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Augsburg

30.10.2017

Neue Wohnungen auf altem Gefängnis-Areal

Auf dem Gelände der ehemaligen Justizvollzugsanstalt in der Karmelitengasse will der Immobilienbetrieb des Freistaates geförderten Wohnraum für Staatsbedienstete schaffen.
Bild: Ulrich Wagner

Der Freistaat will im Augsburger Domviertel preisgünstige Mietwohnungen für Staatsbedienstete bauen. Aber noch sind viele Fragen offen.

Eine günstige Mietwohnung zu finden, wird in Augsburg immer schwieriger. Auch Beschäftigte des Freistaates tun sich immer schwerer bei der Suche nach einer bezahlbaren Bleibe, etwa Polizisten oder Justizangestellte in den unteren Besoldungsgruppen. Das soll sich nun ändern. Der Freistaat will ein neues Wohnbauprojekt für Staatsbedienstete auf den Weg bringen, und zwar im Domviertel, auf dem Gelände der früheren Justizvollzugsanstalt an der Karmelitengasse.

Das alte Gefängnis wird nicht mehr gebraucht, weil in Gablingen die neue JVA entstanden ist. Seit Frühjahr vergangenen Jahres stehen die Gebäude an der Karmelitengasse leer. Das 4500 Quadratmeter große Grundstück wird nun vom Immobilienbetrieb des Freistaates betreut. Bislang ist es von hohen Mauern umgeben und nicht öffentlich zugänglich. Wegen der zentralen Lage gilt es aber städtebaulich als Filetstück. Gute Baugrundstücke sind in Augsburg sehr begehrt. Es habe bereits Anfragen von privaten Investoren gegeben, die sich für das Areal interessierten, sagt Dieter Knauer, Geschäftsführer der Immobilien Freistaat Bayern.

Der Freistaat will nicht verkaufen

Der Freistaat will in diesem Fall aber nicht verkaufen. Er will dort selber bauen. Wunsch sei, neuen geförderten Wohnraum für Staatsbedienstete in Augsburg zu schaffen, sagt Knauer. Allerdings sei es noch zu früh, über die konkrete Größe und Realisierungszeit des Projekts zu sprechen.

Eine vorsichtige Schätzung geht derzeit von „100 Wohnungen plus x“ an der Karmelitengasse aus. Die Gespräche mit der Stadt stehen aber noch am Anfang. Das Bauvorhaben im historischen Domviertel ist städtebaulich nicht ganz einfach umzusetzen. Denkmalschutz und Archäologie spielen eine große Rolle. Eine weitere Vorgabe wird sein, dass sich das neue Projekt in die vorhandene Bebauung im Domviertel einfügen muss.

Bauherr wäre die staatliche Gesellschaft Stadibau. „Unsere Aufgabe ist es, an Brennpunkten auf dem Wohnungsmarkt geförderte Mietwohnungen für Beschäftigte des Freistaates bereitzustellen“, sagt Geschäftsführer Helmut Gropper. Dazu zählt er beispielsweise Polizisten und Beschäftigte in der Justiz, aber auch Lehrer oder Mitarbeiter an staatlichen Hochschulen oder Universitätskliniken.

6000 Wohnungen in München

Zu den Brennpunkten am bayerischen Wohnungsmarkt zählt er nicht nur München, sondern inzwischen auch Augsburg. In München und Umgebung gibt es rund 6000 geförderte Wohnungen für Beschäftigte des Freistaates. In Augsburg sind es bislang nur 130 Wohnungen, vor allem in Göggingen. Dabei wachsen gerade in Augsburg staatliche Einrichtungen besonders stark, etwa die Hochschulen. Außerdem übernimmt der Freistaat das Augsburger Klinikum als Universitätsklinik.

Allein das Großkrankenhaus hat rund 5500 Beschäftigte, bei der Polizei sind es rund 600 und bei der Justiz fast 740 Mitarbeiter, angefangen beim Wachtmeister über Geschäftsstellenpersonal bis hin zu Staatsanwälten und Richtern. Gropper sieht in Augsburg Bedarf für weitere Wohnungen, aber auch bayernweit. Derzeit stehen beim Freistaat weit über 3000 Interessenten auf der Warteliste. Vergeben werden die Wohnungen nach Einkommensgrenzen und Dringlichkeit.

 

Bei der Stadibau hat man sich vorgenommen, in Augsburg bezahlbare Wohnungen in guter Lage zu schaffen. Wie hoch die Miete sein wird, muss aber noch errechnet werden. Aktuell liegt die durchschnittliche Miete für Staatsbedienstetenwohnungen bayernweit bei 7,50 Euro, in München bei knapp unter zehn Euro. Für die Berechnung in Augsburg werde die ortsüblichen Mietpreise eine Rolle spielen, kündigt Gropper an.

Bis wann die neuen Wohnungen kommen, ist noch völlig offen. „Augsburg steht in der Priorität weit oben“, sagt der Stadibau-Geschäftsführer. Experten gehen allerdings davon aus, dass die Stadt im Umfeld des Domviertels auf einem städtebaulichen Wettbewerb bestehen wird, um die Qualität der Bebauung zu sichern. Das könnte einige Zeit in Anspruch nehmen. Vom städtischen Baureferat gab es dazu keine Auskünfte. Bei der Stadibau verweist man darauf, dass die staatlichen Wohnbaupläne ein Gewinn fürs Domviertel wären. Die alten Gefängnismauern sollen weichen und das Gelände öffentlich zugänglich werden. Der denkmalgeschützte Altbau mit der früheren Gefängnisverwaltung soll erhalten bleiben. „Wir wollen auch ein harmonisch eingefügtes Wohnen in den Stadtteil“, sagt Gropper.

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Die Diskussion ist geschlossen.

30.10.2017

Wir zahlen ja genug Steuern so dass man über Steuergelder nicht nachdenken muss.

Sinnvoll wäre das Grundstück samt Risiko von Ausgrabungen an Bauträger mit Sozialwohnungsanteilspflicht hochpreisig zu verkaufen und für die Staatsbediensteten auf einem Grundstück am Stadtrand mit guter Verkehrsanbindung, mehr vernünftige preiswerte Wohnungen mit den gleichen Kosten zu bauen.

Somit hätten mehr Staatsbedienstete eine Sozialwohnung

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01.11.2017

Ich kann nicht nachvollziehen, was die von Ihnen vorgeschlagene Grundstücksschieberei bringen soll.

.

Es ist gut, wenn ein Arbeitgeber Wohnungen für seine MItarbeiter bauen will. Wann das ausnahmsweise auch mal in der erweiterten Innenstadt passiert, dient das nur einem ausgewogenen Verhältnis der Nutzungen dort.

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30.10.2017

Das ist wieder mal typisch "Staat": da hat man ein Grundstück welches schon länger leer steht, möchte dringendst benötigte Wohnungen bauen...und wartet ab. Da soll ein Städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben werden, was ausserdem noch Geld kostet und viel Zeit in Anspruch nimmt. Derweil warten hunderte von Familien dringend auf bezahlbare Wohnungen.

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