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Augsburg

29.07.2010

Mysteriöse Schwert-Attacke auf Richterin bleibt ein Rätsel

Das Phantombild des Angreifers mit dem Schwert.

Vor fünf Jahren wurde eine Richterin in Augsburg Opfer einer mysteriösen Schwert-Attacke. Die Frau war auf dem Rad beim Westfriedhof unterwegs, als der Täter ihr die Waffe plötzlich ins Genick schlug. Danach herrschte in Augsburg Angst. Das Verbrechen bleibt ein großes Rätsel. Von Jörg Heinzle

Das Verbrechen liegt jetzt fünf Jahre zurück - und es bleibt ein großes Rätsel. Womöglich für immer. Es ist der Vormittag des 28. Juli 2005, als eine 47-jährige Frau das Opfer einer mysteriösen Attacke wird. Die Familienrichterin ist mit ihrem Fahrrad beim Westfriedhof unterwegs, als ein Unbekannter von hinten heranradelt und ihr ein Schwert oder einen Säbel ins Genick schlägt.

Die Ermittler der Augsburger Kripo sind danach monatelang auch jedem kleinstem Hinweis nachgegangen. Sie überprüften mehr als 200 Personen, leuchteten dabei auch weit in die Vergangenheit des Opfers zurück. Doch der Täter wurde nicht gefunden. "Wir haben nach wie vor keine Spur von ihm", sagt Helmut Sporer, der Leiter des Kommissariats 1. Die Ermittlungsgruppe "Samurai" ist längst aufgelöst. Aber geschlossen, sagt Sporer, wird die Akte nie.

Die 47-Jährige erlitt bei der Attacke eine lebensgefährliche Wunde im Nacken, erholte sich aber wieder von ihren Verletzungen. Eine Frage beschäftigte damals die Ermittler: Hat die Richterin einen Feind, der ihr nach dem Leben trachtet? Inzwischen ist sich K 1-Chef Sporer sicher: "Die Frau war ein Zufallsopfer, es bestand wohl keinerlei Beziehung zwischen Täter und Opfer." Sonst, da ist sich der erfahrene Ermittler sicher, hätten sie den Angreifer irgendwann gefunden. Viel spricht dafür, dass es die Wahnsinnstat eines Verrückten war.

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Nach der Tat ging in Augsburg die Angst um. Radfahrer fürchteten, dass der Schwert-Attentäter erneut zuschlagen könnte. Polizeibeamte in Uniform und in Zivil überwachten die Radwege. Doch es geschah nichts mehr, was vergleichbar gewesen wäre. Weder in Augsburg, noch an einem anderen Ort in der Republik. Auch das ist mysteriös: Ein Verrückter, heißt es, wäre mit großer Wahrscheinlichkeit nochmal aktiv geworden. Man kann nur spekulieren. Das Problem der Fahnder: Es gibt vom Tatort keine Spuren. Keine DNA, keine Fingerabdrücke. Ein Gutachter kam zu dem Schluss, dass ein scharfer, metallischer Gegenstand die Verletzung verursachte. "Es kann ein Schwert sein, aber auch eine andere scharfkantige Waffe", sagt Helmut Sporer.

Noch heute landen verdächtige Waffen bei der Augsburger Kripo

Dutzende Waffen wurden überprüft. Ohne Ergebnis. Heute noch landen verdächtige Gegenstände, die etwa bei Durchsuchungen gefunden werden, bei der Kripo.

Zeugen der Attacke schilderten, dass der Angreifer seine Waffe geradezu triumphierend in die Höhe gereckt haben soll, als er davonfuhr. Sollte er am Ende wirklich triumphieren? Ermittler wissen, dass ein Täter sein düsteres Geheimnis fast immer jemandem anvertraut. Das wäre eine Chance für die Fahnder. Vielleicht, hoffen sie, kommt doch noch ein entscheidender Hinweis. Von Jörg Heinzle

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