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Augsburg

27.11.2019

Neuer Feinkostladen: Die Olivenbauern aus Augsburg

Birol und Renate Duran zeigen Produkte, die sie in ihrem neuen Geschäft Olivenbauer anbieten.
Bild: Peter Fastl

Plus Birol und Renate Duran verkaufen in Göggingen Oliven und Öl aus der eigenen Plantage in der Türkei. Vorerst arbeiten beide aber auch noch in ihren Hauptberufen.

Geschäftsnamen, so sie nicht einfach nur den Inhaber wiedergeben, haben zumeist etwas mit Präsentation und Marketing zu tun. Beim kleinen Delikatessenladen „Der Olivenbauer“, der vor einiger Zeit an der Gögginger Straße eröffnet hat, ist der Name Programm.

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Gerade ist Inhaber Birol Duran aus Fethiye in der Türkei zurückgekehrt, wo er gemeinsam mit Mutter, Schwester und seinen zwei Brüdern 1100 Olivenbäume der Familienplantage abgeerntet hat. Das Öl der Früchte sowie frische Oliven verkauft er gemeinsam mit seiner Frau Renate in Augsburg. Und das, obwohl Duran im Hauptberuf in Augsburg Busse und Straßenbahnen fährt.

Die „Olivenboutique“, wie Birol und Renate Duran ihren Laden auch bezeichnen, ist hell und modern gestaltet. Die Wände sind grün gestrichen, eine Wand ist aus Olivenholz gestaltet, an einer anderen blickt man auf die Fotografie eines alten Olivenbaumes. Die Wände zieren Olivenbaumskizzen des Augsburgers Karlheinz Uhl. In den Regalen stehen Flaschen mit dem grünen Öl und große Gläser mit schwarzen und grünen Oliven.

Neuer Feinkostladen: Die Olivenbauern aus Augsburg

"Der Olivenbauer" in Augsburg: Oliven aus der eigenen Plantage

Was hier an Olivenprodukten verkauft wird, stammt ausschließlich aus der eigenen Plantage, wurde mit der Hand gepflückt und sortenrein vor Ort gepresst, betont Birol Duran. Daneben gibt es noch einiges mehr zu entdecken wie scharfe Akoba Chili-Soßen aus Lechhausen, Honig aus der Türkei und aus Augsburg sowie selbst gemachtes Tahin-Sesam-Mus. Auch türkischer Granatapfelextrakt und schwarzer Knoblauch sind im Angebot. „Wir verkaufen Produkte aus meiner Region und der Region meines Mannes – das sind Fethiye und Augsburg“, erklärt Renate Duran das Konzept. Eine Theke an einem Ende des Ladens lädt zum Probieren ein – schließlich soll der Kunde wissen, was er kauft, sagt Duran.

Das Olivenöl wird zur Verkostung in kleinen Schnapsgläsern gereicht – es gibt ein Öl aus früher Ernte und ein zweites von vollreifen Oliven. „Wenn Kern und Olivenfleisch die gleiche Farbe haben, ist die Olive nicht künstlich gefärbt“, ist ein Tipp von Olivenkenner Duran. Das junge Öl schmeckt angenehm mild und fruchtig, das Öl aus späterer Ernte ist aromatisch und hinterlässt den typischen leicht kratzigen Geschmack im Hals, der bei Kennern als Qualitätsmerkmal bei kalt gepresstem Olivenöl gilt.

Die Oliven werden nach einem Rezept seiner Oma aus der Türkei behandelt und gelagert, verrät der Olivenbauer. Ernte, Befüllen und Etikettierung erfolgen per Hand. „Ich habe gedacht, die Kanister werden nie leer“, erinnert sich Renate Birol an die Tage vor Ladeneröffnung, als sie mit ihrem Mann tausende Flaschen mithilfe einer kleinen Abfüllmaschine, die noch immer im Laden zu sehen ist, befüllte.

Bäume vor 20 Jahren gepflanzt

Mit dem Laden hat sich das Ehepaar einen langjährigen Traum erfüllt. Vor 20 Jahren waren sie aus der Türkei nach Augsburg übergesiedelt, nachdem ihre Gastronomie in dem Urlaubsland dem Massentourismus zum Opfer gefallen war. Aber vorher pflanzte Birol Duran noch 1000 Olivenbäume auf der Olivenplantage seiner Großeltern, die bis dahin aus 100 Bäumen bestand. Oliven brauchen lange Zeit, bis sie Früchte tragen – erst seit fünf Jahren werfen die Bäume einen nennenswerten Ertrag ab. „Und jetzt haben wir uns gedacht, wir wagen es mit dem eigenen Laden“, sagt Renate Duran.

Weil das Ehepaar weiß, dass ein neuer Laden Zeit braucht, bis er sich etabliert, haben beide ihre Vollzeitjobs behalten. Birol Duran arbeitet bei den Stadtwerken als Bus- und Tramfahrer, Renate Duran als Verkäuferin bei einem Discounter. Die Arbeit für den Laden findet nach Feierabend und im Urlaub statt. Weil die Kunden regelmäßige Öffnungszeiten schätzen, kümmern sich drei Aushilfskräfte darum, den „Olivenbauer“ an sechs Tagen geöffnet zu halten. Montag bis Samstag ist von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Einige Male im Jahr veranstalten die Durans samstags in ihrem Laden besondere Aktionen. Ein Vormittag hinsichtlich der Wirkungen des schwarzen Knoblauchs und ein türkisches Frühstück haben bereits stattgefunden – Weiteres ist in Planung. Auch neue Produkte wie Nüsse, getrocknete Aprikosen und Feigen sollen im Laufe der Zeit ins Programm aufgenommen werden.

"Der Olivenbauer" ist in der Gögginger Straße 74 zu finden. Informationen über Produkte und Aktionen im Internet unter www.derolivenbauer.de.

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