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Augsburg

02.03.2020

Neue Komposition: Der Lech hat nun sein eigenes Musikstück

Da steckt Musik drin: Nun hat auch der Lech (im Bild) eine eigene kleine Sinfonie. Ein berühmtes Vorbild ist die Sinfonie über die Moldau, in der Komponist Bedrich Smetana den Flusslauf in Töne verwandelt hatte.
Bild: Tom Trilges

Plus Warum eine berühmte Sinfonie den Anstoß für die Komposition in Augsburg gab. Das neue Werk steht bei einem Kleinkunst-Wettbewerb in München im Finale.

Die Moldau ist ein großer Fluss in Tschechien. Sie ist der Fluss, dem eine berühmte Sinfonie gewidmet ist. Diese Verbindung von Fluss und Musik hat Günther Groß aus Königsbrunn auf eine Idee gebracht. Sollte man nicht auch dem Lech ein Musikstück widmen?

Um diese Idee in die Tat umzusetzen, helfen viele mit. Das neue Werk soll nicht nur gut klingen. Es wird auch visualisiert – und so an einem Wettbewerb in München teilnehmen.

Josef Hauber hat das klassische Orchesterwerk über den Lech komponiert, das beim Kleinkunst-Wettbewerb in München im Finale ist.
Bild: Tom Trilges

Komponist Bedrich Smetana ist ein Komponist der Romantik und ein großer Geschichtenerzähler. In seinem berühmten Orchesterwerk „Die Moldau “ hat er den Flusslauf in Töne verwandelt. Die Musik beschreibt, wie aus den zwei sprudelnden Quellen ein kleiner Bach und später der breite Fluss wird, der majestätisch an der Burg Vysehrad in Prag vorbeifließt, bevor er zuletzt in die Elbe mündet. Zusätzlich hat Smetana in der Musik Märchen und Geschichten aus seiner böhmischen Heimat zum Klingen gebracht.

Musik für den Lech: Königsbrunner setzt alle Hebel in Bewegung

Diese Sinfonie hat Günther Groß aus Königsbrunn schon immer sehr gefallen. Deshalb setzte er alle Hebel in Bewegung, damit auch der Lech vertont werden konnte. Sein Heimatfluss liegt ihm sehr am Herzen. Und für den naturnahen Ausbau des Lechs setzt sich Groß zusammen mit Mitstreitern der Lechallianz seit vielen Jahren ein.

Groß hat nun einen Komponisten in Augsburg gewonnen, um aus seiner Idee ein größeres Projekt zu machen. Josef Hauber hat ein Orchesterwerk über den Fluss geschaffen, sozusagen eine kleine Lech-Sinfonie. Hauber ist 75 Jahre alt und war viele Jahre Kirchenmusiker in St. Ulrich und Afra. Er hat früher schon komponiert, vor allem Kirchenmusik und Märsche. Nun hat er dem Lech eine eigene Komposition gewidmet, die neunzehn Minuten lang ist und mehr als 80 Partiturseiten umfasst. Um sie zu spielen, benötigt man ein mittelgroßes Sinfonie-Orchester.

Hauber stellt klar, dass er mit seinem neuen Werk keinesfalls mit dem berühmten Komponisten Smetana konkurrieren will. Er sagt aber auch: „Ich bin ein großer Naturliebhaber und war mit dem Fahrrad viel am Lech unterwegs.“ Der „geistige Anstifter“ seines neuen Werks über den Lech sei jedoch Günther Groß gewesen.

Komponist Bedrich Smetana hat im Orchesterwerk „Die Moldau“ den Flusslauf in Töne verwandelt. Auch der Lech hat nun ein eigenes Musikstück.

Hauber zog sich zu Hause für einige Wochen in sein Musikzimmer zurück. Dort hat er Melodien komponiert, die den Lech von der Quelle bis zur Mündung beschreiben sollen. Anfangs hört man noch ein perlendes Bächlein in Vorarlberg. Wenn der Fluss über die Grenze von Österreich nach Bayern fließt, erkennt man Motive der jeweiligen Landes-Hymnen. Auch die Stauseen mit ihren Abstürzen hat Hauber musikalisch verarbeitet. Den Augsburger Lech beschreibt der Komponist mit Motiven, die an geschichtliche Ereignisse wie die Schlacht am Lechfeld erinnern sollen. Ein großes Fortissimo folgt zum Abschluss, wenn der Lech in die Donau fließt.

Komponist Josef Hauber zieht sich wochenlang ins Musikzimmer zurück

Aus dem Projekt entsteht derzeit eine DVD. Dort soll die neue Hymne an den Lech nicht nur zu hören sein. Die Musik wird mit passenden Bildern vom Flusslauf optisch untermalt, um ein Gesamtkunstwerk zum Zuhören und Anschauen zu schaffen. Die DVD werde vom Königsbrunner Filmclub produziert, sagt Groß.

Alle beteiligten Akteure hoffen nun auf öffentliche Aufmerksamkeit. Denn die Aufnahme wird am Sonntag, 22. März, beim Kleinkunstwettbewerb „Am Fluss dahoam“ im Münchner Wirtshaus im Schlachthof teilnehmen. „Der Lech “ hat es im Vorfeld bis in die Endausscheidung geschafft und konkurriert beim Finale im Schlachthof mit Liedern, Gedichten, Lesungen um einen vorderen Platz.

Der Kleinkunstpreis war im Zuge der Alpenflusskonferenzen der Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature ( WWF ) ausgelobt worden.

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