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28.07.2010

Nachtbiergarten in Kantine muss früher schließen

2003 öffnete die Kantine auf dem Gelände der Reese-Kaserne. Seitdem spielt dort vieles, was im Rock Rang und Namen hat. Als der Kulturpark West aufgemacht wurde, bekam der Klub 2008 ein neues Haus, einen Nachtbiergarten und serviert wieder jede Menge Gigs. Jetzt kommt im Herbst sogar Tocotronic, doch nicht alles ist in Butter.

Ihr habt einen schönen und meist gut besuchten Nachtbiergarten, der bisher bis tief in die Nacht für Eure Besucher zugänglich war. Damit ist jetzt ab 23 Uhr Schluss. Warum eigentlich?

Sebastian Karner: Eines Tages, nach acht Jahren Nachtbiergarten stand die Polizei im Haus mit einem Kontrollauftrag vom Ordnungsamt. Es wurde bemängelt, dass der Biergarten nach 23 Uhr ja noch geöffnet ist. Es gab zu dieser Jahreszeit vor dem Sommer aber gar keinen Verkaufsstand im Außenbereich. Es standen zu dem Zeitpunkt lediglich Gäste mit Getränken im Biergarten, welche sie drinnen im Klub gekauft haben. Das untersagte uns das Ordnungsamt mit der Begründung, dass die Freifläche dadurch zu attraktiv sei. Außerdem käme die Mitnahme der Getränke einer Außenbewirtung gleich. Jeder müsse (und dies in Zeiten von Ko-Tropfen) sein Getränk am Ausgang abstellen, um frische Luft zu schnappen. Wir sind der Meinung, dass dieser Zustand auf Dauer die Gäste geradezu animiert, auf dem Parkplatz zu trinken oder schlimmer noch, ins Wohnviertel auszuweichen.

Betrifft das auch das beliebte Lagerfeuer?

Nachtbiergarten in Kantine muss früher schließen

Sebastian Karner: Ja. Das Lagerfeuer gestaltet die Freifläche laut Ordnungsamt ebenfalls zu attraktiv und muss um 23 Uhr beendet werden. Die Kantine war vom ersten Tag der Gesetzesänderung ein Nichtraucherklub und wir haben keinen Raucherklub eingeführt. Stattdessen auf die Freifläche gesetzt. Diese ist für alle Gäste, ob Raucher oder Nichtraucher, beliebter Treffpunkt zum Trinken und Unterhalten auch ohne Bewirtung. Hier sind unsere Kontrollmöglichkeiten im Hinblick auf Jugendschutz weit besser als auf dem Parkplatz oder den dunklen Ecken im Park. In München und Würzburg gibt es vergleichbare Klubs, dort ist dies kein Problem.

Wie kommt Ihr eigentlich immer wieder an Bands, die um Städte wie Augsburg sonst einen Bogen machen?

Sebastian Karner: Das ist gar nicht so einfach. Augsburg ist eine sogenannte C-Stadt bei den Bookern der Bands, also 3. Liga! Dinge wie das Dönerverbot sind Thema im Veranstaltungssektor und dringen nach draußen. Viele fragen, warum es hier kaum Open Airs gibt. Der Kleinstadtmief ist nicht so gerne gesehen, da tun sich Klubs angesagterer Städte in ihrer Darstellung viel leichter. Wir arbeiten hart daran, das beste Programm zu machen, was möglich ist.

Mit Gwar zieht der Horrorfilm im Klub des Kulturparks West ein. Welche Art von Publikum zieht dieser Abend an?

Sebastian Karner: Ich denke vom Metal Head bis zum Kunststudenten. Aus dem Kunststudenten- umfeld kommt die Band ja auch. Wird bunt gemischt sein und am Ende werden wir alle total verkleckert nach Hause gehen.

Im Gwar Info steht, dass die Band Zugaben gerne ohne Kostüme macht. Heißt das, dass die Musiker dann nackt sind?

Sebastian Kerner: Ganz ehrlich, ich weiß es nicht. Als ich Gwar mal live gesehen habe, war es ne super Show auch ohne Flitzer. Aber denen ist alles zuzutrauen.

Auch Tocotronic kommt im Oktober. War es schwer, die Hamburger zu bekommen?

Sebastian Karner: Ja, sehr. Da wird ein Traum war. Seit es die Kantine gibt, wollten wir die Band haben. Meistens ist was dazwischen gekommen. Einmal war die Band beim abc-Festival in der Kongresshalle, oft wurde in München gespielt und Augsburg einfach ausgelassen. Nun haben sie ein Einsehen und ich hoffe, dass Augsburg zahlreich erscheint und der Band einen triumphalen Abend bereitet.

Es gibt einige Kritiker in der Stadt, die der Meinung sind, dass Ihr eine äußerst günstige Miete bezahlt. Stimmt das?

Sebastian Karner: Stimmt. Aber wir haben eine Bauruine von der GmbH, der Betreibergesellschaft des Kulturparks West, bekommen. Sie war nach der Altlastenentfernung durch die Stadt nicht bereit, ein zumindest im Ansatz nutzbares Haus zu übergeben. Fenster, Böden, Elektrik, Lüftung, Putz an der Wand und vieles mehr, was Vermieterleistungen sind, musste von uns in Eigenregie und auf unsere Kosten übernommen werden. Wir haben ca. 300 000 Euro im neuen Haus investiert, das uns nicht gehört und einen befristeten Mietvertrag hat. Daher ist die günstige Miete, die Grundlage gewesen war, um das Projekt Neue Kantine überhaupt realisieren zu können.

Wie lange läuft eigentlich Euer Mietvertrag?

Sebastian Karner: Aktuell bis zum Ende des Kulturparks West am 30. September 2017. Sollte dieser eine Verlängerung erhalten, hoffen wir, dass die Stadt uns einen Verbleib hier ermöglicht. Das Verhältnis zum Vermieter ist leider schlecht. Ich glaube nicht, dass er die mündlich und im Vorvertrag vereinbarte Verlängerung auf eine Mietvertragsverlängerung mit uns einhält.

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