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Wohnungsmarkt

24.01.2019

Neubauten kaum noch bezahlbar: So hoch sind die Mieten in der Region

Viele Menschen können sich Neubauten zum Mieten nicht leisten.
Foto: Ulrich Wagner (Archiv)

Plus Eine Studie des ARD-Magazins Panorama zeigt, wie viel ihres Einkommens die Menschen in der Region für Miete ausgeben. Ein Experte nennt das "erschreckend".

Immer weniger Menschen können sich die Mieten für eine Neubauwohnung leisten – und wenn sie es doch tun, dann geben sie dafür große Teile ihres Einkommens aus. Das ist das Ergebnis einer Studie des ARD -Magazins Panorama. Einer Auswertung der Immobiliendatenfirma „Empirica Systeme“ zufolge muss beispielsweise ein Haushalt in Berlin rund 41,3 Prozent seines Netto-Einkommens bezahlen, um zur Miete in einer durchschnittlichen, neugebauten Drei-Zimmer-Wohnung leben zu können.

In Augsburg sind es nach den Angaben der Statistiker rund 35,1 Prozent – ausgehend von einem durchschnittlichen Haushalts-Netto-Einkommen von rund 3000 Euro. Hier eine Übersicht über die Landkreise und kreisfreien Städte in der Region:

  • Stadt Augsburg: 35,1 %
  • Kreis Augsburg: 20,7 %
  • Kreis Aichach-Friedberg: 17,4 %
  • Kreis Dillingen: 16,2 %
  • Kreis Donau-Ries: 16,1 %
  • Kreis Günzburg: 16,4 %
  • Stadt Ingolstadt: 26,6 %
  • Stadt Kaufbeuren: 19,7 %
  • Stadt Kempten: 26,7 %
  • Kreis Landsberg: 21,3 %
  • Kreis Lindau: 28,4 %
  • Stadt Memmingen: 22,5 %
  • Kreis Neu-Ulm: 21,1 %
  • Kreis Neuburg-Schrobenhausen: 20,9 %
  • Kreis Oberallgäu: 23,9 %
  • Kreis Ostallgäu: 19,7 %
  • Kreis Unterallgäu: 16,6 %

„Das Ergebnis ist erschreckend. Wenn so viele Haushalte sich eine Neubaumiete nicht mehr leisten können, dann verschärfen wir das soziale Ungleichgewicht in der Gesellschaft“, zitiert die ARD Dietmar Walberg von der Arbeitsgemeinschaft für Zeitgemäßes Bauen.

Viele Menschen können sich Miete für Neubauten nicht leisten

Angelehnt an die Faustregel, dass Mieter bis zu einem Drittel des Einkommens für die Wohnung ausgeben sollten, berechneten die Statistiker auch, wie viele Menschen sich überhaupt noch eine Neubauwohnung leisten können. Sie stellten dafür 27 Prozent des durchschnittlichen Einkommens in Relation zu den Kaltmieten – und kamen zu dem Schluss, dass sich in sieben deutschen Städten, darunter auch Augsburg, ein durchschnittlicher Haushalt 90 Prozent der neugebauten Wohnungen nicht leisten könne. In den meisten Regionen Schwabens gilt das für rund 33 Prozent der Neubauten.

Laut der aktuellen Panorama-Studie müssen im Verhältnis zum Netto-Einkommen neben den Augsburgern die Menschen im Landkreis Lindau und den Städten Kempten und Ingolstadt am tiefsten in die Tasche greifen (siehe Infokasten). Nach Angaben von Monika Schmid-Balzert, Geschäftsführerin des Landesverbandes Bayern vom Deutschen Mieterschutzbund, liegt das an der Wirtschaft. „Die Leute ziehen zu den Arbeitsplätzen“, sagt sie. In den prosperierenden Städten schlage sich das wiederum auf die Mietpreise nieder.

