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Augsburg

17.10.2019

Nach Debatte um Parkgebühren: Entsteht am Zoo ein Parkdeck?

Der Augsburger Tierpark ist so beliebt, dass die Parkplätze an einigen Tagen restlos überfüllt sind.
Bild: Silvio Wyszengrad

Plus Die Situation rund um den Zoo sorgt für Ärger in der Stadtregierung. Gebühren bleiben ein Thema, auf Wunsch der SPD werden aber auch neue Stellplätze geprüft.

Um die Verkehrssituation rund um Zoo und Botanischen Garten zu verbessern, wird die Stadt nun auf Drängen der SPD doch den Bau eines Parkdecks prüfen. Parallel wird weiterhin die Einführung von Parkgebühren auf den 868 bestehenden Parkplätzen geprüft. Dieses Vorgehen ist das Ergebnis nach einer eineinhalbstündigen Debatte im Bauausschuss des Stadtrates am Mittwoch. Mit diesem Kompromiss sollte ein offener Krach in der Koalition zwischen Baureferent Gerd Merkle (CSU) und seiner Fraktion auf der einen und der SPD-Fraktion auf der anderen Seite vermieden werden. Einigkeit herrschte, dass man die Bürger im Stadtteil Spickel beteiligen wolle.

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Das Baureferat hatte vorgeschlagen, dass die Verwaltung in den kommenden Monaten einen Maßnahmenkatalog auf seine Umsetzbarkeit prüft. Als einen Baustein sieht das Paket vor, dass die Erhebung von Parkgebühren (Größenordnung sind drei Euro pro Tag) auf den Parkplätzen von Zoo und Botanischem Garten geprüft wird. Ziel ist, damit die etwa 120.000 Euro zu erwirtschaften, die nötig sind, um an neuralgischen Wochenenden weiterhin Ordnungspersonal an den Wohnstraßen zu postieren. Die Kräfte, die in diesem Jahr zum ersten Mal eingesetzt wurden, sollen auch in Zukunft sicherstellen, dass nur Anlieger in die Straßen fahren und keine Zoobesucher auf der Suche nach einem freien Parkplatz.

Auch ein Parkleitsystem soll am Zoo kommen

Zudem will die Stadt ein Parkleitsystem einrichten, um den Autoverkehr bei vollen Parkplätzen besser lenken zu können. Unter anderem sollen die kostenlosen Ausweichparkplätze am Spickelbad und der Berufsschule an der Haunstetter Straße besser belegt werden. Ziel ist auch, zwischen Spickelbad und Zoo/Botanischem Garten einen Shuttle-Verkehr einzurichten. Laut Merkle denkt man auch darüber nach, den etwa einen Kilometer entfernten Berufsschulparkplatz besser anzubinden, etwa über einen Fahrradverleih. Auch die Einführung eines Kombi-Tickets für Zoo und Nahverkehr soll geprüft werden.

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Die SPD als Koalitionspartner legte sich quer. Teile des Maßnahmenpakets seien begrüßenswert, doch dass die Stadt sich einem Parkdeck komplett verschließe und Parkgebühren verlangen wolle, sei der falsche Weg, so Fraktionsvorsitzender Florian Freund. Etwa 60 Prozent der Besucher kämen von auswärts und reisten meist mit dem Auto an, speziell wenn es sich um Familien mit kleinen Kindern handle. „Die werden niemals mit dem Auto auf einen weit entfernten Parkplatz fahren, dort Kinderwagen, Bollerwagen und Kinder ausladen und dann mit einem Shuttle zum Zoo fahren. Wir kommen nicht umhin, zusätzlichen Parkraum zu schaffen.“

Baureferent will keine weiteren Autos zum Zoo locken

Zwar wird nun der Bau eines Parkhauses vertieft überprüft, Baureferent Merkle ließ aber keinen Zweifel daran, dass er davon nichts hält. Der Bau eines 300 Plätze fassenden Parkdecks werde um die zehn Millionen Euro kosten. Das sei nicht finanzierbar, zumal in der städtischen Parkraumrücklage nur um die 1,5 Millionen Euro stecken. Wenn man zehn Millionen Euro übrig habe, so Merkle, sei dieses Geld in Schulen besser investiert. „Und unter Umweltgesichtspunkten ist es der komplett falsche Ansatz, die Autolawine an den Anwohnern vorbei durch den Spickel zu lotsen“, so Merkle. Dies gelte angesichts der laufenden Klimadebatte umso stärker. Ein hohes Parkhaus an dieser Stelle sei zudem ein „städtebauliches Unding“.

Grünen-Stadträtin Eva Leipprand pflichtete Baureferent Merkle bei. Es sei paradox, massenhaft Autos zu Einrichtungen zu leiten, die sich mit dem Thema Flora und Fauna befassen. Sie befürworte auch Parkgebühren im Rahmen des Gesamtkonzepts. Dass Familien mit kleinen Kindern dadurch benachteiligt würden, sehe sie so nicht. „Die Kinder, die heute im Bollerwagen fahren, sind dieselben, die morgen ihre Eltern fragen werden, was sie für den Klimaschutz getan haben.“

Am Ende stimmte der Ausschuss gegen die Stimmen der SPD dafür, Parkgebühren auf den bestehenden Parkplätzen zu prüfen. Gegen die Stimmen der Grünen sprachen sich die Stadträte dafür aus, ein Parkdeck zu prüfen. Die anderen Punkte im Maßnahmenpaket, etwa ein Parkleitsystem, gingen einstimmig durch. Für kommendes Jahr, so Merkle, solle das Modell mit den abgesperrten Wohnstraßen beibehalten werden.

Lesen Sie auch den Kommentar: Parkgebühren lösen nicht alle Probleme

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17.10.2019

Immer wieder lustig vor der Kommunalwahl...

Dieses SPD Parkdeck am Zoo erinnert stark an den SPD Tunnel in Hochzoll ;-)

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