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Augsburg

06.04.2021

Öffnungen trotz Lockdown: Hoffnungen in Augsburg ruhen auf App "Luca"

Die App Luca kann auch in Augsburg genutzt werden.
Foto: Axel Heimken, dpa

Plus Die Forderungen, Schließungen und Einschränkungen nicht nur an Inzidenzen festzumachen, werden immer lauter. Jetzt tüftelt man in Augsburg an Ideen, wie ein Ausstieg per "Luca"-App gelingen könnte.

Die Inzidenzwerte in Augsburg bleiben auf einem hohen Niveau. Von Zahlen, die nach den derzeit geltenden Regelungen eine Öffnung von Handel, Gastronomie und Kultur zulassen würden, ist man weit entfernt. Den Wunsch von Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU), Augsburg in Anlehnung an Tübingen dennoch zu einer Modellstadt für kontrollierte Öffnungen zu machen, wurde seitens des bayerischen Ministerpräsidenten, Markus Söder, abgelehnt. Dennoch will die Stadtspitze Projekte erarbeiten, die einen schrittweisen Ausstieg aus dem Lockdown unabhängig von Inzidenzwerten ermöglichen. Zumindest will man bestmöglich vorbereitet sein, sollte es schon bald die Chance dafür geben.

Mit der App Luca im Restaurant einchecken

Ein Element dabei ist - neben Testen und Impfen - die Handy-App Luca. Sie macht die Kontaktverfolgung und eine geschützte, direkte Übertragung von Personendaten an das städtische Gesundheitsamt möglich. Hierfür hat die Stadt die Schnittstelle geschaffen. Wer Luca auf seinem Handy hat, kann sich bei Besuchen im Handel der Gastronomie oder Kultureinrichtungen am Eingang registrieren, indem er einen QR-Code scannt.

Wird ein Corona-Fall eines Besuchers bekannt, werden automatisch die Daten jener Personen, die sich zeitgleich am selben Ort aufgehalten haben, an das Gesundheitsamt übermittelt, das seinerseits die Kontaktnachverfolgung starten kann. Papierlisten, in die sich Besucher händisch eintragen können und die wegen datenschutzrechtlicher Bedenken teils für Missmut sorgten, wären dann überflüssig. Zudem erhofft man sich durch die digitale Variante kürzere Wege und damit eine schnellere Unterbrechung von Infektionsketten.

Während Bürger sich lediglich die kostenfreie App online herunter laden müssen - wer kein Smartphone hat, kann sich einen kostenlosen Schlüsselanhänger mit QR-Code besorgen - , müssen Gewerbetreibende und Kultureinrichtungen ihr Unternehmen anmelden. Auch dafür fallen keine Gebühren an, so Stefan Sieber, Leiter des Büros der Oberbürgermeisterin.

Augsburgs Kammern schulen Gewerbetreibende im Umgang mit Luca

Um Hürden abzubauen und möglichst viele zur Teilnahme zu animieren, kooperiert die Stadt mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie der Handwerkskammer für Schwaben (Hwk). "Wenn die Luca-App flächendeckend von vielen Gewerbetreibenden eingesetzt wird, bietet das die Chance für lokale Öffnungsszenarien. Das wäre ein wichtiger Meilenstein im Umgang mit der Pandemie, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Marc Lucassen. Die IHK hat deswegen bereits Termine für Online-Schulungen, sogenannte Webinare, angesetzt. Sie rechnet mit mehr als 400 Teilnehmern.

Im Handel wartet man mit Spannung auf die Einführung der App. "Sie ist eine gute Sache und kann neben Testen und Impfen helfen, schrittweise aus dem Lockdown auszusteigen", ist Ulrich Mayer, Vorsitzender des Innenstadt-Gewerbebeirats, überzeugt. Nun sei wichtig, Kunden und Unternehmer davon zu überzeugen, dass die App sicher ist und funktioniert. "Ich finde es daher sehr gut, dass die Stadt dieses Thema unterstützt und die Kammern bereits fleißig informieren." Michael Hehl, Geschäftsführer des Kinos Liliom, will die App ebenfalls einsetzen, wenn er dann Kino und Restaurant wieder öffnen kann. "Das ist eine gute Übergangslösung, aber noch wichtiger wäre das schnelle Impfen." Leo Dietz, Vorsitzender des Hotel- und Gaststättenverbands, kann es ebenfalls nicht schnell genug gehen: "Alles, was uns vorwärts bringt, ist gut." Die Rückmeldungen von Gastronomen und Hoteliers seien positiv.

