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Welterbe-Stadt Augsburg

03.02.2020

Nach dem Welterbe-Erfolg beginnt für Augsburg die Arbeit

Die Freude nach dem Erhalt des Welterbe-Titels war im vergangenen Jahr in Augsburg groß: Es wurden unter anderem Transparente am Verwaltungsgebäude aufgehängt. Nun würden weitere Aufgaben auf die Stadt zukommen, wurde auf dem Festakt angesprochen.
Bild: Michael Hochgemuth

Plus Staatsministerin Müntefering überreicht die offizielle Unesco-Urkunde. Bei dem Festakt loben die Redner die Stadt, aber weisen auch auf die Aufgaben der Welterbe-Städte hin.

Die Bewerbung um die Aufnahme in die Liste der Welterbe-Städte mit dem Augsburger Wassermanagement-System ist mit der Übergabe der offiziellen Unesco-Urkunde am Samstagabend im Goldenen Saal endgültig erfolgreich abgeschlossen. Doch bei aller Feierlaune über die Leistung wurde in den Reden auch klar – die eigentliche Aufgabe beginnt erst jetzt: Denn mit der Ehre, sich Welterbe-Stadt nennen zu dürfen, sind auch handfeste Verpflichtungen verbunden.

Seit Juli 2019 war klar – Augsburg ist Welterbe-Stadt. Doch ganz offiziell wurde die Aufnahme erst am Samstagabend, als die Staatsministerin für Internationale Kulturpolitik im Auswärtigen Amt, Michelle Müntefering (SPD), im Rahmen eines Festaktes im Goldenen Saal des Rathauses die Unesco-Urkunde an Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) übergab. Zuvor hatten sich Michelle Müntefering, der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst, Bernd Sibler (CSU), sowie die Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer, noch ins Goldene Buch der Stadt Augsburg eingetragen.

Welterbe stärkt das Gemeinschaftsgefühl in der Stadt

Oberbürgermeister Gribl bedankte sich bei allen Beteiligten für ihren teilweise großen Einsatz. Wie viele Menschen hier zusammengeholfen haben, wurde klar, als am Ende des Abends, wie bei einem Kinofilm, die Namen aller Mitwirkenden über die große Leinwand im Goldenen Saal liefen. Bis der „Abspann“ durch war, dauerte es genau zwei Musikstücke des Quintetts Brasspur, das für einen Teil der musikalischen Umrahmung des Abends verantwortlich war. Das Unesco-Welterbe stärke in ganz besonderem Maß das Gemeinschaftsgefühl der Stadt, so Gribl. Mit der Materie Wasser und ihrer Bedeutung vom Trinkwasser bis zur Wasserkraft könnten sich alle Bürger identifizieren. „Die Übergabe der offiziellen Urkunde an Augsburg schließt zwar das Kapitel der Bewerbung, doch am Ziel sind wir noch lange nicht“, betonte das Stadtoberhaupt. Die Auszeichnung verpflichte die Stadt dazu, anderen Ländern das Fachwissen zum Thema Wassermanagement zukommen zu lassen, so Gribl weiter.

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Diese Verpflichtung sieht auch die Präsidentin der deutschen Unesco-Kommission, Maria Böhmer. „In verblüffend kurzer Zeit ist Augsburg mit Überreichung der Urkunde in die Welterbeliste aufgenommen worden“, lobte sie die professionelle und gut ausgearbeitete Bewerbung. Doch jetzt sei das Augsburger Wassermanagement-System nicht mehr nur Erbe von Augsburg, von Schwaben, Bayern, oder Deutschland – jetzt sei es Erbe der Menschheit. Dieses Erbe gelte es jetzt zu pflegen und zu schützen, aber auch weiterzuentwickeln. „Nutzen Sie die Chancen, die sich daraus entwickeln – diese gehen weit über den Tourismus hinaus“, bat sie die Stadtgesellschaft. Augsburg sei jetzt auch Teil eines weltweiten Netzwerks von Welterbe-Städten. „Ein zentrales Nachhaltigkeitsziel der Vereinten Nationen ist der Zugang zu sauberem Wasser und Sanitärversorgung für alle“, so Böhmer. „Ich wünsche der Stadt Augsburg, dass sie ihr wertvolles Wissen des Wasserbaus und der Wasserwirtschaft mit den Ländern des globalen Südens teilt und so auch in Zukunft das Leben vieler Menschen zum Besseren verändert“, gab sie der Stadt mit auf den Weg.

Aufnahme ist Würdigung für alle Augsburger

Michelle Müntefering sagte, der Augsburger Erfolg sei schnell, doch nicht von selbst gekommen. Dass man vom Eintrag in die Vorschlagsliste der Unesco bis zur Aufnahme in die Welterbe-Liste nur fünf Jahre gebraucht hat, sei einer außergewöhnlich guten Vorarbeit geschuldet. Insofern sei die Aufnahme auch eine Würdigung für alle Augsburger.

Am Rand der Veranstaltung äußerte sich Maria Böhmer auch zu der Frage, wie man mit den geplanten Besucherzentren umgehen solle. Auch wenn die meisten Städte ein großes Unesco-Zentrum hätten, in dem ihre Kulturschätze für Touristen und Interessierte dargestellt werden, findet sie den Augsburger Weg angesichts der 22 verschiedenen Objekte gangbar. Mit dem zentralen Besucherzentrum am Rathausplatz und verteilten Infozentren an einzelnen Welterbestätten würde Augsburg mit seinen individuellen Anforderungen gut umgehen, so Böhmer.

Staatsminister Bernd Sibler (von links), Kulturreferent Thomas Weitzel, Staatsministerin Michelle Müntefering, Oberbürgermeister Kurt Gribl und Maria Böhmer, Präsidentin der Deutschen Unesco-Kommission, waren bei der Übergabe der Urkunde anwesend.
Bild: Michael Hochgemuth

Wie die Stadt auf Anfrage mitteilte, stehen für das Welterbe-Thema im Haushalt 2020 insgesamt 250.000 Euro zur Verfügung. Neben dem Festakt am vergangenen Samstag werden davon unter anderem die Gestaltung und Aufstellung von Info-Stelen vor den 22 Objekten und ein Welterbe-Führer bezahlt. Auch ein wissenschaftliches Welterbe-Symposium soll stattfinden.

Für die Sanierung des Kastenturms stünden 2020 außerdem Mittel für die vorbereitende Planung zur Verfügung, die allerdings nicht das Welterbe-Budget betreffen, so die Stadt.

Lesen Sie dazu auch unsere Multimedia-Reportage: Wie das Wasser Augsburg reich machte

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