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Augsburg

18.07.2013

Operation geglückt, Säle fertig: Klinikum für 30 Millionen saniert

Bild: Silvio Wyszengrad

  Für 30 Millionen Euro wird das Herzstück des Klinikums komplett umgebaut. Der erste Abschnitt wurde nun fertiggestellt, kann aber erst ab September genutzt werden

30000 Operationen werden pro Jahr am Augsburger Klinikum vorgenommen. Bald könnten es deutlich mehr werden. Durch eine Neustrukturierung des Operationsbereichs sollen ein bis zwei zusätzliche Eingriffe pro Tag möglich sein, sagt Architekt Michael Ludes. Er und sein Team sind verantwortlich für die insgesamt 30 Millionen Euro teure Sanierung der 30 Jahre alten OPs.

Gestern wurde der erste Abschnitt abgeschlossen, zehn neu ausgestattete Säle wurden eröffnet. Im September können hier die ersten Eingriffe stattfinden. Danach gehen die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt los. 2015, wenn alles fertig ist, verfügt das Klinikum über insgesamt 24 hochmoderne Operationssäle.

Allein zwölf Millionen Euro werden in neueste Technik gesteckt. Das Klinikum sei damit „auf dem Niveau eines Uniklinikums“, erklärt Architekt Ludes. Der Experte für Klinikumbauten arbeitet derzeit auch in Großhadern, wo ebenfalls neue OP-Säle in Betrieb gehen. „Ich kann im Vergleich dazu keine Abstriche erkennen.“

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Im Frühjahr 2012 hatten die Arbeiten an den OP-Sälen begonnen. Stehen geblieben sind im Prinzip nur die Außenmauern. Sonst ist alles neu: die Technik, die Struktur der Räume, die Optik. Der Architekt spricht von einer „Operation am offenen Herzen“. Er kenne „kaum ein vergleichbares Projekt in Deutschland“. Denn die Sanierung erfolgte bei laufendem Betrieb.

OP-Kapazitäten waren eingeschränkt

Zwar waren 2011 auf dem Dach des Klinikums in einem Provisorium sechs Ausweichsäle eingerichtet worden, trotzdem mussten die Operateure zuletzt mit deutlich geringeren Kapazitäten auskommen. Deswegen wurden OP-Zeiten erweitert, in einigen Bereichen wurde rund um die Uhr operiert. Nicht unbedingt zur Freude der Mitarbeiter. Zwischenzeitlich gab es Proteste des Personalrats. Hinzu kam das Nebeneinander von Bauarbeiten und medizinischem Betrieb, das von den Baufirmen viel Feingefühl erforderte. Schließlich durften der Lärm, Dreck und die Erschütterungen während ihrer Arbeiten den OP-Ablauf nicht stören. Alles sei reibungslos verlaufen, lobten die Verantwortlichen nun.

Die eröffneten OP-Säle lassen bereits erkennen, wie sich das Klinikum nach der Generalsanierung präsentieren wird: hochmodern. „Man kommt sich vor, als wäre man in der Zukunft“, sagt Klinikums-chef Alexander Schmidtke. Edgar Mayr, Chefarzt der Unfallchirurgie, räumt sogar ein: „Es könnte der Eindruck entstehen, die Augsburger hätten hier ganz schön geklotzt. Und es stimmt.“ Denn man habe bei den Planungen in die Zukunft gedacht, den medizinischen Fortschritt einkalkuliert.

Ein Roboter hilft den Ärzten

„Keiner weiß, wohin die Reise geht“, sagt Mayr. Möglicherweise bringe die Zukunft eine ähnliche Revolution wie die 90er Jahre, als minimalinvasive Eingriffe in immer mehr Bereichen größere Operationen ersetzten. Eine erste große Verbesserung sollen die beiden Hybrid-OPs bringen. Einer davon ist bereits fertig. Hier können während der Operation Röntgenbilder angefertigt werden. Ein Kuka-Roboter führt das Aufnahmegerät auf Knopfdruck an die richtigen Stellen. Das erleichtere Eingriffe vor allem bei Herz- und Gefäßerkrankungen, erläutert Chirurg Mayr.

Der Aufbau des Operationsbereichs ermöglicht es zudem, die Patienten optimal auf den Eingriff vorzubereiten, sodass die Operations-Säle selbst deutlich kürzer belegt sind. Dadurch wiederum könne man mehr OPs vornehmen und den Betrieb wirtschaftlicher gestalten, so der Architekt. Eine Besonderheit sind die mit Glas verkleideten Wände, wodurch die Hygiene verbessert werden könne.

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