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Weltbild

16.07.2014

Neuer Investor Droege Group soll Weltbild retten

Die Düsseldorfer Droege Group steigt beim Augsburger Versandhändler Weltbild als Investor ein. Maximal 50 weitere Stellen können wegfallen.

Im Fall der insolventen Augsburger Verlagsgruppe Weltbild gibt es eine überraschende Wende. Nach monatelangen Verhandlungen mit dem Münchner Finanzinvestor Paragon hat Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz die Gespräche abgebrochen. Darüber informierte Geiwitz am Mittwoch die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung auf dem Firmengelände. Gleichzeitig präsentierte er einen neuen Interessenten: die Droege Group aus Düsseldorf. Das 1988 gegründete Beratungsunternehmen investiert auch in mittelständische Firmen, unter anderem im Bereich Medizintechnik.

Thomas Gürlebeck: Weltbild seit unter Paragon zum "Billigheimer" geworden

Als Grund für den Abbruch der Verhandlungen mit Paragon gab Geiwitz „unterschiedliche Positionen“ zur Strategie und Finanzierung an. Auch über die Zahl zusätzlicher Entlassungen gab es Dissens. In den letzten Wochen häuften sich Berichte, dass Paragon bis zu 250 weitere Jobs abbauen wollte. Verdi-Sekretär Thomas Gürlebeck sagte, Weltbild wäre unter Paragon zum „Billigheimer schlechthin“ geworden; Lohndumping sei zu befürchten gewesen. Es sei „erfreulich“, dass sich in den letzten Tagen eine neue Lösung aufgetan habe, sagte Insolvenzverwalter Geiwitz. Die Mitarbeiter waren nach der Betriebsversammlung sichtlich erleichtert.

Droege soll 60 Prozent von Weltbild erhalten

Mit Droege sei man sich bereits „handelseinig“, berichtete Geiwitz. Ein Notartermin zur Vertragsunterzeichnung soll schon Ende nächster Woche stattfinden. Droege soll 60 Prozent am künftigen Unternehmen halten, Geiwitz wird in Vertretung der Gläubiger mit 40 Prozent beteiligt bleiben. Einigkeit bestehe darüber, dass es nur „geringfügige Anpassungen beim Personal geben“ soll, sagte Geiwitz. Maximal 50 Stellen könnten bei der Verlagsgruppe zusätzlich wegfallen. Weltbild hat zuvor bereits 656 Stellen gestrichen. Bei den Weltbild-Filialen werde derzeit die geplante Schließung von 53 der 220 Filialen umgesetzt. Über die Zukunft rund 20 weiterer defizitärer Läden werde aktuell verhandelt.

Neuer Investor Droege Group soll Weltbild retten

Die Droege Group soll Weltbild als Ganzes erhalten

Mit dem Einstieg der Droege Group soll Weltbild als Ganzes erhalten bleiben. Eine Zerschlagung – beispielsweise eine Abspaltung der Logistik – soll es nicht geben. Weltbild habe nun eine klare Zukunftsperspektive, der Sanierungskurs könne fortgesetzt werden, sagte Geiwitz. „Weltbild hat treue Kunden – und ist ein Wettbewerber zu Amazon.“ Hatte das Unternehmen im letzten Geschäftsjahr noch rund 100 Millionen Euro Verlust verbuchen müssen, plane man nun noch einen „marginalen Verlust“. „Vielleicht gelingt es uns auch, das Geschäft zu drehen“, sagte Geiwitz.

Läuft alles nach Plan, könne Weltbild zum 1. August unter Droege neu starten. Das Unternehmen soll ein neues Management bekommen. Der bisherige Weltbild-Chef Carel Halff sei nur noch beratend tätig.

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