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Parkgebühren lösen nicht alle Probleme

Parkgebühren lösen nicht alle Probleme
Kommentar Von Nicole Prestle
16.10.2019

Rund um den Zoo gibt es zu wenig Parkplätze. Nun sollen Besucher Gebühren zahlen. Doch wirklich helfen wird das auch nicht...

Die Parkplatzsituation am Augsburger Zoo ist kein ständiges Problem. Es gibt Spitzenzeiten, zu denen sehr viele Gäste kommen – Ostern zum Beispiel oder schöne Wochenenden im Sommer. Doch an diesen wenigen Tagen liegen die Nerven von Anwohnern und parkplatzsuchenden Menschen blank. Die Stadt tut also gut daran, nach einer Lösung zu suchen. Doch ist diese Lösung eine Parkgebühr?

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Dafür spricht, dass ein gebührenpflichtiger Parkplatz einige Autofahrer abschrecken würde, die gar nicht zum Zoo wollen. Manche parken hier, weil sie im Siebentischwald joggen wollen, andere nutzen den Parkplatz als kostenlose Park-and-Ride-Station. Auch wenn drei Euro pro Tag nicht viel Geld sind, würden sich manche bei Einführung einer Parkgebühr vielleicht andere Lösungen überlegen.

Doch erstens sind diese Fälle nicht das Hauptproblem, zweitens tragen Parkgebühren allein nicht zu einer Entschärfung bei. Im Wissen darum will die Stadtverwaltung sie durch andere Maßnahmen flankieren, ein Parkleitsystem zum Beispiel. Die Einführung dieser Technik für die Innenstadt zog sich über Jahrzehnte, sie soll nun angeblich Ende 2020 kommen. Auch am Zoo würde ein solches System nicht von heute auf morgen kommen. So lange würden die Besucher also weiter zum Parkplatz fahren, um dort ihr Glück zu versuchen.

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Auch ein Ausweichen auf angrenzende Wohngebiete wird durch eine Parkgebühr nicht vermieden. Um dies zu unterbinden, müsste dort wohl Anwohnerparken eingeführt und – zumindest an den Wochenenden – auch strikt kontrolliert werden. Eine Maßnahme, die auch nicht jedem gefallen wird. Vor allem die Bürger im Spickel würden durch Parkausweis-Gebühren zusätzlich zur Kasse gebeten.

Wie man es auch dreht und wendet: Die Lage im Siebentischwald, wo auch der Botanische Garten, die Handwerkskammer, ein Reitstall und künftig das Umweltbildungszentrum der Stadt angesiedelt sind, wird schwierig bleiben. Es gibt dort einfach nicht genügend Parkraum. Zu einem Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel werden sich die Menschen nur bewegen lassen, wenn das Angebot gut ist – und zwar im ganzen Stadtgebiet. Das Problem Zooparkplätze wird damit leider wohl auch im nächsten Jahr bestehen bleiben...

Lesen Sie dazu auch diese Artikel: Am Augsburger Zoo werden künftig wohl Parkgebühren fällig, Pläne für Parkgebühren am Zoo stoßen auf Kritik

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Die Diskussion ist geschlossen.

16.10.2019

Hallo Frau Prestle, das Disziplinarverfahren im Höhmannhausskandal ist eingestellt worden. Haben Sie das schon mitbekommen? Man liest gar nichts in der AA. Die entsprechenden Artikel sind leider zum Kommentieren geschlossen, deshalb hier die Anfrage. Interessant ist ja die Begründung: "Weil Herrn Trepesch kein Fehlverhalten zuzuordnen ist, ist der Stadt kein Schaden entstanden". Eine kühne Behauptung finde ich. Dann ist der Stadt der Schaden (der ohne Zweifel vorhanden ist und zwar solange bis die Mieten im Höhmannhaus die ortübliche Höhe erreicht haben) halt durch denjenigen entstanden, der die Verantwortung dafür trägt, dass Herr Trepesch keine hatte. ;-)

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16.10.2019

Was hat das mit der Parksituation am Zoo zu tun...???

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16.10.2019

CSU und FDP werfen den Grünen doch immer Verbotspolitik vor und fordern statt dessen marktwirtschaftliche Lösungen. Eine solche ist eine Parkgebühr am Zoo: Die knappe Ressource Parkraum wird so effizienter bewirtschaftet, und es gibt einen kleinen Anreiz, mit Bus, Bahn oder Fahrrad anzureisen. Für die Bewohner*innen wäre Bewohnerparken eine gute Idee - das kostet gerade mal 30 Euro im Jahr (2,50 € im Monat), ergänzt durch großzügige Parkscheibenregelungen für Besucher*innen. Wenn es dann noch ein Kombiticket für Zooeintritt und AVV und einen dichteren Takt auf der Linie 32 gäbe, wäre die Situation vermutlich sehr viel besser als heute.

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