Auch Elke Hehl vom IHK-Branchenservice Handel hat bisher viele positive Rückmeldungen zum Einsatz von Luca erhalten. "Die meisten freuen sich über diese Möglichkeit, die Öffnungen wahrscheinlicher werden lässt. Wir erwarten, dass auch der bislang geringe Teil von zurückhaltenden Unternehmen nach einer erfolgreichen Pilotphase einsteigen wird." Aus Erfahrungswerten anderer IHK, etwa Schwerin und Rostock, wisse man, dass die Luca-App von den Gewerbetreibenden sehr gut angenommen wird.

Luca funktioniert anders als die Corona Warn App

Vereinzelt aufkommende Kritik, die Stadt habe mit Luca unnötig eine zweite App neben der Corona Warn App (CWA) etabliert, kontert Markus Jopp vom städtischen Amt für Digitalisierung: "Die Corona Warn App und die Luca-App sind zwei verschiedene Systeme." Bei der Corona Warn App (CWA) blieben Anwender anonym, kein Gesundheitsamt könne auf die Daten der CWA zugreifen. "Nur wenn eine infizierte Person die CWA ebenfalls verwendet und ihr positives Testergebnis eingetragen hat, können Kontakte über ein Infektionsrisiko benachrichtigt werden", erklärt Jopp. Die Luca-App erleichtere dagegen die Arbeit im Rahmen der Kontaktpersonennachverfolgung. Anwender bauen sich eine Kontakthistorie auf, die im Infektionsfall für das Gesundheitsamt freigegeben werden kann. Grundsätzlich sei Augsburg jedoch lösungsoffen und auch für die Einbindung weiterer Kontaktnachverfolgungs-Apps bereit.

Wie trifft die Corona-Krise die Gastronomie? Hören Sie sich dazu unseren Podcast von Juni 2020 aus der Reihe "Augsburg, meine Stadt" an:

 

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09.04.2021

@Robert M.
Bitte lesen Sie doch Ihren Kommentar. Ich habe genau dass wiedergegebn, was Sie geäußert und geschrieben haben!

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07.04.2021

Lieber Herr Robert M.
Meiner Meinung nach sind Sie sich nicht im klaren und auch nicht richtig bewusst, von Was und Über was Sie schreiben.
Der CCC kommt bestimmt nicht bei Ihnen vorbei um die " ... unserer in der Landschaft plazierten Hardware" zu prüfen, und schon gar nicht um einen niedrigen 2-stelligen Euro Betrag zu verlangen. Es mag sein, dass Sie entweder etwas sehr schwer verwechselt haben, oder einfach etwas missverstanden zu haben. Möglicherweise wurden Sie auch einfach nur getäuscht.
Auf alle Fälle sollten Sie sich über ihr Lapsiges Sicherheitsbewusstsein ernsthafte Gedanken machen.

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07.04.2021

"Der CCC kommt bestimmt nicht bei Ihnen vorbei um die " ... unserer in der Landschaft plazierten Hardware" zu prüfen, und schon gar nicht um einen niedrigen 2-stelligen Euro Betrag zu verlangen."

Das habe ich auch so nicht geschrieben. Den Rat, erst zu schreiben, wenn man das Gelesene auch verstanden hat, gebe ich daher ungebraucht an Sie zurück, werter Gerd R.

Und mein "Lapsiges Sicherheitsbewusstsein" lassen Sie bitte ganz alleine meine und die Sorge meines Arbeitgebers sein, ja?

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06.04.2021

@RobertM: So so, der CCC macht sich nur wichtig? Und der Beauftrage aus BW findet Luca ganz toll? Zur Einschätzung:
- Bei Luca handelt es sich um ein mvp mit geklautem Code, trotz Ankündigung sind die Sourcecodes ausser der Android-Client immer noch nicht veröffentlicht. Die gesammelten Daten können ausgewertet werden, im Gegensatz zur Corona Warn App
- Herr Brink aus BW hat auch Microsoft Teams in den Schulen durchgedrückt, obwohl ziemlich jeder ihn davor gewarnt hat und fast keiner ihm zustimmt. Nun werden Profile der Schüler in die USA geschickt, die Schüler erhalten Microsoft-Produktschulung statt Verfahren zu lernen. Toller Experte.
- Viele Mitglieder des CCC sind weltweit gefragte Experten für Sicherheitsaudits, der CCC hat es nicht nötig sich wichtig zu machen, oder waren sie schon einmal auf einem 3Cx?

Das Markus Jopp vom Amt für Digitalisierung aus Augsburg Luca toll findet, fein. Die nächste Version der Corona Warn App nächste Woche bietet die gleiche Funktion wie Luca, nur ohne Daten sammeln, mit öffentlichem Code, aber ohne alternden Pop-Rapper als Investor und Influencer. Kompetenz sieht anders aus ....

