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Augsburg

27.10.2013

Nicht alles läuft rund für die Radler

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Probleme der verschiedenen Verkehrsteilnehmer miteinander gibt es vor allem in der Neuburger Straße und der Hans-Böckler-Straße. „Alle zu ihrem Recht kommen zu lassen, ist schwierig“, sagt der Fahrradverkehrsbeauftragte, Thomas Hertha. Die Stadt arbeitet – bis 2020 – an einem Radverkehrskonzept.
Bild: Ruth Plössel

Besucher klagen am Stand unserer Zeitung über Konflikte zwischen Radfahrern, Fußgängern und Autofahrern

Von Peter Köhler

Lechhausen Das Selbstbewusstsein und der Lokalstolz, den die Lechhauser beim Marktsonntag zur Schau stellen, kam auch bei der Aktion unserer Redaktion Sag’s der AZ zum Ausdruck. Die Frage: „Läuft es in Lechhausen rund für Radler?“ haben etliche Besucher mit einem klaren „Ja, aber…“ beantwortet. Im Wesentlichen sind die Pedalritter zufrieden und fühlen sich sicher, wenn sie im Stadtteil unterwegs sind. Stark in der Kritik sind allerdings die Neuburger und die Hans-Böckler-Straße samt den Brücken. Hier geraten Radler mit Fußgängern und auch Autofahrern häufig aneinander.

Peter Rietzler beispielsweise moniert, dass in der Neuburger Straße zwischen Lechbrücke und Schlössle geparkte und oft auch in der zweiten Reihe haltende Autos die Radler zwingen, weit in die Fahrbahnmitte auszuweichen. Dadurch geraten sie immer wieder mitten zwischen die fahrenden Autos. Er kann daher verstehen, dass viele Radler lieber die Gehwege benutzen, auch wenn es verboten ist und die Wege relativ schmal sind.

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Dieses Verständnis geht Irmgard Faig vollkommen ab. Als Anwohnerin muss sie derzeit vor dem Haus Laub kehren und im Winter Schnee räumen. „Ich bin dabei schon öfter beinahe angefahren worden, auch wenn ich das Haus verlasse, kommt es immer wieder zu gefährlichen Situationen. Viele Radler rasen rücksichtslos auf dem Fußweg und weder Polizei noch Ordnungsdienst tun etwas dagegen.“ Walter Ambros berichtete sogar, dass er schon zweimal auf dem Fußweg angefahren worden sei und verletzt wurde.

Der bei der Verkehrsplanung tätige Fahrradverkehrsbeauftragte der Stadt, Thomas Hertha, versprach auf Anfrage unserer Zeitung, die Strecke abzufahren und mit seinen Kollegen nochmals durchzusprechen. Gerade dieser Bereich mit seinen vielen Geschäften sei aber von allen Verkehren – Fußgänger, Radler, Parker, Autos und öffentlichem Nahverkehr – sehr stark belastet. „Alle zu ihrem Recht kommen zu lassen, ist schwierig, denn dafür reicht auch diese breite Straße kaum.“

Hertha arbeitet mit verschiedenen Fachabteilungen der Verwaltung an einem umfassenden Radverkehrskonzept, das bis 2020 umgesetzt sein soll. In diesem Rahmen sollen auch neue Radwege geschaffen werden. Dies müsse oft zulasten des Autoverkehrs gehen. Letztlich entscheide der Stadtrat, ob die Vorschläge der Planer umgesetzt werden. „Ich kann den Radlern und Fußgängern nur empfehlen, ihren Vorschlägen über die Aktionsgemeinschaft und die Lechhauser Stadträte mehr Gewicht zu verleihen. Selbstverständlich können sie sich auch gern an mich wenden.“

Vielen Lechhausern sind die Radler ein Dorn im Auge, die auch an anderen Stellen verbotswidrig auf Fußwegen oder auf Radwegen entgegen der Fahrtrichtung unterwegs sind. Inge und Helmut Müller etwa haben regelmäßig gefährliche Begegnungen im Bereich Hans-Böckler-Straße/MAN-Brücke/Stadtbachstraße: „Obwohl auf der Brücke ein breiter Radweg zur Verfügung steht, werden wir auf dem Fußweg immer wieder von Radlern zur Seite gescheucht und das von beiden Seiten. Und an den Einmündungen der Stadtbachstraße kommt es wegen der falsch fahrenden Radler ständig zu gefährlichen Beinahe-Unfällen mit Autos“, berichten sie und fordern regelmäßige Kontrollen.

Der Ordnungsdienst der Stadt ist allerdings laut Hertha überwiegend in der Innenstadt unterwegs. Bei der Polizei sind die Probleme mit falsch fahrenden Radlern bekannt. Wir überwachen den Radverkehr gerade in der Neuburger Straße regelmäßig, soweit es die personellen Kapazitäten der Polizeiinspektion 3 zulassen“, so Pressesprecher Siegfried Hartmann.

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