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Augsburg

14.02.2019

Nach umstrittener Tarifreform: Diese drei Änderungen gibt es jetzt

Die Tarifreform, die Anfang 2018 in Kraft trat, ist umstritten. Nun soll es drei Änderungen geben.
Bild: Ulrich Wagner (Archiv)

Die Tarifreform im Augsburger Nahverkehr hat für viel Ärger gesorgt. Nun kommen drei Änderungen - sie sollen ab Juli oder August gelten.

Seit Januar 2018 gilt eine überarbeitete Tarifreform im Gebiet des Augsburger Verkehrsverbunds (AVV). Die Kritik von Fahrgästen war danach groß, weil es in einigen Preiszonen erhebliche Verschlechterungen gegeben hat. Eineinhalb Jahre nach Einführung gibt es einzelne Korrekturen, die dann ab Juli oder August dieses Jahres gelten. Dies wurde am Mittwoch in der Sitzung des städtischen Wirtschaftsförderungsausschusses bekannt gegeben.

Die Verbesserungen waren von den beteiligten Tarifpartnern zuletzt abgenickt worden. Ein gemeinsamer Kurs war Voraussetzung, um die Korrekturen zu ermöglichen. Konkret geht es um drei Punkte: Wer ein Abo der Zonen 10 oder 20 hat und über die Grenze seiner Zone im Stadtgebiet hinausfährt, musste bisher zwei Preisstufen zustempeln. An dieser Regelung hatte es viel Kritik gegeben. Künftig wird als Aufpreis zum Abo nur eine Preisstufe fällig. Zum Paket gehört ferner die Wiedereinführung der Wochenkarte.

Das Kurzstreckenticket wird verändert

Die dritte Änderung betrifft das Stadtgebiet Augsburg. Beim Kurzstreckenticket, mit dem man fünf Haltestellen (inklusive Start) weit fahren kann, kommen für einige Stadtteile Verbesserungen. Betroffen sind Bergheim, Inningen, Bärenkeller, Firnhaberau und Hochzoll-Süd. Für die genannten Stadtteile wird das Kurzstreckenticket aufgeweicht. Es werden Fahrten bis zum nächsten großen Supermarkt möglich sein, der im nächstgelegenen Stadtteilzentrum liegt. Ein Teil der Bürger war nachweisbar von der Tarifreform benachteiligt. Dies ist damit zu erklären, dass Busse in den genannten Stadtteilen große Runden drehen, um die einzelnen Haltestellen anzufahren. Mit dem Kurzstreckenticket kommt man daher nicht weit.

Dass die jetzigen Nachbesserungen längst nicht alle Kritiker besänftigen, ist den AVV-Gesellschaftern bewusst. Augsburgs Wirtschaftsreferentin Eva Weber (CSU) sagte am Mittwoch, dass im Jahr 2020 eine Evaluierung stattfinden werde. Vorliegendes Zahlenmaterial werde dann umfassend ausgewertet.

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15.02.2019

Die Kritik von Fahrgästen war nicht nur wegen einzelner Verschlechterungen groß, sondern es entstand eine Wut über die grundsätzliche Gestaltung des ÖPNV in Augsburg und Umgebung. Nach ein einhalb Jahren gibt es nun auf diesen öffentlichen Druck kleine Zugeständnisse, die keine wirkliche Verbesserung darstellen. Erst 2020 soll mit zwischenzeitlichen weiteren Preiserhöhungen evaluiert werden. Was genau evaluiert werden soll ist nicht bekannt. Es fehlt der politische Wille für ein grundsätzliches Umdenken im ÖPNV, der die Bedürfnisse der Gesellschaft decken muß. Ein ÖPNV muß so gestaltet sein, damit die Fahrt mit dem Auto von A nach B unnötig wird. Dazu braucht es einen Paradigmenwechsel im gesamten Verkehrskonzept aus sozialen und ökologischen Gesichtspunkten. Die Nahversorgung der Mobilität gehört zu den Grundbedürfnissen einer Gesellschaft und muß nicht auf Profit ausgelegt sein.
Wir von der Umweltgewerkschaft fordern deshalb einen unentgeltlichen, attraktiven ÖPNV, der Klimafreundlich gestaltet ist. Durch weniger volkswirtschaftliche Kosten infolge Gesundheitsschäden, Verkehrsunfälle, Strassenbau, Lärmschutz, Schäden an Gedäudefassaden usw. wird ein großer Betrag zur Finanzierung des ÖPNV frei. Ebenso gilt das Verursacherprinzip, wobei die Automobilindustrie infolge deren Betrügereien bei den Abgaswerten ebenso zur Kostenbeteiligung herangezogen werden muss.
Umweltgewerkschaft Augsburg
Uwe Hauser

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