1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Neue Wohnungen in Oberhausen: So sehen Konzept und Zeitplan aus

Augsburg

27.10.2019

Neue Wohnungen in Oberhausen: So sehen Konzept und Zeitplan aus

Die Einfachstwohnungen in Oberhausen-Nord sind Vergangenheit. Auf dem Areal sollen neue Unterkünfte entstehen.
Bild: Dieter Benkard

Plus Die maroden Obdachlosenwohnungen sind abgerissen. Die Stadt Augsburg will auf dem Areal in Oberhausen-Nord mithilfe des Freistaats neuen Wohnraum schaffen.

Als die Bagger auf dem Areal an der Ecke Äußere Uferstraße/Westendorfer Weg anrückten, hielt Dieter Benkard die Abbrucharbeiten mit seiner Kamera fest. Dem mittlerweile 75-jährigen SPD-Stadtrat war es ein Anliegen, dass die 20 städtischen Obdachlosenwohnungen in Oberhausen-Nord noch während seiner letzten Amtsperiode abgerissen werden. Lange war die Einfachstwohnanlage ihm und vielen anderen ein Dorn im Auge. Unter anderem hatte sich der Sozialausschuss des Stadtrats ein Bild von ihrem desolaten Zustand gemacht.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Stadt Augsburg belegte die Wohnanlage zuletzt nicht mehr

In den 1970er-Jahren erbaut, diente sie denjenigen Menschen als Unterkunft, die auf dem regulären Wohnungsmarkt nichts finden oder sich nicht in ein normales Wohngebiet integrieren lassen. Zuletzt wurde die Anlage wegen gravierender Mängel nicht mehr belegt, das Gelände war abgesperrt. Dennoch verschafften sich Obdachlose Zutritt, um dort zu übernachten. Auch das war für die Stadt ein Grund, den Abbruch (Kosten rund 230.000 Euro) zu forcieren.

Auf dem Gelände will die Stadt erneut Wohnraum schaffen. Vorgesehen sind rund 40 Wohneinheiten, verteilt auf vier Gebäude, die vom Freistaat aus Mitteln des „Wohnungspaktes Bayern“ gefördert werden. Ziel des Programmes ist es, Wohnungen für diejenigen Personen zu schaffen, die sich nicht aus eigener Kraft auf diesem hart umkämpften Markt versorgen können.

Neue Wohnungen in Oberhausen: So sehen Konzept und Zeitplan aus

Neue Wohnungen in Oberhausen auch für Familien

Über die Belegung entscheidet die Stadt. Sozial-Bürgermeister Stefan Kiefer will jedoch nicht von neuen Obdachlosenunterkünften sprechen. „Im Westendorfer Weg entsteht nicht nur ein neues Gebäude, sondern auch ein deutlich moderneres Konzept des Wohnens. Es wird keine Zuweisungen von obdachlos gewordenen Personen geben, sondern Mietverträge“, sagt Kiefer. Die Wohnungen werden nach seinen Worten unterschiedliche Größen haben, um beispielsweise auch Familien aufzunehmen oder Wohngemeinschaften zu ermöglichen.

Den Grundsatzbeschluss für den Neubau, der auch das Umfeld aufwerten soll, hat der Stadtrat gefasst. Derzeit läuft das Vergabeverfahren für die Planungen. Die Stadt geht von Kosten in Höhe von rund sieben Millionen Euro aus. Baubeginn ist voraussichtlich im Jahr 2021.

Angebot für Obdachlose in Lechhausen

Bei der Betreuung von Obdachlosen hat sich in den vergangenen Jahren einiges in Augsburg getan. Nach der Sanierung der Einrichtung in der Johannes-Rösle-Straße sind dort nur noch Männer untergebracht. Die Frauen erhielten eine eigene Unterkunft in der Stadtberger Straße in Pfersee. Bald wird es für die Bewohner von Notunterkünften eine weitere Perspektive in Augsburg geben. In Lechhausen baut das St. Ulrichswerk der Diözese 60 Apartments für diesen Personenkreis. Nach der Sanierung für rund drei Millionen Euro steht seit Kurzem auch das Bodelschwingh-Haus der Diakonie im Domviertel wieder offen für eine Gruppe, die sich besonders schwertut, ein Dach über dem Kopf zu finden. Bis zu 57 haftentlassene Männer bekommen hier nicht nur einen Schlafplatz, sondern auch fachkundige Hilfe bei ihrer Resozialisierung.

Lesen Sie dazu auch: Obdachloser klagt sich erfolgreich in Unterkunft ein

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren