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Augsburg

17.07.2019

Oberhausen feiert den neuen Friedensplatz

Der neue Friedensplatz war beim Eröffnungsfest gut gefüllt. Ein Blickfang ist der sandfarbene Brunnen.
Bild: Annette Zoepf

Zwischen St. Joseph und St. Johannes ist ein Quartiersplatz entstanden. Damit soll Oberhausen attraktiver werden. Welche Vorstellungen die Besucher haben.

Es ist Sonntag, kurz nach 11 Uhr. Pfarrer, Ministranten und Kirchenhelfer ziehen – gefolgt von Hunderten Gottesdienstbesuchern – aus den Kirchen St. Joseph und St. Johannes und versammeln sich auf dem Platz zwischen den beiden Kirchen. Hier beenden sie ihre anfangs voneinander getrennten Gottesdienste ökumenisch. Als alle Teilnehmer auf dem Platz eingetroffen sind, stimmen die Geistlichen das Lied „Wir bringen Frieden für euch alle“ an und alle singen mit. Das Besondere: Es wurde auf Deutsch, Arabisch, Russisch, Italienisch und Englisch gesungen.

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Die Liedauswahl wurde nicht willkürlich getroffen. Denn an diesem Tag wurde der Oberhauser Friedensplatz, also jener Platz zwischen beiden Kirchen, im Rahmen eines Pfarr- und Stadtteilfestes eröffnet.

Als Sitzmöglichkeit gibt es nun dunkle Granitquader. Sie bilden einen Kontrast zum hellen Bodenpflaster. Auch die ehemals mannshohe Backsteinmauer, die zuvor das Gelände zur Straße abschirmte, ist verändert. Jetzt ist sie nur noch etwa einen halben Meter hoch. Eine Stahlplatte, die auf der gekappten Mauer durchgehend befestigt ist, lädt ebenfalls zum Verweilen ein. Zu den bestehenden Bäumen wurden Stechpalmen, Zierbirnen und Gräser gepflanzt.

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Brunnen spiegelt Vielfalt des Stadtteils wider

Im Zentrum des Friedensplatzes befindet sich ein sandfarbener quaderförmiger Brunnen. Hier plätschert Wasser aus drei Fontänen. Der Brunnen soll die Vielfalt des Stadtteils widerspiegeln. Die fünf Wörter Respekt, Miteinander, Vertrauen, Toleranz und Frieden sind auf den Seitenwänden in den 56 Sprachen eingraviert. Pfarrer Bernd Weidner von St. Joseph erzählt: „Ich habe schon einige Passanten beobachtet, wie sie ihre Muttersprache am Brunnen suchen.“

Der neue Platz soll ein Ort der Kommunikation werden, meint Regierungspräsident Erwin Lohner. „Hier trifft man sich nicht nur vor und nach den Gottesdiensten.“ Die Regierung von Schwaben war maßgeblich daran beteiligt, dass der Friedensplatz realisiert werden konnte. Es flossen Städtebaufördermittel aus dem Programm Soziale Stadt in Höhe von knapp einer halben Million Euro. Außerdem beteiligen sich die Diözese und die Evangelische Kirche an den Baukosten. Den Löwenanteil der Kosten von rund 1,6 Millionen Euro hat allerdings die Stadt selbst finanziert.

OB Gribl: Nachhaltigkeit vor Schnellschuss

Eine wichtige städtebauliche Investition, wie Oberbürgermeister Kurt Gribl das Projekt in seiner Festrede bezeichnet. Der neue Platz soll nicht nur Menschen unterschiedlicher Konfessionen zusammenbringen, sondern auch Raum mit hoher Aufenthaltsqualität bieten, so Gribl. Für den eher strukturschwachen Stadtteil Oberhausen sind das gute Nachrichten: „Wir dürfen nicht an den Symptomen kurieren, sondern müssen an der allgemeinen Wertigkeit des Stadtteils arbeiten.“ Die Devise des Oberbürgermeisters: Nachhaltigkeit vor Schnellschuss.

So sehen das auch die Anwohner Monika und Bernd Hörath. „Es hat sich hier in den letzten Jahren viel verändert – und das meistens nicht zum Positiven.“ Der neue Friedensplatz sei hingegen eine Bereicherung für Oberhausen. Hier könne man gut verweilen. Das Ehepaar hat allerdings auch Bedenken: „Hoffentlich wird hier bald nicht alles vermüllt sein.“ Der Friedensplatz müsse zudem konsequent genutzt werden, etwa mit Open-Air-Gottesdiensten oder Stadtteilfesten.

Oberhausen ist eine große Familie

Mit diesen Vorschlägen rennen die beiden bei Pfarrer Weidner offene Türen ein. „Jetzt haben wir erst einmal wochenlang das große Pfarrfest organisiert, jetzt schauen wir, was wir realisieren können.“ Ziel sei es, die Menschen im Stadtteil zusammenzubringen, dafür sei man mit der Arge Oberhausen im Austausch. „Wir sind im Grunde eine große Familie.“

Das bestätigt sich auch beim Fest. Menschen unterschiedlichster Konfessionen feierten zusammen in launiger Stimmung. Zu essen gab es unter anderem orientalische Spezialitäten. Ein multikulturelles Beisammensein – genau das, was einen Friedensplatz ausmachen sollte.

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