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Augsburg

03.07.2019

Nach Protesten dürfen Inninger Bürger wieder parken

Bislang ein Gehweg, jetzt ein Seitenstreifen. Weil der Rand nicht mal einen Meter breit ist, dürfen die Anwohner wieder darauf parken.
Bild: Fridtjof Atterdal

Weil sie laufend Knöllchen bekamen, sind Anwohner in Inningen auf die Barrikaden gegangen. Mit Erfolg.

Manchmal lohnt es sich, wenn die Bürger auf die Barrikaden gehen. Als Am Forellenbach in Inningen im März von einem Tag auf den anderen massive Parkraumkontrollen begannen und die Anwohner reihenweise Knöllchen kassierten, war der Zorn groß. Unter anderem beim Ortsteilgespräch für Inningen machten sie ihrem Ärger bei Oberbürgermeister Kurt Gribl Luft. Jetzt ist die Verwaltung tätig geworden. Und die Anwohner Am Forellenbach und an der Ostseite des Dahlienweges dürfen jetzt nicht nur wieder vor ihren Grundstücken parken – sie bekommen sogar die gezahlten Verwarngelder zurückerstattet, heißt es aus dem Ordnungsamt.

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Die Anwohnerstraße in Inningen ist eng

Die Straße Am Forellenbach ist eng. Schon immer hatten die Anwohner deshalb dort mit dem Rädern auf dem Seitenstreifen geparkt. Weil der Forellenweg am Rand von Inningen vor den Feldern liegt, müssen regelmäßig auch Landwirte mit schwerem Gerät durch die Straße. Bislang hatte man sich arrangiert und notfalls die Autos aus dem Weg gefahren, berichten die Anwohner. Doch offenbar wurde es jemandem jetzt zu viel. Nach einer Beschwerde rückte der Ordnungsdienst an und verteilte Strafzettel. Fast jeden, der dort ein Auto hat, erwischte es. Grund: Parken auf dem Gehweg. Für die Anwohner eine Zwickmühle. Denn wenn sie nicht auf dem Weg parkten, reichte es nicht mehr für die vorgeschriebenen 3,05 Meter Abstand bis zum Straßenrand. Aber ein anderer Parkplatz ist in zumutbarer Entfernung auch nicht vorhanden.

Beim Ortsteilgespräch hatte sich OB Gribl die Sorgen angehört und versprochen, dass bis zur Klärung des Problems der Ordnungsdienst keine Knöllchen mehr verteilen würde. Der Ordnungsdienst hielt sich daran – allerdings kam dann die Polizei und verteilte Strafzettel.

Nach Protesten dürfen Inninger Bürger wieder parken

Jetzt war die Bauverwaltung vor Ort und hat sich die Straßen angeschaut und genau nachgemessen. Ergebnis: Aus dem Gehweg wurde rechtlich ein Seitenstreifen, wie Baureferent Gerd Merkle erläutert. „Um eine Lösung im Sinne der dort lebenden Anwohner zu finden, hat das Tiefbauamt einen Lösungsvorschlag erarbeitet“, sagt er. Man habe die strittigen Verkehrsflächen – auf der Westseite der Straße Am Forellenbach und auf der Ostseite des Dahlienwegs – jetzt jeweils als Seitenstreifen definiert.

Der Weg ist unter einem Meter breit

Ausschlaggebend für diese Einschätzung sei, dass der betroffene Rand fast durchgängig unter einem Meter breit ist, was für einen Gehweg nicht ausreiche. Auch die bauliche Ausführung spreche dafür, dass beim damaligen Bau in den 1970er- Jahren ein Seitenstreifen angestrebt wurde, so Merkle. „Im Gegensatz zum Seitenstreifen dient der Gehweg der sicheren Führung der Fußgänger und darf, sofern es nicht ausdrücklich durch eine entsprechende Beschilderung erlaubt ist, nicht beparkt werden, so der Referent weiter. „Die Seitenstreifen können – sofern eine nutzbare Durchfahrtsbreite von 3,05 Metern verbleibt – zum Parken verwendet werden.“ Eine Anpassung der Beschilderung sei dabei nicht nötig. Die Anwohner freuts.

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