Konzert

18.02.2015

Operetten-Glück

Orchester Frank Lippe im Parktheater

Normalerweise wechseln die Solistinnen in der Konzertpause die Roben. Beim Faschings-Operettenkonzert im Parktheater war es Conférencier Florian Innerebner, der mehrmals in echter humoristischer Conférence-Tradition das – die Geschmacksnerven demonstrativ strapazierende – Outfit wechselte und damit Lacher hervorrief. Der charmante Schauspieler des Augsburger Theaters sprang ein für den verhinderten Harald Volker Sommer, er wünschte dem erkrankten Sänger Christopher Busietta schnelle Genesung. Einen Ersatz für den Tenor gab es nicht.

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Dafür schlossen die verbleibenden Solisten Sopranistin Cathrin Lange, Bariton Manuel Wiencke und Florian Innerebner, vor allem aber das Salon-Orchester Frank Lippe die Lücke bravourös: Das Instrumentalensemble stand den vokalen Höhenflügen nicht nach. Die sechs Musiker der Augsburger Philharmoniker mit ihrem Leiter und Arrangeur Frank Lippe folgten den Sängern vollendet und spielten akkurat zusammen, glänzten in den Solostücken etwa im schwelgerischen Intermezzo aus Strauß’ „Indigo“ durch Farbenreichtum.

Im Repertoire waren Operetten-Klassiker wie das „Vilja-Lied“, „Lippen schweigen“, Highlights aus der „Fledermaus“ und „Csárdásfürstin“, das charlestonhafte „Komm mit mir nach Varasdin“, ebenso Perlen abseits vielgegangener Pfade wie der zitatreiche „Frühlingsstimmen-Walzer“, ein Vorzeige-Koloratur-Stück, von Cathrin Lange exzellent gesungen, mit Bravorufen gefeiert.

Die Sopranistin mit der bezaubernd hellen, samtigen Stimme erhielt kurzzeitige weibliche Konkurrenz durch „Manuela“ Wiencke, denn der stimmschöne, ausdrucksreiche Bariton schlüpfte für sein selbst geschriebenes Lied „Im Flunkern bin ich eine Königin“ (Text: Michaela Gumpp) in pompöse Damenkluft. Im ersten Konzertpart spiegelten ihre Duette Beziehungskrisen mit glücklichem Ausgang nach typischer Wiener Operettenart, im zweiten Part herrschte Harmonie mit kleiner Ausnahme: auch Multitalent Georg Kreisler kam mit zwei berühmten Chansons zu Wort.

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