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Augsburg

26.07.2020

Neue Brauerei: In Bergheim gibt es jetzt Bier vom "Roten Pony"

Ein Prosit auf die gemeinsame Idee: Das Team der Brauerei „Rotes Pony“ – (von links) Jerome Geyer-Klingeberg, Christopher Detke sowie Manuel und Katharina-Luise Förg – lässt sich Selbstgebrautes schmecken.
Bild: Fridtjof Atterdal

Plus Auf dem Förg-Hof im Augsburger Süden ist eine kleine Brauerei mit einem außergewöhnlichen Namen entstanden. Wie man das Bier in Milchkesseln braut.

Es war wohl ein glücklicher Zufall, der zur Entstehung der Brauerei „Rotes Pony“ in Bergheim geführt hat. Katharina-Luise Förg und ihr Ehemann Manuel wollten das am Ortsrand gelegene landwirtschaftliche Anwesen der Familie aus dem Dornröschenschlaf wecken. Und die beiden Freunde Christopher Detke und Jerome Geyer-Klingeberg suchten dringend nach Räumen, um ihren Traum von der eigenen Craftbier-Brauerei verwirklichen zu können. Und weil man sich in Bergheim kennt und über Vereine immer wieder miteinander zu tun hat, kam in diesem Fall zusammen, was nach Ansicht der vier Freunde zusammengehört.

Bier aus Bergheim: Akademiker brauen mit Liebe zur Landwirtschaft

„Wir wollten den stillstehenden Hof wieder zum Leben erwecken – und es sollte nahe an der Lebensmittelproduktion sein“, sagt Manuel Förg. Vor fünf Jahren hatte sich das junge Paar entschieden, wieder in den Heimatstadtteil Bergheim zurückzuziehen und den ehemaligen Stall des Hofs zum Wohnhaus umzubauen. Katharina Förg arbeitet an der Universität Bonn als Althistorikerin, ihr Ehemann hat nach einem Archäologiestudium noch Medizin draufgesattelt. Doch die Landwirtschaft liegt ihnen immer noch am Herzen. Als sie von der Raumsuche der brauenden Freunde hörten, fiel ihnen der leer stehende Stadel ein.

Rotes Pony: Einer der Brauer schreib eine Bachelor-Arbeit über Bier

Auch die beiden Brauer kommen beruflich aus ganz anderen Bereichen. Geyer-Klingeberg arbeitet als Innovationsmanager bei einer Münchner Softwarefirma und schreibt nebenher an seiner Doktorarbeit in Finanzwissenschaft. Detke ist Kulturwissenschaftler und arbeitet in der Öffentlichkeitsarbeit des Augsburger Diözesanverbandes. Seine Bachelor-Arbeit hat er über das deutsche Reinheitsgebot geschrieben, für den Master in Umweltethik erstellte er ein Nachhaltigkeitskonzept für Brauereien. Diese intensive Beschäftigung mit dem Thema Bier sei auch die Initialzündung für die gemeinsame Leidenschaft zum Brauen gewesen, erinnert er sich.

Bei einer Silvesterfeier diskutierten die beiden, wie viel Aufwand es wohl brauche, um selbst ein ordentliches Bier zustande zu bringen. Jerome Geyer-Klingeberg, der zuvor bei einem Auslandssemester in Australien die ersten Mikro-Brauereien kennengelernt hatte, überzeugte den Freund von der Machbarkeit – zwei Tage später bestellten sie sich die Zutaten bei einem Versand für Hobbybrauer. „Seitdem haben wir getüftelt und gebraut und Rezepturen und Verfahren immer weiter verbessert“, berichtet Geyer-Klingeberg.

Aus dem Stadel in Bergheim wurde eine Brauerei

Als immer mehr Freunde und Bekannte das Bier ziemlich lecker fanden, sei der Entschluss gereift, das Ganze zu professionalisieren und die Produktion vom heimischen Kochtopf in eine eigene kleine Brauerei zu verlagern. Fast ein Jahr lang dauerte es, bis aus dem Stadel eine richtige Brauerei geworden war und auch die erforderlichen Genehmigungen vorlagen.

Zum Wohle: Die Zutaten für das Bier aus Bergheim stammen aus der Region.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Nicht nur der Brauvorgang ist hier reine Handarbeit – die Braukessel sind in vielen Arbeitsstunden aus alten Milchtanks entstanden. Die Kühlanlage für die Milch wurde kurzerhand zur Bierheizung umfunktioniert, mit der die Maische punktgenau auf Temperatur gebracht werden kann.

Auch die Förgs sind mittlerweile vom „Bier-Virus“ erfasst und stehen voll hinter dem gemeinsamen Projekt „Rotes Pony“. Derzeit werden die Zutaten für das bio-zertifiziete Bier noch von regionalen Lieferanten bezogen – doch Manuel Förg könnte sich vorstellen, die Landwirtschaft teilweise zu reaktiveren und im Nebenerwerb Braugerste anzubauen, wie er sagt.

Woher das "Rote Pony" seinen Namen hat

Aus acht bis zehn Hektolitern Bier, die derzeit im Monat auf dem Hof gebraut werden, entstehen vier Standard-Biere sowie saisonale Spezialitäten. Immer im Programm sind ein Helles, ein Weißbier, ein dunkles Klosterbier und ein Pale Ale. „Es kann allerdings gut vorkommen, dass ein Bier mal ausgeht – mittlerweile sind wir ziemlich beliebt“, freut sich Christopher Detke. Der Name „Rotes Pony“ entstand übrigens in Anspielung auf die roten Haare des einen Braumeisters und aufgrund eines Spitznamens des anderen.

Kontakt: Das Bier gibt es in Bergheim in der Bannackerstraße 2. Der Brauereiverkauf ist am Freitag von 17 bis 20 Uhr und am Samstag von 13 bis 19 Uhr geöffnet.

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