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Augsburg

29.09.2020

Nach Corona: Wasser-Welterbe soll Kongresse nach Augsburg bringen

Kongresse, wie hier das Rocketeer-Festival im vorigen Jahr, konnten wegen Corona zuletzt nur eingeschränkt stattfinden. Nun will die Kongresshalle neue Kunden werben.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Seit dem Frühjahr mussten fast alle Tagungen in Augsburg abgesagt werden. Jetzt sollen wieder mehr Kongresse stattfinden – eine wichtige Rolle spielt dabei das Welterbe.

Die Corona-Krise hat auch im Kongresswesen ihre Spuren hinterlassen. Zuletzt sind viele Veranstaltungen in Augsburg ausgefallen. Beim „Kongress am Park“, wie sich die Kongresshalle seit der Sanierung vor einigen Jahren nennt, sollen nun aber wieder mehr Tagungen und Veranstaltungen stattfinden – und dabei könnte Augsburgs Status als Unesco-Weltkulturerbe helfen. Im vergangenen Juli wurde die Stadt für ihr einzigartiges Wassermanagementsystem ausgezeichnet. Dazu zählen unter anderem Lechkanäle, Brunnen, Wasserkraftwerke und der Hochablass. Nun sollen diese Sehenswürdigkeiten auch Kongressbesucher nach Augsburg locken.

Der familienfreundliche Wasserspaziergang beginnt am  Rathausplatz in die Altstadt und verläuft immer entlang den Stadtkanälen. Er endet am Roten Tor.
22 Bilder
Ein Wasserspaziergang entlang am Augsburger Welterbe
Bild: Fridtjof Atterdal

Das ist zumindest der Plan von Götz Beck, dem Geschäftsführer der Kongresshalle. „Während der Corona-Krise haben wir uns gefragt, wie wir wieder neue Impulse in das Kongresswesen bringen können“, erklärt Beck. In Zukunft wolle man verstärkt Verbände und Kongresse nach Augsburg locken, die sich mit Umwelt- und Wasserthemen auseinandersetzen. Ihnen könne man dann zusätzlich zum Kongress ein Rahmenprogramm bieten, das sich mit dem Augsburger Wassermanagementsystem beschäftigt, so Beck.

Das Augsburger Weltkulturerbe soll bekannter werden

In einer neuen Broschüre werden Vorschläge gemacht, wie so ein Programm aussehen kann. Vorgeschlagen wird zum Beispiel ein Besuch am Hochablass oder eine Tour zu den historischen Wassertürmen am Roten Tor. Auch Rafting auf der olympischen Kanustrecke wird angeboten. An dem Projekt sind unter anderem auch die Stadtwerke beteiligt. Franz Otillinger, Chef der Wasserversorgung bei den Stadtwerken, sieht darin auch die Möglichkeit, Augsburgs Status als Weltkulturerbe überregional bekannter zu machen. In Zukunft solle man Augsburg nicht nur mit dem FC Augsburg und der Puppenkiste, sondern auch mit seinem Wassersystem verbinden, so Otillingers Wunsch.

Die Idee zu dem Wasserprogramm gab es zwar schon vor dem Ausbruch von Corona. Jetzt aber kommt die Möglichkeit, neue Anreize für Kongresse in Augsburg zu schaffen, besonders gelegen, denn seit Beginn der Pandemie mussten laut Geschäftsführer Götz Beck 85 Prozent der Kongresse abgesagt werden. Das schadet nicht nur dem Veranstaltungsort selbst, sondern auch der Wirtschaft in der Stadt. Denn ein Kongressgast gibt laut Beck im Schnitt mindestens 180 Euro pro Tag aus. Geld, das nicht nur in Hotellerie und Gastronomie fließt, sondern auch dem Einzelhandel zugutekommt.

Ausfall der Tagungen konnte teilweise ausgeglichen werden

Zwar konnten die Tagungsräume im Kongresszentrum auch während Corona belegt werden, beispielsweise für Prüfungen, die dort wegen des größeren Platzbedarfs abgehalten wurden. Die Zahlungskraft der Gäste, die normalerweise zu Kongressen anreisen, fehlte damit aber trotzdem. Insgesamt bedeutet das zwar finanzielle Einbußen für die Stadt Augsburg. Die Betreibergesellschaft der Kongresshalle selbst sei durch den Ausfall der Veranstaltungen aber noch nicht von finanziellen Engpässen bedroht, sagt Götz Beck.

Neben dem neuen Fokus auf das Thema Wasser und Weltkulturerbe wolle man in Zukunft auch in anderen Bereichen gezielt Kongresse anwerben, erklärt Beck. Dazu zählen Medizinerkongresse und Veranstaltungen zum Thema künstliche Intelligenz, da diese Bereiche in den letzten Jahren in Augsburg gewachsen sind. Erst vorige Woche hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einem Besuch in Augsburg erklärt, dass Augsburg zu einem Zentrum für Forschung mit künstlicher Intelligenz werden solle.

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