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Augsburg

16.06.2019

Nachbarschaftsstreit verhindert Blühstreifen in Kriegshaber

Es gibt Bilder, die den Zustand der Grünfläche in der Wohnanlage Tylerstraße mit Blühstreifen zeigen. Mittlerweile ist der Bereich (links) kahl.
Bild: Annette Zoepf

Ein Ehepaar wollte die Grünfläche vor seinem Haus verschönern und löste damit großen Ärger aus.

Das Ehepaar Körbs versteht die Welt nicht mehr, wenn es von seinem Balkon auf die Grünfläche hinter dem Haus blickt, in dem es wohnt: eine einheitliche Grünfläche. Angeregt von Berichten über das Bienensterben hatten die beiden im Frühjahr auf der Fläche Blumen und blühende Sträucher gepflanzt. Doch sie mussten die Pflanzen auf Anweisung ihres Vermieters beseitigen und den früheren Zustand wiederherstellen.

Seit seinem Einzug vor neun Jahren ist das Ehepaar Mitglied und Anteilseigner der Siedlungsgemeinschaft Neue Heimstätte. Ihr gehört der Wohnkomplex in der Tylerstraße an der Stadtgrenze zu Stadtbergen. „Wir haben ein gutes Verhältnis zu unseren Nachbarn und der Verwaltung unserer Anlage“, sagt die Ehefrau.

Hortensien und Flieder eingepflanzt

Die habe zum Beispiel auf ihre Anregung hin den Spielplatz verlegt und einige Sträucher gepflanzt. Sie hätten vor längerer Zeit einem Mitglied des Siedlervorstandes von ihrer Idee erzählt, den stark vermoosten Rasen mit Blühpflanzen zu verschönern und damit auch Lebensraum für Bienen und Schmetterlinge zu schaffen. Der habe die Idee gut gefunden und gesagt, sie könnten die Blumen und Sträucher pflanzen. Also griffen die Körbs im April zum Spaten, gruben Löcher, füllten sie mit guter Gartenerde und setzten Hortensien, weißen Flieder und Rhododendren ein.

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Doch dann, so Jochen Plunger, der geschäftsführende Vorstand der Siedlergemeinschaft, hagelte es Proteste von den anderen Mietern der Wohnanlage. Das Paar habe weder sie noch die Siedlergemeinschaft um Zustimmung zu ihrem Vorhaben gefragt.

Ihrerseits bestehen die Körbs aber strikt auf die Einhaltung bestehender Vorschriften und der Satzung der Genossenschaft. Damit hätten sie sich im Haus nicht gerade Freunde gemacht. „Hätten sie die anderen Mieter und uns gefragt, wie es üblich ist, hätten sie die Pflanzen einsetzen dürfen. Doch wegen des gestörten Hausfriedens hätten sie die Zustimmung der anderen Mieter vermutlich nicht bekommen“, so Plunger.

Auch andere Mieter haben Grünstreifen verschönert

Frau Körbs sieht die Angelegenheit ganz anders. „Offenbar ist eine Verschönerung der Flächen rund um unser Haus nicht erwünscht. Die Neue Heimstätte will wohl nicht, dass Mieter dazu beitragen können.“ In der Satzung hätten sie außerdem keine Bestimmung gefunden, die Veränderungen der Außenanlagen verbiete. Sie hätten sich auf die Aussage des Vorstandsmitglieds verlassen, dass sie Pflanzen in den Rasen setzen dürfen. Vor Längerem hätten Mieter den Grünstreifen an der Vorderseite des Hauses mit Sträuchern und anderen Pflanzen verschönt, ohne dass es Probleme gegeben habe.

Der größte Wohnungsbesitzer der Stadt, die Wohnbaugruppe Augsburg (WBG), kümmert sich grundsätzlich selbst um die Bepflanzung ihrer Wohnanlagen. Insbesondere bei den neuen Wohnanlagen werde gesteigertes Augenmerk auf die Gestaltung der Außenanlagen gelegt. „Bei vielen unserer Neubaumaßnahmen planen wir zudem – soweit möglich – sogenannte Mietergärten.

Das heißt, die im Erdgeschoss liegenden Wohnungen werden mit einem kleinen Garten ausgestattet, der vom entsprechenden Mieter genutzt werden kann“, sagt Pressesprecherin Andrea Wolf.

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