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Augsburg

30.08.2012

Neue Aufregung um den Fünffingerlesturm

An der Treppe des Fünffingerlesturms wurden gestern neue Bauteile angebracht.
Bild: Wyszengrad, Wall, Kaya, Wall

Um den Augsburger Fünffingerlesturm gibt es neue Aufregung. Die Arbeiten an der Treppe wurden überraschend fortgeführt. Allerdings scheinen diese rechtens zu sein.

Es waren einige Eisenprofile und ein Stahlträger, die Mittwochvormittag am Fünffingerlesturm für Aufregung sorgten: Die von der Altaugsburg-Gesellschaft beauftragte Metallbaufirma hat an der umstrittenen und seit Jahren unvollendeten Eisentreppe weitere Arbeiten ausgeführt. Allerdings handelte es sich dabei nur um Kleinigkeiten. Das Bauordnungsamt eilte, nachdem es von Treppengegnern informiert worden war, zur Baustelle. Zu beanstanden gab es nichts. Der Vorgang zeigt aber, wie schwierig das Klima zwischen Altaugsburg-Gesellschaft, Treppengegnern und der Stadt weiterhin ist. Stadtheimatpfleger Hubert Schulz will seine Vermittlung fortsetzen.

Wahrscheinlich geht es um die Gewährleistungspflicht

Die Metallbaufirma montierte am Mittwoch einige Teile, die sie seit Längerem fertig im Lager liegen hat, am bereits stehenden Treppentorso. Der Hintergrund ist eher profan: Offenbar geht es um die Gewährleistungspflicht, die bei vielen Bauverträgen nach fünf Jahren ausläuft. Dass die Altaugsburg-Gesellschaft heimlich vollendete Tatsachen schaffen will, ist eher unwahrscheinlich. Vorsitzende Anne Voit war gestern nicht erreichbar.

Metallträger über dem Gehweg, aber kein Treppenelement

Am augenfälligsten ist ein neuer Metallträger an der Treppe, der in etwa 2,60 Metern Höhe in den Gehweg hineinragt. In der Vergangenheit hatten dieser Träger und der dazugehörige untere Treppenteil, der bisher nicht montiert wurde und die Treppe komplett machen würde, für Probleme gesorgt. Die Stadt hatte 2008 einen Baustopp verhängt, nachdem herausgekommen war, dass dieser Treppenteil in den Gehweg hineinragen würde. Zwar hob ein Gericht 2009 den Baustopp auf, allerdings stehen die Arbeiten seitdem trotzdem still.

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Von der Stadt gemietet

Die Altaugsburg-Gesellschaft hat den Turm von der Stadt kostenfrei gemietet. Dieser Vertrag könnte bei einem Weiterbau wackeln. Zudem hat die Stadt schon angedeutet, im Fall eines Weiterbaus erneut rechtlich tätig zu werden. Die Montage des Trägers gestern sei aber nicht problematisch, sagt Mark Dominik Hoppe, Jurist im Baureferat. Es gebe momentan auch nicht die Absicht, die untere Treppe zu installieren. „Und der Träger allein greift nicht in den Straßenraum ein.“

Aufregung hat sich gelegt

Für Stadtheimatpfleger Schulz, der in der Angelegenheit seit mehreren Wochen zu vermitteln versucht (wir berichteten), sind die gestern erledigten Restarbeiten kein Affront. Er war im Vorfeld von der Altaugsburg-Gesellschaft informiert worden. „Auf die Vermittlungsbemühungen werden diese Arbeiten keinen Einfluss haben.“ Bei den Treppengegnern hatte sich die Aufregung von gestern Morgen bis zum Abend wieder gelegt. „Wir hätten gerne im Vorfeld davon gewusst, aber sehen die Sache nicht dramatisch“, so Evi Hannen, Vorsitzende der Bürgerinitiative. Zum momentanen Verhandlungsstand sagt Schulz nichts. Es habe schon Gespräche gegeben. Ansonsten seien schnelle Erfolge nicht zu erwarten. „Es wird dauern.“

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