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Augsburg

13.03.2018

Neues Konzept für das Rosenaustadion

Das Rosenaustadion von oben: Damals galt die Augsburger Arena als eine der schönsten und modernsten in ganz Deutschland.
Bild: Google Earth

Augsburg sucht eine neue Verwendung für das bröckelnde Rosenaustadion. Studenten haben deshalb teils spektakuläre Umbaukonzepte entwickelt.

Das Rosenaustadion in Augsburg wird für alle Zeit einen besonderen Platz in der Vereinshistorie des FC Bayern inne haben. Denn vor fast genau 60 Jahren starteten die Münchner in der Nachbarstadt ihren Siegeszug im DFB-Pokal. Den ersten von mittlerweile 18 Finalsiegen errang der FCB an einem ungewöhnlichen Spieltag für ein Fußballmatch, dem 29. Dezember 1957, im Rosenaustadion - Fortuna Düsseldorf wurde vor 42.000 Zuschauern 1:0 geschlagen.

Damals galt die Augsburger Arena als eine der schönsten und modernsten Deutschlands. Inzwischen sucht die Stadt Augsburg nach einem Konzept, das teils baufällige Stadion langfristig zu erhalten. Nun will das Architekturmuseum Schwaben mit einer bis 8. April laufenden Ausstellung die Diskussion in Gang bringen.

Wohnanlage, Hotelturm oder großer Park?

Das zur Technischen Universität (TU) in München gehörende Museum präsentiert teils revolutionär anmutende Ergebnisse eines Studentenworkshops. Vielleicht wird das geschichtsträchtige Stadion künftig Teil einer Wohnanlage, Standort eines Hotelturms oder ein großer Park? Augsburgs Sportreferent Dirk Wurm (SPD) sagt, er sei für Diskussionen offen.

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Es besteht auf jeden Fall Handlungsbedarf bei den Behörden. Denn die Augsburger Arena teilt heute das gleiche Schicksal wie das berühmte Olympiastadion in München. Mit dem Auszug des großen Fußballs in moderne Arenen am Stadtrand verloren beide Stadien massiv an Bedeutung. In Augsburg wurde auch über einen Abriss diskutiert, mittlerweile haben Denkmalschützer das weite Oval aber unter Schutz gestellt. Die Stadt Augsburg hatte einst mit dem Rosenaustadion deutsche Geschichte geschrieben. Es war Ende der 1940er Jahre der erste Stadionneubau nach dem Zweiten Weltkrieg. Das trotz der Größe bescheiden wirkende Bauwerk sollte sich bewusst von dem architektonischen Größenwahn der Nazizeit distanzieren. Dazu passte auch, dass das Stadiongelände mit dem Schutt aus der bei Bombenangriffen zerstörten Innenstadt geformt wurde.

Für das Denkmal werden drei Lösungen diskutiert

Das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz hat die aktuelle Diskussion zur Weiternutzung des Stadions eingeleitet, indem es den Workshop mit Studenten veranstaltete. "Es stellt sich die Frage der Zukunftsperspektive, verbunden mit dem Wunsch das Denkmal der jungen Bundesrepublik zu erhalten", erklärte das Komitee. Daraufhin entwickelten drei Teams solche Lösungen.

Eine davon sieht vor, direkt anschließend an die heute maroden Stehränge Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 300 Wohnungen zu errichten. Angesichts der Wohnungsknappheit und der deutlich steigenden Einwohnerzahl Augsburgs soll so die Mietsituation entschärft werden. Das Denkmal werde in seiner Grundform und Funktion nicht zerstört, sondern erweitert, betonen die Studenten.

Rosenaustadion soll aktiv genutzte Sportanlage bleiben

Nach einem anderen Konzept könnte neben der Haupttribüne ein Hochhaus mit mehr als 100 Hotelzimmern und Suiten sowie Konferenzräumen entstehen. Der dritte Entwurf sieht vor, das Stadion zu einer großen Parkanlage umzufunktionieren. Die überdachte Sitzplatztribüne würde langfristig zur "begehbaren Großskulptur", von der die Besucher "den gestalterischen Schwung und die Monumentalität des Stadions erfahren und genießen" könnten.

Alle Konzepte sehen jedenfalls vor, die bislang meistens abgeriegelte Sportanlage der Öffentlichkeit zugänglicher zu machen. Ob einer der Entwürfe eine Chance auf Verwirklichung habe, sei noch unklar, sagt Sportreferent Wurm. Der studentische Wettbewerb bringe der Stadt jedenfalls erste Anregungen.

Wurm ist wichtig, dass das historische Bauwerk eine aktiv genutzte Sportanlage bleibt. "Sofern kein Entwurf dabei ist, der den Sport grundsätzlich in Frage stellt, bin ich aufgeschlossen." Denn insbesondere für größere Leichtathletikwettkämpfe will Augsburg weiter gerüstet sein. Für mehr als eine Million Euro wurde daher das Stadion bereits mit einer neuen Tartanbahn ausgestattet. (dpa/lby)

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