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Augsburg

10.10.2019

Neue Schulleiterin: Für Angelika Felber zählt der „Fugger-Geist“

Angelika Felber vor dem modernen „Fugger“, dem Namenspatron der Schule. Er ziert das Gebäude.
Bild: Bernd Hohlen

Die neue Leiterin des Jakob-Fugger-Gymnasiums ist bereits seit dem Jahr 2000 an der Schule. Sie schätzt das besondere Miteinander der Schulfamilie und freut sich auf die neuen Herausforderungen.

Anfang des Schuljahres hat Angelika Felber ihr neues Büro im Jakob-Fugger-Gymnasium bezogen. Die Wände sind gestrichen. Von ihrem Schreibtisch aus blickt sie auf ein großflächiges Bild des Künstlers Sven Kroner, der ihr Bruder ist. Darauf ist Packeis zu sehen. Der Weg durch die Eisschollen würde neue Horizonte ermöglichen und Herausforderungen mit sich bringen, so Felber. Diesen stellt sie sich auch in ihrer neuen Funktion: Die ehemals stellvertretende Schulleiterin hat nach dem Ausscheiden von Wilhelm Kugelmann, der sich in die Freistellungsphase seiner Altersteilzeit verabschiedet hat, die Schulleitung übernommen. Die Funktion ist für die 52-Jährige zwar neu, in dem Gymnasium im Stadtjägerviertel arbeitet sie aber bereits im 20. Jahr.

Zuerst arbeitete sie als Bibliothekarin

Im Jahr 2000 kam die Allgäuerin an die Schule. Für den Beruf der Lehrerin hatte sie sich bewusst entschieden. Denn zunächst absolvierte sie eine Ausbildung zur Bibliothekarin. Im Beruf stellte sie aber fest, dass etwas fehlte. „Gerade der Kontakt zu den Lesern, wie etwa den Schülern bei Lese-Rallyes, gefiel mit am meisten“, erzählt Angelika Felber. Deshalb studierte sie Deutsch und Geschichte auf Lehramt und unterrichtet auch als Schulleiterin noch vier Stunden einen Deutschkurs in der Oberstufe, weil sie sich so gerne mit ihren Schülern über Literatur unterhält.

Ein besonderes Gemeinschaftsgefühl

Sie schätzt den besonderen „Fugger-Geist“ der Schule, das Gemeinschaftsgefühl, das sowohl das junge und engagierte Kollegium auszeichne als auch die Schüler. Lehrer würden sich etwa mit Vorschlägen für Wahlkurse, Projekte oder auch schulinternen Fortbildungen einbringen, Eltern planten die Verschönerung des Pausenhofs. Im vergangenen Jahr entwickelte die Schule ein Leitbild. „Gemeinsam Horizonte erweitern, Vielfalt leben, Persönlichkeit stärken, lautet es“, so Felber. Horizonte würden etwa in den MINT-Fächern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) erweitert, denen das Fugger einen hohen Stellenwert einräumt, oder auch im Zusammenspiel mit den Schulpartnern, wie der Dierig Holding AG, Siemens, Hochschule, MT Aerospace AG oder den Fuggerschen Stiftungen. „Mit unseren Schülern werden wir bald die neuen Museen in der Fuggerei besuchen, die das Leben der Bewohner und ihren Alltag darstellen. Das kann man wunderbar in den Unterricht einbauen“, freut sie sich.

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Am Jakob-Fugger-Gymnasium könne die Augsburgerin einen „sehr gut aufgestellten Schulbetrieb“ übernehmen, den es gelte, weiter voranzutreiben. Herausforderungen im Alltag stellten etwa die Digitalisierung dar. Grundlage müsse ein gut durchdachtes Gesamtkonzept im Bereich der Medienerziehung und -bildung sein. „Die Denk- und Lernprozesse des Unterrichts müssen mit und ohne digitale Medien bewältigt werden“, betont sie.

Thema Nachhaltigkeit hat sich etabliert

Die Umstellung auf das neunjährige Gymnasium biete außerdem wieder neue Möglichkeiten. Felber: „Die 5. und 6. Klassen haben nun keinen Nachmittagsunterricht mehr und somit wieder Zeit für Wahlkurse.“ Und auch das Thema Nachhaltigkeit wurde in der Schule etabliert. „Die Schüler sind politisch interessiert“, weiß Angelika Felber. Deshalb werde der Schülersprecher am Fugger etwa auch von der ganzen Schule gewählt und nicht nur von einem Gremium. „Wir bieten auch einen Wahlkurs Nachhaltigkeit an“, berichtet sie. Einzelne Vorschläge werden unterstützt. „Ein engagierter Schüler der Oberstufe hat beispielsweise einen Brief an die Eltern geschrieben und gefragt, ob es wirklich notwendig sei, dass sie ihre Kinder zur Schule fahren.“

Zur Entspannung in die Bretagne

Bauliche Veränderungen wird es ebenfalls in naher Zukunft geben: Im Frühjahr beginnt die Sanierung des B-Trakts. In den Sommerferien wurden bereits die Klassenzimmer gestrichen. Nun werden die Fenster ausgetauscht, die Fassade saniert. All diese Projekte werden die Schulleiterin in ihrem ersten Jahr auf Trab halten. Für Entspannung sorgt da meist in den Sommerferien ein Urlaub mit Mann Sascha, den Söhnen Jan und Tilman sowie einem Stapel von Büchern in der Bretagne.

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