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Augsburg

04.03.2016

NS-Gedenken: Eine Lösung beim Thema Stolpersteine ist in Sicht

Stolpersteine liegen in Augsburg bislang nur in der Peutingerstraße - auf privatem Grund.
Bild: Annette Zoepf

Die Stadt Augsburg sucht nach der richtigen Form, um an die Opfer des Nationalsozialismus zu erinnern. Warum so genannte Stolpersteine umstritten sind.

Es ist eine schwierige Frage, auf die Augsburg bislang noch keine Antwort gefunden hat: Wie soll in der Stadt der Verfolgten des Nazi-Regimes gedacht werden? Ein Initiativkreis setzt sich dafür ein, so genannte Stolpersteine zu verlegen. Landesrabbiner Henry Brandt und die Israelitische Kultusgemeinde sind dagegen. Nun zeichnet sich offenbar eine Lösung ab: „Ich bin guter Dinge, dass wir noch im Frühjahr Details bekannt geben können“, sagt Kulturreferent Thomas Weitzel. Seit einem Jahr bemüht sich eine Expertenkommission um einen Kompromiss in der Debatte. Die Haltung der Israelitischen Kultusgemeinde hat sich laut Insidern trotz mehrerer Gespräche nicht verändert: Ihre Mitglieder lehnen die Stolpersteine ab, weil sie nicht möchten, dass auf den Namen von Holocaust-Opfern „herumgetrampelt“ wird. Erst im Sommer hatte die Stadt München mit eben diesen Argumenten die Verlegung von Stolpersteinen auf öffentlichem Grund abgelehnt.

Denkbar ist eine Mischlösung

In Augsburg könnte es eventuell zu einer „Mischlösung“ kommen. Denkbar wäre zum Beispiel, den jüdischen Opfern des Nationalsozialismus mit einem anderen Mahnmal zu gedenken. Stolpersteine – goldfarbene Mahnmale, in die die Namen und Daten der Opfer eingraviert sind und die im Boden verlegt werden – würden nur für Euthanasieopfer, Freiheitskämpfer und andere, während des Holocaust verfolgte Menschen verlegt.

Thomas Hacker vom Initiativkreis Stolpersteine will diese Vermutung weder bestätigen noch dementieren. Auch er klingt aber zuversichtlich: „Wir haben noch Stillschweigen vereinbart, sind aber auf einem guten Weg.“

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Zwei Stolpersteine sind verlegt - allerdings auf Privatgrund

Elf Gedenksteine für Augsburger NS-Opfer hat der Kölner Künstler Gunter Demnig bereits angefertigt. Verlegt werden durften sie bislang nicht. Dennoch gibt es in Augsburg zwei Stolpersteine – sie liegen auf Privatgrund. Demnig verlegte sie im Mai 2015 persönlich in der Torschwelle eines Hauses in der Peutingerstraße. Das Gebäude gehört der Hans-Adlhoch-Stiftung, sie gedenkt mit den Stolpersteinen dem Widerstandskämpfer Hans Adlhoch und seiner Frau Anna.

Auch in vielen anderen deutschen Städten wurden bereits Stolpersteine verlegt. Auf einer interaktiven Karte können die Standorte online abgerufen werden. Unter www.stolpersteine-guide.de gibt es Infos zu den Menschen, denen die Steine gewidmet sind. Als App kann die Karte auch aufs Handy geladen werden.

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