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Augsburg

23.06.2019

Oberhausen hat jetzt einen Friedensplatz

Der neue Friedensplatz ist nicht nur für die Mitglieder der umgebenden Kirchen (im Hintergrund St. Johannes) zugänglich, sondern für jedermann. Offiziell eingeweiht wird er am 14. Juli im Rahmen eines Sommer- und Pfarreifestes.
Bild: Annette Zoepf

Der lang erwartete Treffpunkt nahe der Wertachbrücke ist fast fertig. Es fehlt noch ein wichtiges Detail. Wie das 1,54-Millionen-Euro-Projekt finanziert wird.

Beim Verlassen der Kirche St. Joseph hält Raimund Mittler inne. Sein Blick schweift über das neu gestaltete Areal zwischen dem katholischen Gotteshaus und der evangelischen Nachbarkirche St. Johannes. „Oberhausen wird durch den Platz deutlich aufgewertet“, sagt der Pfarrgemeinderatsvorsitzende. Vor allem am Abend ließen sich die Menschen zu einem Plausch auf den Steinquadern nieder – seien es Passanten oder Angehörige der beiden Kirchengemeinden nahe der Wertachbrücke.

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Bürger mussten lange auf den Platz warten

Lange mussten die Oberhauser auf den Friedensplatz – so heißt das Areal offiziell – warten. Denn jahrelang schürte die Stadt Hoffnungen auf einen Quartiersplatz auf der Freifläche zwischen St. Joseph und St. Johannes. Mit dem Einzug des Diözesanarchivs in die Kirche St. Joseph und dem angegliederten Neubau des Verwaltungstraktes erfolgte im Frühjahr 2016 ein wichtiger Schritt zur Aufwertung des Areals.

Im vergangenen Jahr begann der Umbau des Platzes nach den Plänen der Landschaftsarchitekten Mattner Nagies Eschenlohr. Mittlerweile ist er weitgehend fertiggestellt. Dunkle Granitquader laden zum Sitzen ein, sie bilden einen Kontrast zum hellen Bodenpflaster. Zu den bestehenden Bäumen gesellen sich Neupflanzungen wie Japanische Stechpalmen, Zierbirnen sowie Gräser. In wenigen Wochen wird in der Mitte des Platzes ein Brunnen plätschern, der die Vielfalt des Stadtteils widerspiegeln soll. Die fünf Wörter Respekt, Miteinander, Vertrauen, Toleranz und Frieden werden auf den Seitenwänden in den 56 Sprachen zu lesen sein, die die Bewohner Oberhausens sprechen. Unzählige Mails mit Übersetzern zeugten von der aufwendigen Recherche, erzählt Landschaftsarchitekt Moritz Eschenlohr.

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Durch die Umgestaltung scheinen die beiden Kirche näher zusammengerückt zu sein. Das liegt auch am Umbau der Pfarrhausstraße, die in diesem Bereich ihren Charakter als konventionelle Fahrstraße verlor und mit dem Platz jetzt eine räumliche Einheit bildet. Auch zur Donauwörther Straße öffnet sich das Areal, da die einst gut mannshohe Mauer auf rund 45 Zentimeter Höhe gekappt wurde.

Städtebaufördermittel für den Friedensplatz

Nach Angaben des Baureferats hat das Projekt rund 1,54 Millionen Euro gekostet. Diesen Betrag muss die Stadt nicht alleine schultern. Es flossen Städtebaufördermittel aus dem Programm Soziale Stadt in Höhe von 468.000 Euro, außerdem beteiligen sich die Diözese mit 272.000 Euro und die Evangelische Kirche mit 15.000 Euro an dem Quartiersplatz.

Nachdem die Gemeinde St. Joseph Eigentümerin der Fläche bleibt, kann sie den Platz jährlich für bis zu fünf Veranstaltungen unentgeltlich nutzen. Darüber hinaus sei er wie jeder andere öffentliche Platz auch allgemein zugänglich, teilt das Baureferat mit. Für Pflege und Unterhaltung müsse die Stadt sorgen.

Neuer Platz in Oberhausen wird am 14. Juli eröffnet

Offiziell eröffnet wird der Friedensplatz mit einer Feier am Sonntag, 14. Juli. Die evangelische Pfarrerin Snewit Aujezdsky und Pfarrer Bernd Weidner, Hausherr in St. Joseph, verbinden das Ereignis mit einem Pfarrfest. Die Besonderheit: Den Gottesdienst um 10 Uhr zum Auftakt feiern die diversen katholischen Gemeinden aus der Pfarreiengemeinschaft Oberhausen-Bärenkeller in der großräumigen evangelischen Kirche St. Johannes. Die Protestanten wiederum begeben sich nach St. Joseph, der nach dem Umbau viel kleineren Kirche. Anschließend wird der Platz gesegnet und es stehen Ansprachen auf dem Programm, unter anderem von Oberbürgermeister Kurt Gribl.

Weidner verrät noch ein paar Details, etwa den gemeinsamen ökumenischen Auftritt der verschiedenen Chöre und die vielfältigen Essensstände aller in den Kirchen beheimateten Gemeinden. Auch sie sind ein Spiegelbild des multikulturellen Oberhausen. In St. Joseph beispielsweise beten die katholischen Syrer und Iraker, St. Johannes ist für viele Deutsche aus Russland und Menschen aus den ehemaligen GUS-Staaten zur religiösen Heimat geworden.

Lesen Sie dazu auch: Könnte Oberhausen bald zum In-Viertel werden?

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