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Indonesien

08.08.2018

Nach dem Erdbeben begann für vier Augsburger die Tortur

Lisa Peschanel (von links) und ihr Lebensgefährte Maximilian Settele sowie das Paar Janine Weber und Moritz Fendt wollten eigentlich einen schönen Urlaub in Indonesien verbringen.
Bild: Settele

Der Traumurlaub auf einer indonesischen Ferieninsel wurde für vier Augsburger zum Albtraum. Was sie erlebt und wie sie die Ausreise geschafft haben.

Maximilian Settele ist einfach nur froh, wenn er endlich wieder daheim in Haunstetten ist. Der Juniorchef der gleichnamigen Metzgerei, seine Lebensgefährtin Lisa Peschanel und ein befreundetes Paar wurden von dem schweren Erdbeben am Sonntagabend in Indonesien überrascht. Seitdem haben die jungen Augsburger eine ziemliche Tortur hinter sich.

Eigentlich sollten die vier Freunde jetzt auf der Insel Lombok das gebuchte Ferienhaus genießen. Von dem ist aber nichts mehr übrig. Es wurde bei dem 6,9 starken Erdbeben, das mindestens 105 Tote forderte, völlig zerstört. Die Augsburger können von Glück reden, dass sie sich zum Zeitpunkt der Naturkatastrophe noch auf der Nachbarinsel Gili Trawangan aufhielten.

Dort mussten sie wegen der zunächst ausgegebenen Tsunami-Warnung die Nacht auf einem hohen Berg verbringen. „Über 50 Stunden waren wir auf den Beinen“, schreibt der 27-Jährige unserer Redaktion über Facebook. „Das hat viel Kraft gekostet. Wir sind einfach alle fertig.“ Mit der Fähre ging es für die Freunde zunächst nach Lombok, das vom Erdbeben mit am meisten betroffen ist. Dort herrscht natürlich Chaos.

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Augsburger haben nach Erdbeben Glück mit Fähre

Sämtliche Touristen wollen die Urlaubsinsel verlassen. „Die nächsten Flugzeuge wären frühestens in zwei Tagen verfügbar“, berichtet Settele. So lange wollten sie nicht warten. Sie nahmen sich ein Taxi zum Hafen. Die Augsburger hatten Glück, dass sie noch auf eine Fähre kamen. Sechs Stunden dauerte die nächtliche Fahrt nach Padang Bai, dem Hafen von Bali.

Dort ging es zum Flughafen. „Wir schlossen uns mit einer Familie aus Köln zusammen und nahmen uns am Airport für sechs Stunden ein Hotel. Wir wollten endlich mal wieder duschen.“ Zudem hatten sie großen Hunger. „Wir hatten ja seit Sonntagabend weder Wasser noch Strom.“ Zwei Stunden nur konnten die Freunde in dem Hotelzimmer schlafen. Dann startete der Flug nach Doha.

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Bild: dpa, afp

"Man wird sich erst nach und nach bewusst, was hätte passieren können"

Von dort ging es weiter nach München. Lisa Peschanels Zwillingsschwester hatte sich von Deutschland aus um die Flüge gekümmert. Mittwochmittag landen die Augsburger in der bayerischen Landeshauptstadt. Sie werden von ihren Familien abgeholt. „Das war für uns so schlimm“, erzählt Mutter Erika Settele. „Man wird sich erst nach und nach bewusst, was hätte passieren können.“

Martin Koper hingegen, der mit Ehefrau und Sohn das Erdbeben auch miterleben musste, setzt den Urlaub fort. Die Augsburger Familie befindet sich nun auf Bali. Ende der Woche geht die Reise weiter nach Singapur und endet in Abu Dhabi. „Jetzt verläuft alles wieder genau wie geplant“, schreibt der 39-Jährige. Maximilian Settele hat vorerst genug vom Reisen. Was er auch so schlimm fand, war seine Erfahrung, dass die Taxifahrer auf Lombok Touristen in deren Not das Geld aus der Tasche gezogen hätten.

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08.08.2018

Oh, die Armen. Da sind gerade mindestens 140 Leute gestorben, tausende haben ihre Lebensgrundlage verloren.
Aber wenn der Taxifahrer nach dem Erdbeben erhöhte Preise verlangt, hört der Spaß für die deutschen Touris natürlich auf ...
Bleibt bitte einfach daheim ;)

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