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06.04.2021

"@RobertM: So so, der CCC macht sich nur wichtig?"

Ja, tut er. Wir hatten auch mal so einen "Experten" vom CCC zur sicherheitstechnischen Beurteilung unserer in der Landschaft plazierten Hardware bei uns. Mei, hat sich der wichtig gemacht. Als ich ihm entgegenhielt, daß der anrichtenbare Schaden erstens lokal begrenzt ist und maximal im niedrigen zweistelligen Eurobereich liegt und zweitens das Risiko dabei in flagranti erwischt zu werden, sehr hoch ist, hat er sich wieder getrollt.

Also, bleiben Sie mir mit solchen Wichtigtuern vom Leib, bitte!

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06.04.2021

Dieser Artikel lässt die aktuelle kritische Diskussion um die LucaApp und die kritische Stellungnahme der Datenschützer vom 26. März völlig außer Acht. Eigentlich wäre eine App für die Kontakterfassung in Restaurants usw. besser und datensicherer als die bisherige Zettelwirtschaft. Wenn es denn richtig umgesetzt wird... und das wird es in der LucaApp offensichtlich nicht. Ganz aktuell, die QR Codes lassen sich missbrauchen
https://t3n.de/news/kritik-luca-app-qr-code-missbrauch-1370826/
Warum nun alle auf die LucaApp setzen?
Es gibt etwa 40 weitere Apps, die eine solche Funktion zur Kontaktverfolgung anbieten. Hat sich die Stadt Augsburg diese angesehen? Gab es ein Ausschreibungsverfahren?
Oder lief es nach dem Konzept der Digitalisierung in Deutschland: Der Smudo hat aber gesagt....

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06.04.2021

@Robert M.
Ihr Link zeigt die Meinung vom 17. Februar auf. In der Zwischenzeit hat sich einiges getan was die Luca-App in keinem so guten Licht dastehen lässt. Ausserdem muss die Luca-App zusätzlich lizenziert und auch bezahlt werden.
Ich stimme mit @Jörg S. überein und betrachte es auch seitens des Datenschutzes als bedenklich.

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06.04.2021

Die Luca App ist ein offenbar zu schnell umgesetztes Projekt mit zahlreichen technischen Mängeln und äußerst fragwürdigem Datenschutz.
Der verbreitete Wunderglaube, dass eine App wie "Luca" eine schnelle und zuverlässige Unterbrechung von Infektionsketten zulässt entbehrt einer sachlichen Basis:
Ohne die freiwillige PCR-Testung des Erst-Infizierten ist auch diese App im Ernstfall erst einmal völlig wirkungslos! Erst mit der Meldung der Infektion vom Labor an das Gesundheitsamt und der Nachfrage beim Infizierten zur Luca-App kann die App einen Nutzen haben. Bis dahin wird mindestens ein Tag seit dem Test vergangen sein.
Selbst wenn der Erst-Infizierte dem Gesundheitsamt bekannt wird liegt es am Infizierten, ob er die Daten aus der Luca-App freigibt. Erst damit kommt das Amt an die Daten zur Nachverfolgung und kann beginnen die Kontakte zu warnen!

Lesetipp auch für Journalisten: Eine gute Erklärung dazu ist in der "Zeit Online" am 4. März erschienen. Zum Datenschutz fragen Sie bitte die Experten vom CCC, der bisher bekannt gewordene Programmcode der App lässt wenig Hoffnung auf ein solides Konzept im Umgang mit Gesundheitsdaten und Bewegungsprofilen!

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06.04.2021

Der Landesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit in Baden-Württemberg, Herr Brink, kommt zu einem anderen Schluß: „Die App ‚luca‘ leistet einen wichtigen Beitrag bei der Nachverfolgung von Kontakten während der Pandemie und erfüllt dabei unseren hohen Datenschutz-Standard.“ (https://www.baden-wuerttemberg.datenschutz.de/lfdi-brink-unterstuetzt-nutzung-der-luca-app/"

Dem CCC gehen wohl Mitglieder und ihre Beitragszahlungen ab, also muss er sich mal wieder wichtig machen…

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06.04.2021

Die Kontaktdaten digital erfassen ist ein guter Weg in Richtung Öffnung. Die Kontaktermittlung ist einfacher,
zeitnaher, umfassender.

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06.04.2021

Öffnungen sollen als von einer App, einem Programm, abhängen? Ich hoffe, die Enmtscheider sind sich im Klaren darüber wie viele fehlerfreie Programme es überhaupt gibt.

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