1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg)
  3. Notfallplan scheitert: Römisches Museum bleibt bis 2017 zu

Augsburg

18.12.2013

Notfallplan scheitert: Römisches Museum bleibt bis 2017 zu

Römisches Museum
4 Bilder
Die Sanierung des Römischen Museums zieht sich länger als erwartet.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Sanierung zieht sich länger als erwartet. Das Museum kann vermutlich erst in vier Jahren wieder öffnen. Auch der Notfallplan scheitert, sogar aus mehreren Gründen.

Das Römische Museum in der Dominikanerkirche wird noch lange geschlossen bleiben: Mit einer Wiedereröffnung ist frühestens im Oktober 2017 zu rechnen – zwei Jahre später als angenommen. Dieser Zeitplan beinhaltet aber noch keinen Neu- oder Anbau an die Kirche. „Wir reden nur von der statischen Sanierung und der Einrichtung einer neuen Ausstellung auf der bisherigen Fläche“, sagt Hochbauamts-Leiter Günter Billenstein.

Neue Details im Februar

Derzeit laufen in der Dominikanerkirche Voruntersuchungen. Im Februar werde man beziffern können, wie groß das Ausmaß der Schäden ist, wo die Ursachen liegen und wie die Probleme behoben werden können, so Billenstein. Die Sanierung beginnt frühestens im Mai. Treten keine Verzögerungen auf, wären die Baumaßnahmen im Herbst 2015 abgeschlossen. Erst dann könne man die neue Ausstellung einrichten, was noch einmal zwei Jahre in Anspruch nehme.

Weil die römische Vergangenheit Augsburgs für Besucher nicht so lange unter Verschluss gehalten werden soll, wird in der Toskanischen Säulenhalle eine Sonderausstellung eingerichtet. Ursprünglich sollte sie Mitte 2013 eröffnen und rund ein Jahr dauern. Doch auch dies hat sich geändert. „Es ist davon auszugehen, dass die Sonderschau mindestens zwei Jahre läuft“, sagte Kulturreferent Peter Grab am Montag im Kulturausschuss. Er schlug deshalb vor, mehr Geld zu investieren. Die Rede ist von 253.000 Euro statt der ursprünglich angedachten 71.000 Euro.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Sonderausstellung nur mit passender Beleuchtung

Wann die Sonderausstellung startet, hängt davon ab, wie schnell die Toskanische Säulenhalle instand gesetzt werden kann. Denn auch hier gibt es Mängel zu beheben: Die Beleuchtung ist veraltet, im Etat 2014 sind für die Erneuerung rund 120.000 Euro vorgesehen. „Bevor die Beleuchtung nicht fertig ist, können wir keine Ausstellung einrichten“, sagt Manfred Hahn, kommissarischer Leiter des Römischen Museums. Die Exponate, die derzeit aus der Dominikanerkirche gebracht werden, müssen in Depots zwischengelagert werden.

Das Konzept für die Sonderschau steht: Hahn hat es gemeinsam mit Christian Thöner erarbeitet. Als Ersatz für die Ausstellung in der Dominikanerkirche wollen sie das Projekt nicht sehen: „Wir konzentrieren uns in der Toskanischen nur auf die Römerzeit. Die Augsburger Archäologie hat aber wesentlich mehr zu bieten“, sagt Hahn.

Schon optisch soll die Sonderausstellung deutlich machen, dass es sich um eine Übergangslösung handelt: „Wir spielen mit der Thematik des Auslagerns und des Transports“, sagt Thöner. Die ausgestellten Objekte werden in Holzkisten präsentiert, gezeigt werden eher kleine Exponate. Dies hat einen einfachen Grund: Schwere Steindenkmäler sind auch in der Toskanischen Säulenhalle aus statischen Gründen nicht zugelassen.

60.000 Euro fehlen für die Sonderaustellung

Inhaltlich geht es um Kaiser Augustus und die Stadtgründung, um Handel, Verkehr, die Götterwelt, das Militär, römisches Alltagsleben und Totenkult. Es soll Forschertische geben, an denen die Besucher mehr über verschiedene Themen erfahren. Unter dem Motto „Der aktuelle Fund“ werden immer wieder neue Stücke gezeigt, sodass auch in der Sonderausstellung ein Wechsel stattfindet.

Zur Realisierung fehlen noch 60.000 Euro. Sie sollen über Sponsoren und staatliche Förderungen finanziert werden, sagt Grab. 80.000 Euro werden an Einnahmen durch Besucher erwartet.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren