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Augsburger Zoo

27.05.2014

Nach Tod von Bulle Kiano: Die Giraffen bleiben

Kiano starb an den Folgen eines tragischen Unfalls: Die Giraffe erschrak vor einem Zebra und stieß mit dem Kopf gegen ein Metall-Gitter.
Bild: Sascha Geldermann

Wie geht es weiter mit dem Afrika-Panorama im Augsburger Zoo? Seit Giraffenbulle Kiano in der vorigen Woche starb, wird das Thema diskutiert.

Die drei Teile des Afrika-Panoramas sind durch Wasser- und Trockengräben voneinander getrennt. In einem Bereich werden die Rothschild-Giraffen gehalten, daneben sind die Zebras zu Hause. Im dritten Teil grasen Kamerunschafe, Nashörner, Antilopen und Watussi-Rinder.

Vergangene Woche war ein Zebra von seinem Bereich in den der Giraffen gesprungen. Kiano erschrak so, dass er mit dem Kopf gegen eine Metall-Absperrung stieß. Er starb an den Verletzungen. Einen Grund, das Afrika-Panorama zu hinterfragen, sieht Barbara Jantschke dennoch nicht: „Es existiert in dieser Form seit 1985 und nie ist bislang etwas passiert.“

Rothschild-Giraffen gelten als gefährdet

Das Zebra sei wohl über den Graben gesprungen, weil es bei den Giraffen derzeit viel Gras gibt. Da Giraffen auf Unerwartetes und Neues ängstlich reagieren, sei Kiano davongelaufen – ein normales Verhalten, das sich auch bei anderen Aktionen zeige: „Wenn wir das Giraffenhaus streichen, gehen die Tiere tagelang nicht mehr hinein, weil sie spüren, dass etwas anders ist“, sagt Jantschke.

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Sie bräuchten Zeit, um sich an etwas zu gewöhnen. In anderen Zoos – Rothschild-Giraffen gibt es zum Beispiel auch in Berlin, Hamburg und Hannover – grasen Giraffen gemeinsam mit Zebras. „Wenn sie daran gewöhnt sind, ist das kein Problem.“ Die Bereiche durchlässig zu machen, sei auch in Augsburg eine Option. Derzeit werde sie aber nicht ernsthaft diskutiert.

Nashornbulle Bantu ist neu im Augsburger Zoo. Er soll für Nachwuchs sorgen.

In freier Wildbahn gibt es laut Schätzungen weltweit nur noch 1100 Rothschild-Giraffen, die Unterart wird als gefährdet eingestuft. Im Rahmen eines europäischen Zuchtprogramms werden in Zoos derzeit 400 Rothschild-Giraffen gehalten. Dem Vorwurf von Kritikern, es käme in Tierparks zu Inzucht, widerspricht Jantschke: „Genau deshalb gibt es ja das Zuchtprogramm, damit dies nicht passiert.“

Auch der Kritik, Zoos leisteten keinen Beitrag zum Artenschutz, weil man die in Zoos gezüchteten Giraffen nicht auswildern könne, setzt Jantschke Argumente entgegen: Auch wenn dies nicht der Fall sei, sorge man doch dafür, dass eine Tierart nicht ganz verschwinde.

„In freier Wildbahn wäre Kiano keine Woche alt geworden“

In freier Wildbahn hätte Kiano laut Jantschke keine Woche gelebt: Seine Mutter hatte ihn nach der Geburt nicht angenommen. „In der Natur hätten ihn die Löwen geholt.“ Gleiches gilt für Giraffe Marvin, der im März im Augsburger Zoo mit 19 Jahren an Kreislaufversagen starb: „Er war damals ein Zwilling, seine Mutter starb bei der Geburt.“

Auch er hätte in der Wildnis keine Chance gehabt. Im Zoo leben noch zwei Giraffen. Ob die Herde vergrößert wird, stellt sich laut Jantschke erst heraus. Man müsse unter anderem prüfen, ob es im Zuchtprogramm ein geeignetes Tier gibt.

Nach dem tragischen Tod von Giraffe "Lada" hat der Augsburger Zoo inzwischen eine Vermutung zur Ursache des Unglücks.
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