen nicht.“ Sie fordert einen sensibleren Umgang von Veranstalter und Stadt, wenn es um das Wohlergehen der Kinder gehe. „Eine schöne Lösung wäre, am Eingang anzukündigen, dass es hier erotische Darbietungen gibt oder diese in die Abendstunden zu verlegen.“

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"Was wir machen, ist weder sexistisch noch anrüchig"

Der Augsburger Bayram Er ist für die Bühnenshow auf dem Schmeckfestival verantwortlich. Der 36-Jährige organisiert eine bunte Mischung aus Musik, Comedy und Artistik an der Stange, wie er sagt. Er findet S. Reaktion „befremdend“. „Aber ich akzeptiere sie.“ Er selbst betrachtet Poledance als Sport und nicht als jugendgefährdend. „Ich gehe mit meinen beiden Kindern auch auf das Streetfood-Festival. Ich wurde von ihnen noch nie gefragt, warum die Mädels auf der Bühne Akrobatik machen.“ Jessy Schweigert, Leiterin des Augsburger Studios „Pole Circus“ war mit ihren Tänzerinnen schon das zweite Jahr auf der Bühne des Schmeckfestivals. Sie versteht die Aufregung überhaupt nicht.

„Was wir machen, ist weder sexistisch noch anrüchig. Das ist reiner Sport und die Stange ist unser Turngerät. Wir unterrichten sogar Kinder.“ Seit drei Jahren leitet Schweigert das Studio mit zwei Standorten in der Stadt und insgesamt sieben Lehrerinnen. Die einstige „Miss Pole Dance Bayern“ ist zufrieden mit der Nachfrage, die vor allem bei den Kindern steige. „Für den Januar wurden noch mal Kinder bei uns angemeldet. Dann müssen wir vorerst einen Aufnahmestopp für die Kindergruppe machen.“ Warum Frauen beim Poledance spärlich bekleidet sind, erklärt sie: „Durch die Haut bekommen wir den Halt an der Stange. Die Dame soll sich gerne mal angezogen daran hängen“, sagt sie in Richtung Nina S. Beim Schwimmen oder Volleyball sage auch keiner was über die knappe Bekleidung, fügt sie hinzu.

Natürlich ist Schweigert bewusst, dass Poledance mit dem Rotlichtmilieu in Verbindung gebracht werden kann. „Aber inzwischen kommt das nur noch selten vor. Die Vorurteile sind weniger geworden. Und wenn es jemand anrüchig findet, sind es Erwachsene. Aber sicherlich nicht Kinder.“

Bei der Stadt gibt man sich gelassen. „Rechtlich gesehen ist dieser Auftritt vollkommen unerheblich“, betont Werner Reinbold vom Ordnungsamt. „Hier hat ein Sportclub eine Tanzveranstaltung gemacht. Und da ist es egal, ob es sich um einen Tanz an der Stange oder Square Dance handelt.“ Eine rechtliche Konsequenz könne es gar nicht geben. Man habe den Veranstalter allerdings auf die Problematik hingewiesen. „Aber für das persönliche Empfinden können wir nichts tun.“

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Die Diskussion ist geschlossen.

21.11.2017

Nina Schmitt, die aus Köln stammt, betont, dass sie nicht zart besaitet sei. Es gehe ihr auch nicht darum, Spießertum nach Bayern zu bringen. „Aber in Köln gibt es sowas nicht, selbst bei den Karnevalsumzügen nicht.“

.

Na ist doch klar, warum es sowas in Köln nicht gibt ...

.

Wie soll man sich an der Stange festhalten, wenn man immer eine Armlänge Abstand halten muss :lol:

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21.11.2017

oh ist es schön wenn sich eine reinländerin über was aufregen kann !!! jetzt bin ich Froh das der SPD Kandidat kein Kanzler geworden ist !!! denn dann wäre es mit der Fröhlichkeit in Bayern sehr schnell vorbei gewesen !!! als erstes wären alle Fenster vergittert worden per Erlass ,lach , meine wegen den Fensterln !!! soll es auch in Gögingen geben , vor allem in der Radau

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21.11.2017

Wenn die prüde Dame das stört und bemerkt, dass es so etwas in Köln nicht gibt, dann soll sie dort bleiben. Da muss sie dann aber die nackten hochfliegenden Beine der Gardemädchen errtragen.

Die Kinder dieser Mutter tun mir leid, wenn sie nicht mlal auf solche Fragen eine Erklärung bekommen.

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21.11.2017

Wir leben doch in XXI jahrhundert ...

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21.11.2017

Das stimmt aber leider nicht für alle.

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20.11.2017

Eine einfache Erklärung hätte der 4 Jährigen schon gereicht( die machen Sport oder auch Gymnastik), wer sich da was reindenkt sind doch die Eltern und nicht etwa die Kinder!

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21.11.2017

Nicht mal eine Erklärung wäre notwendig gewesen. Kindergedanken sind noch rein und so verdreckt wie die mancher Eltern.

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21.11.2017

Kindergedanken . . . rein und so verdreckt wie die mancher Eltern.

Da haben Sie mal - vermutl. unfreiwillig - ihre Gedankenwelt offenbart . . .

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21.11.2017

Nichts passiert bei mit unfreiwillig.

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22.11.2017

Nichts passiert bei mit unfreiwillig.

Kindergedanken sind noch rein und so verdreckt wie die mancher Eltern.

Was wollen Sie dann damit ausdrücken? Wenn Sie einen Migrationshintergrund haben, sei Ihnen verziehen . . .

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20.11.2017

Die Neugier des Vierjährigen(!) hätte wohl mit der Erklärung, dass es Menschen gäbe, die gern Gymnastik am Boden oder eben auch an der Stange ausüben - und dass es einem dabei sehr warm werde - "ohne Verlegenheit" befriedigt werden können.

Wie wird das mit der Verlegenheit, wenn im Lauf der Jahre noch andere Fragen kommen?

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