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Obdachlosigkeit: Niemand verdient einen Platz unter der Brücke

Kommentar Von Fridtjof Atterdal
20.12.2020

Plus In Augsburg müssen Menschen bei Minusgraden im Freien übernachten. Ob sie einen Rechtsanspruch auf Hilfe haben oder nicht - eine Stadt wie Augsburg darf Bedürftige nicht in der Kälte stehen lassen.

Kein Mensch sollte im Winter im Freien schlafen müssen. So vollkommen selbstverständlich diese Aussage in einer Stadt wie Augsburg sein sollte, so schwierig scheint sie umzusetzen zu sein. Denn Fakt ist, es leben Menschen unter den Augsburger Brücken und es sind zu viele, um sie als traurige Einzelfälle abzutun. Wenn es um soziale Hilfe geht, fragt die Verwaltung immer zuerst nach einer Anspruchsberechtigung. Das ist selbstverständlich - eine Stadt muss mit ihren finanziellen Mitteln und damit dem Geld der Steuerzahler sorgfältig umgehen - und wer nicht bedürftig ist, soll auch keine Hilfe in Anspruch nehmen.

Es müssen genügend Plätze für Obdachlose in Augsburg geschaffen werden

Aber wie kann es sein, dass sich jeden Tag aufs Neue obdachlose Süchtige in Augsburg Sorgen machen müssen, ob sie einen der wenigen Schlafplätze in der Notschlafstelle ergattern - oder doch wieder in der Kälte übernachten müssen? Wenn für Menschen, die nicht für sich selbst sorgen können, zu wenige Plätze vorhanden sind, müssen welche geschaffen werden, das gebietet die Menschlichkeit.

Wenn man sieht, welchen Aufwand Organisationen wie der SKM mit seinem Kältebus betreiben, um diese Menschen vor dem Kältetod zu bewahren, fragt man sich, warum die Stadt für Notzeiten wie die Corona-Pandemie nicht unbürokratisch weitere Räume öffnen kann. Und auch Rumänen und Bulgaren verdienen keinen Platz im Freien, auch wenn sie womöglich rechtlich keinen Anspruch auf Unterstützung haben. In Augsburg sollte kein Mensch unter der Brücke schlafen müssen.

Lesen Sie dazu auch den Artikel: Obdachlose müssen bei Minusgraden im Freien schlafen

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22.12.2020

"Und auch Rumänen und Bulgaren verdienen keinen Platz im Freien, auch wenn sie womöglich rechtlich keinen Anspruch auf Unterstützung haben."
Es kann m. E. nicht sein, dass sich dieser Personenkreis ohne Perspektive auf Arbeit und Wohnung (sprich konkreten Arbeitsvertrag, Mietvertrag) im Rahmen der Freizügigkeit nach Deutschland (z. B. Augsburg) begibt und quasi sagt: "hier bin ich, ich brauch jetzt eine Unterkunft, und Geld vom Staat" (auch eine Obdachlosenunterkunft muss bezahlt werden). Irgendwo hat auch unser Sozialstaatsprinzip ein Ende! Die Betreffenden können sich m. E. selbst helfen, indem sie in ihr Heimatland zurückkehren. Dort muss es auch Sozialleistungen geben (EU-Standard), sonst wären diese Länder wohl nicht in der EU. Deutschland ist nicht das Sozialamt der Euopäischen Union!

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21.12.2020

Wer keinen Platz findet und keine Hilfe von den städtischen Behörden erhält, der sollte nicht zögern sofort zum Verwaltungsgericht Augsburg zu gehen. Dort können beim Rechtspfleger entsprechende Anträge gestellt werden. Die Rechtspfleger bieten hier Unterstützung.

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