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Augsburg

13.11.2019

Neue Fernwärmeleitung in Augsburg geht in Betrieb

Ein großer Teil der Abwärme aus den Müllöfen sorgt für Heizenergie für das Fernwärmenetz.
Foto: Anne Wall

Die Stadtwerke Augsburg investieren in Lechhausen: Die neue Hauptleitung soll mehr Abwärme aus den Müllöfen der Abfallverwertung in Richtung Stadt transportieren.

Die Stadtwerke haben am Mittwoch ihre neue Hauptfernwärmeleitung im Lechhauser Industriegebiet in Betrieb genommen. Die sogenannte „Stammleitung 7“ sorgte in den vergangenen neun Monaten Bauzeit teils für erhebliche Verkehrseinschränkungen auf der Aindlinger Straße. Auch etliche Firmen im Gewerbegebiet waren schlechter erreichbar.

Die etwa drei Kilometer lange Leitung, die bei Kuka in der Blücherstraße endet und das Unternehmen mitversorgt, soll vor allem dafür sorgen, dass die Fernwärme aus dem „Energiezentrum“ im Norden des Industriegebiets besser in die Stadt transportiert werden kann. Neben dem Hackschnitzelheizkraftwerk und der Gasturbine der Stadtwerke, die beide Strom und Fernwärme produzieren, liegt dort die Abfallverwertungsanlage. Nachdem die Stadtwerke in der Vergangenheit kaum Abwärme aus den Müllöfen ins Fernwärmenetz übernahmen, da sie ihre eigenen Anlagen auslasten wollten, wird inzwischen ein großer Teil der Müll-Abwärme genutzt. Künftig, so Franz Otillinger, Chef der Netzsparte der Stadtwerke, solle die Menge noch weiter steigen.

Die Geschichte des Fernwärmenetzes

Denn das Fernwärmenetz, das 1954 mit der Belieferung des Hauptkrankenhauses und der Innenstadt in Betrieb ging, wird ausgebaut. Neben der Innenstadt mit der City-Galerie, dem Schwabencenter, dem Univiertel und der Universität sowie der Uniklinik samt dem künftigen Campus werden inzwischen auch zunehmend Neubaugebiete, etwa Reesepark oder Supplycenter, angeschlossen. Eine Parallelerschließung mit Erdgas gibt es dort nicht. Bei der zentralen Energieerzeugung hole man aber einen hohen Wirkungsgrad heraus, so Bürgermeisterin Eva Weber (CSU). „Fernwärme ist eine der ökologischsten Formen der Energieerzeugung.“

Um die Energieeinsparvorgaben einzuhalten, sei Fernwärme wegen ihres geringen Verbrauchs attraktiv, so Stadtwerke-Geschäftsführer Alfred Müllner. Im Gegenzug sparen Bauherren dafür allerdings bei der Fassadendämmung, weil die Gesamtrechnung dies zulässt. Trotzdem ersetze das Fernwärmenetz in Augsburg umgerechnet 35000 Einzelheizungen (gerechnet auf den Augsburger Durchschnittshaushalt), so Müllner und spare Kohlendioxid. „Neben dem Nahverkehr ist das Fernwärmenetz eines der größten Klimaschutzprojekte in Augsburg.“ Bei einem großen Teil der Abnehmer handelt es sich um Firmen oder große Wohnanlagen.

Insgesamt hat das Fernwärmenetz, in dem Wasser mit Temperaturen von bis zu 130 Grad zirkuliert, eine Länge von 170 Kilometern. Sechs Anlagen (Abfallverwertung, Gasturbine, Hackschnitzelwerk und die mit Erdgas betriebenen Heizwerke neben dem Vincentinum, am Supplycenter, Kriegshaber, und neben der Feuerwache Süd, Univiertel/Hochfeld) sorgen für die Heizenergie. Allein die neue Leitung in Lechhausen, die sechs Millionen Euro kostete, kann Energie für 4400 Einfamilienhäuser transportieren.

Als nächstes Projekt planen die Stadtwerke eine Weitererschließung in Lechhausen im Bereich der Stätzlinger Straße. Dort soll im Bereich der Wernhüterstraße ein neues Baugebiet entstehen (wir berichteten).

Für die kommenden zehn Jahre kündigten die Stadtwerke jährliche Investitionssummen in die Infrastruktur von rund 80 Millionen Euro an.

Neben Anlagen und Leitungen für Erdgas, Strom, Wasser und Fernwärme ist in diesen Summen auch der öffentliche Nahverkehr berücksichtigt. Laut Müllner sei es wichtig, die Infrastruktur in Schuss zu halten und auszubauen, wenn Augsburg weiter wachse.

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