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Augsburg

18.08.2020

Notbremsung vor Augsburg: Mann randaliert in Reisezug

Mit einem Nothammer zerstörte der Mann in dem Railjet sechs Scheiben, wie hier zu sehen ist.
Bild: Bundespolizei

Plus Ein Mann hat am Dienstag in einem Fernreisezug randaliert. Mit einem Nothammer schlug er Scheiben ein. Der Zug stoppte kurz vor Augsburg auf freier Flur.

Schon wieder ist ein Vorfall mit einem aggressiven Mann in einem Zug passiert. Diesmal geschah es in einem Fernreisezug der österreichischen Bundesbahn. Der Railjet, vergleichbar mit einem Eurocity, war am Dienstagmorgen auf dem Weg von Stuttgart nach Budapest. Zwischen Ulm und Augsburg rastete ein Mitreisender plötzlich aus.

Randale in Zug: Mann schlug mit Nothammer Scheiben ein

Wie die Bundespolizei Nürnberg auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt, schlug ein Mann mit einem Nothammer in einem Abteil der ersten Klasse auf sechs Scheiben ein, bis diese zersprangen. Danach versuchte er auch noch zu dem Fahrer in den Führerstand zu gelangen. Doch die Tür war von innen verschlossen, er scheiterte.

Zwischenfall in Zug vor Augsburg: Sechs Mal die Notbremse gezogen

Der Mann, der einen verwirrten Eindruck gemacht haben soll, ging weiter ins Bordbistro und holte sich sämtliche Getränke. Dann zog er laut Polizeisprecher Bernhard Turba sechs Mal die Notbremse. Der Fernreisezug stoppte rund zehn Kilometer vor Augsburg auf freier Flur zwischen Gessertshausen und Diedorf. Als die Polizei an dem Zug eintraf, saß der Mann laut Sprecher Turba im Bistro bei einem Bier. "Er ließ sich widerstandslos festnehmen." Der 50-Jährige wurde in das Bezirkskrankenhaus nach Günzburg gebracht. Wie Turba berichtet, habe der Mann keine Fahrgäste bedroht. Es sei niemand verletzt worden. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Sachschaden auf etwa 20.000 Euro. Die Bundespolizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr, Missbrauch von Nothilfeeinrichtungen, Sachbeschädigung sowie Erschleichen von Leistungen und Diebstahl eingeleitet.

In einem Railjet der österreichischen Bundesbahn ist es kurz vor Augsburg zu einem Zwischenfall gekommen.
Bild: Arno Burgi, dpa (Symbolbild)

Nach dem Schreck mussten die rund 100 Fahrgäste in dem Railjet Geduld aufbringen. Erst rund eineinhalb Stunden nach dem Vorfall konnte der Fernzug mit langsamer Geschwindigkeit - aufgrund der kaputten Scheiben - in den Hauptbahnhof einfahren. Von dort wurden die Reisenden zur Weiterfahrt auf andere Züge verteilt. Der Vorfall sorgte freilich für Verspätungen im Zugverkehr. In dem betroffenen Zug saß auch Susanne Kaufmann mit ihrem Mann und den beiden Kindern.

100 Fahrgäste am Augsburger Hauptbahnhof auf andere Züge verteilt

Die Familie war frühmorgens um kurz vor sieben Uhr in Stuttgart gestartet. Ihr Ziel war München. Vom Flughafen in der Landeshauptstadt aus hatte sie einen Flug nach Rom gebucht. Nun wurde es zeitlich eng für die Kaufmanns. "Wir schnappten uns in Augsburg dann ein Taxi", berichtet die 53-Jährige am Telefon. Zum Glück erwischten die Kaufmanns den Flug gerade noch rechtzeitig. Sie selbst haben den Mann im Zug gesehen. Ungepflegt habe er gewirkt. "Er ist mit vielen Getränken vor dem Bauch durch unser Abteil gerannt und hat gesagt, er sei vom Roten Kreuz, es gebe einen Notfall und er verteile jetzt Getränke." Für die Familie kann der Urlaub jetzt nur noch ruhiger werden.

Erst vor wenigen Tagen war es in einem ICE zwischen München und Augsburg zu einem schlimmen Übergriff gekommen. Ein Mann hatte am Sonntagabend einen Fahrkartenkontrolleur angegriffen und mit einem Messer schwer verletzt.

Mehr dazu lesen Sie hier: Im Zug erwischt: Polizei fasst Tatverdächtigen nach Messerangriff in ICE

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