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Religion

27.06.2011

Neuer Imam in der Eschenhof-Moschee

Özkan Karagülle ist der neue Imam in der Eschenhof-Moschee. Sein größtes Vorhaben derzeit: Er will Deutsch lernen.
Bild: Foto: Silvio Wyszengrad

Özkan Karagülle wirkte in Vorarlberg

Vorarlberg ist den Brettlfans unter den Augsburgern nicht unbekannt. Auch Özkan Karagülle testete hier das Wedeln. Seit 2009 war der türkische Imam des Verbandes Islamischer Kulturzentren (VIKZ) beruflich in dem österreichischen Bundesland aktiv, als Vorbeter für türkischsprachige Jungen eines Schülerwohnheims. Zum 1. Mai wurde er von seinem Arbeitgeber in die Eschenhof-Moschee nach Augsburg versetzt. Deren bisherigen Imam schickte der Verband, zu dem die Moschee des Augsburger Bildungs- und Kulturvereins gehört, im Gegenzug nach Vorarlberg.

Ein wenig einarbeiten müsse er sich noch. „Aber die Begeisterung über den FCA-Aufstieg konnte ich in meiner neuen Gemeinde zum Beispiel bereits hautnah miterleben“, sagt Karagülle. Er wohnt mit seiner Frau und dem drei Monate alten Baby in dem in rotem Marmor glänzenden Vereinshaus, das auch die Moschee, einen Frauenbereich, die Kantine mit Küche und weitere Sozialräume beherbergt.

Die Frau des Imam wurde als Kind türkischer Einwanderer in Duisburg geboren, absolvierte selbst eine dreijährige Grundausbildung für VIKZ-Imame und ist Deutsche. Ihr Mann hofft, dass sie nach der Erziehungszeit auch wieder in die Gemeindearbeit einsteigt. Er selbst habe noch kein Deutsch gelernt, bedauert der Imam. Doch jetzt hat er sich vorgenommen, Sprachkurse zu besuchen. Nicht zuletzt, weil der Verein es mit Blick auf die Vielsprachigkeit der Gläubigen fordert.

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Karagülle wurde 1982 als Sohn eines Schusters in Zonguldak an der türkischen Schwarzmeerküste geboren und besuchte drei Jahre lang eine Privatschule für religiöse Grundbildung in Istanbul. Als Hilfsimam schickte ihn der VIKZ zu einem älteren Imam nach Dortmund in die Lehre. Anschließend bewährte er sich zwei Jahre in einem Schülerwohnheim in Ingolstadt, bevor er nach Vorarlberg kam. Karagülle steht entsprechend der Verbandssatzung und den Lehren des türkischen Wanderpredigers Süleyman Tunahan für eine strenge, konservative Lebensführung. Er ist überzeugt: „Wir müssen die Gesetze befolgen und der Gesellschaft nutzen. Das ist unser Sinn und unsere Aufgabe.“ Der Weg zur spirituellen Gotteserfahrung führt demzufolge nur über die grenzenlose Verehrung des geistigen Meisters Tunahan.

Zusammen mit ehrenamtlich tätigen Vereinsmitgliedern wie Seyfeddin Kececi steht Karagülle in den nächsten Wochen ein Vorstellungsmarathon durch Vereinshäuser, Polizeidienststellen und Behörden bevor. „Kontinuierliche Kontakte bauen Vertrauen auf beiden Seiten auf. Unsere Gemeindemitglieder konnten schon oft von uns als Vermittler bei Problemen mit der Schule, der Polizei oder Ämtern profitieren“, erklärt Kececi die Bedeutung gewachsener Strukturen.

Auch der neue Imam weiß die gute Vernetzung und die Sozialarbeit des Vereins zu schätzen und will sie auf jeden Fall ausbauen.

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