Für sie kommt die aufgezeigte Entwicklung daher nicht überraschend. In ihren Augen liege das Hauptproblem am Mangel an Wohnungen, fehlenden Bauflächen in den Städten und Spekulanten, die die Preise für Wohnungen in die Höhe trieben. Hier sei der Staat gefragt.

Auf Nachfrage erklärte Bayerns Bauminister Hans Reichhart unserer Redaktion, dass die Staatsregierung dem Wohnungsmangel aktiv entgegensteuere: „Wir wollen in Bayern ein Plus von 500.000 Wohnungen bis 2025.“ Der größte Teil werde privat gebaut, und staatlich mit 886 Millionen Euro gefördert. 10.000 Wohnungen errichte der Freistaat selbst.

So hoch sind Mietpreise für Neubauten in der Region:

  • Stadt Augsburg: 12,00 Euro / Quadratmeter
  • Kreis Augsburg: 9,89 Euro / Quadratmeter
  • Kreis Aichach-Friedberg: 9,81 Euro / Quadratmeter
  • Kreis Dillingen: 7,94 Euro / Quadratmeter
  • Kreis Donau-Ries: 8,25 Euro / Quadratmeter
  • Kreis Günzburg: 7,99 Euro / Quadratmeter
  • Stadt Ingolstadt: 12,08 Euro / Quadratmeter
  • Stadt Kaufbeuren: 9,33 Euro / Quadratmeter
  • Stadt Kempten: 9,75 Euro / Quadratmeter
  • Stadt Memmingen: 10,00 Euro / Quadratmeter
  • Kreis Neu-Ulm: 9,73 Euro / Quadratmeter
  • Kreis Neuburg-Schrobenhausen: 9,57 Euro / Quadratmeter
  • Kreis Landsberg: 10,90 Euro / Quadratmeter
  • Kreis Lindau: 11,68 Euro / Quadratmeter
  • Kreis Oberallgäu: 10,00 Euro / Quadratmeter
  • Kreis Ostallgäu: 9,19 Euro / Quadratmeter
  • Kreis Unterallgäu: 8,88 Euro / Quadratmeter

Wo liegen in Augsburg allgemein die teuren und die günstigen Viertel für Mieter bei Alt - und Neubau-Wohnungen? Diese Karte zeigt es:

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Die Diskussion ist geschlossen.

25.01.2019

@Barbara Dreyer
...dann stimmen die Prozentzahlen nicht. Wie groß ist den eine "durchschnittliche 3-Zimmer Neubau Wohnung" wenn ich die Kosten richtig berechnen will? Lt. Statistik hat ein durchschnittliche Mietwohnung in D. ca. 71 m².
Wären in A-Land dann € 702,00= ca 23,4 %, in A-Stadt € 852,00 = 28,4 %.
Es stimmen die Prozente, oder die m² Preise nicht.
Hört sich natürlich reißerischer an, wenn man in der Stadt 35,1 % mehr bezahlt und auf dem Land "nur" 20,7%!

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25.01.2019

Tja, so funktioniert die harte Realität! Wenn ich mir 12€|qm2 in Augsburg nicht mehr leisten kann muss ich halt in die Provinz ziehen. (edit/mod)

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25.01.2019

Wenn ich die Quadratmetermietpreise mit den Prozentangaben für A-Land und A-Stadt vergleiche kann das nicht stimmen. Da habe ich dann für A-Land von € 9,98/m² eine 3 Zimmerwohnung mit ca. 63 qm, bzw. für A-Stadt bei € 12,00/m² mit ca.87 qm.

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25.01.2019

Wenn Sie Ihre Rechnung weiterführen, dann bedeutet das an Ihrem Beispiel mit der 87 qm Wohnung eine ca. Miete von 1050 Euro für die Stadt und 870 Euro für das Land.
Für die 63 qm Wohnung zahlt der Städter ca. 750 Euro, während man auf dem Land dafür ca. 620 Euro berappen muss.


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