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14.03.2019

„Peiffer bitte, ohne f“

Der sonst eher zurückhaltende Arnd Peiffer jubelt außergewöhnlich ausgelassen bei der Siegerehrung über seine Goldmedaille und den WM-Titel im 20 Kilometerrennen von Östersund.
Bild: Witters

Biathlon Obwohl der Deutsche jetzt Weltmeister ist, gibt es Probleme mit der Schreibweise seines Namens. Neben dem Sport zählt für den 31-Jährigen vor allem die Familie

Östersund Diese Sache mit seinem Namen stört Arnd Peiffer jedes Mal aufs Neue. „Peiffer bitte, ohne f“, sagt er dann, wenn ihn wieder jemand als „Herr Pfeiffer“ anspricht. Das passiert immer noch ziemlich häufig, selbst bei der Biathlon-WM in Östersund wurden bei einer Pressekonferenz noch Fragen an „Arnd Pfeiffer“ gestellt. Dabei sollte sein Nachname längst geläufig sein, ist er mit nun fünf Weltmeistertiteln doch der Kopf im Team der deutschen Skijäger. Sein WM-Gold im Einzel lässt ihn zu den Großen seines Sports aufsteigen.

Peiffer hat innerhalb von etwa 13 Monaten den Olympiasieg im Sprint in Pyeongchang geholt und den so schwer zu erringenden WM-Titel im Klassiker über 20 Kilometer gewonnen. „Mich freut es wirklich sehr, dass ich das so bestätigen konnte“, sagte der 31-Jährige aus dem Harz am Mittwoch. Nie hatte er zuvor über die längste Distanz auch nur auf dem Podest gestanden, deswegen war er „einfach nur glücklich“.

Doch Glück, das hat für Peiffer längst nicht mehr nur mit der Skijagd und Erfolgen in seinen Wettkämpfen zu tun. „Ich bin Papa geworden, und das ist das Allerschönste und Wichtigste.“ Er müsse sich jetzt auch schon mal „zu Hause losreißen“, wenn er sich von seiner kleinen Tochter verabschiedet, die erst im Dezember geboren wurde.

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Die Familie erhält viel Aufmerksamkeit, Biathlon zu vernachlässigen, kommt für den jungen Vater jedoch noch nicht infrage. „Ich mache diesen Sport einfach gerne. Und so lange ich ihn mache, mache ich ihn auch vernünftig und nicht halbherzig“, sagte Peiffer. Deswegen kennt er jede Statistik, jedes Detail aus jedem seiner Wettkämpfe. Jedes Rennen analysiert er genau und zieht die richtigen Schlüsse.

Auch diese Fähigkeiten sorgten dafür, dass er der erste deutsche Weltmeister in der Königsdisziplin seit Sven Fischer vor 20 Jahren wurde. „Man muss es immer wieder probieren, das ist der Schlüssel im Biathlon“, sagte Peiffer, der viele bittere Niederlagen erlebte. Wie 2012 bei der Heim-WM in Ruhpolding, als er einen Fehler zu viel schoss und statt Weltmeister nur Siebter wurde. Viele hätten ihn gefragt, ob er nach seinem Triumph bei Olympia in Südkorea Motivationsprobleme gehabt hätte. Peiffer konnte die Frage nie verstehen.

Arnd Peiffer quält sich seit einem Jahrzehnt im Biathlon-Weltcup, wurde 2011 in Sibirien schon Weltmeister im Sprint. „Ich nenne ihn immer Maschine, weil er immer vorne mit dabei ist, wenn es darauf ankommt“, sagte Teamkollege Benedikt Doll.

Ohne Medaille Denise Herrmann und Erik Lesser haben bei der WM-Premiere der Single-Mixed-Staffel eine Medaille verpasst. Das Duo musste sich im ersten WM-Rennen des gemischten Doppels mit dem vierten Platz zufrieden geben. Gold ging an Norwegen. (dpa)

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