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Augsburg

22.11.2018

Per Spezialzug: Wie MAN künftig Motoren liefert

So sieht der grüne Spezialzug aus, der künftig Dieselmotoren aus Augsburg nach Mannheim transportiert.
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So sieht der grüne Spezialzug aus, der künftig Dieselmotoren aus Augsburg nach Mannheim transportiert.
Bild: Silvio Wyszengrad

Die Firma MAN Energy Solutions, die Dieselmotoren in Augsburg fertigt, setzt künftig verstärkt auf die Schiene. Dazu kommt ein Spezialzug zum Einsatz.

Die Produkte, die im Werk in Augsburg gefertigt werden, wiegen mehr als 100 Tonnen. Einige Exemplare bringen es sogar auf stolze 250 Tonnen. Es handelt sich um Dieselmotoren und Turbomaschinen, die bei der Firma MAN Energy Solutions produziert werden. Das Unternehmen dürfte vielen Menschen unter seinem früheren Namen MAN Diesel&Turbo etwas besser vertraut sein. Auch unter dem geänderten Namen hat sich an der strategischen Ausrichtung nichts geändert.

Motorentransport wird von der Straße auf die Schiene verlagert

MAN ES, wie die abgekürzte Version lautet, ist im internationalen Geschäft tätig. Die Motoren, Made in Augsburg, werden weltweit ausgeliefert. Wie aber kommt ein 200 Tonnen schwerer Motor aus Augsburg nach Asien oder Afrika? Der Transport läuft in Etappen. Bislang ging der Weg von Augsburg aus anfangs nur über die Straße.

Schwertransporter brachten die Motoren in Nachtfahrten – tagsüber sind diese Fahrten nicht erlaubt – nach Heilbronn. Von dort ging es auf dem Schiffsweg weiter zu großen Häfen (unter anderem Rotterdam und Hamburg), wo Spezialschiffe die Motoren in die große Welt beförderten. Am Schiffsweg ändert sich nichts. Die Erneuerung betrifft Augsburg.

Künftig setzt das Unternehmen verstärkt auf die Bahn. „Wir wollen einen Großteil der Schwerguttransporte von der Straße auf die Schiene bringen“, sagte Vorstandsvorsitzender Uwe Lauber bei der offiziellen Einweihung des neuen Schwerlastzentrums am Standort Augsburg.

Route für den Schwertransport: Entlastung für die Anwohner

Für Menschen, die entlang der Straßenroute liegen, bedeutet dies eine spürbare Entlastung, sagt er. Es sei dauerhaft mit weniger Verkehr zu rechnen. Störungen, die durch die MAN-Schwertransporte verursacht werden, sollen reduziert werden. Davon sind viele Menschen in der Region berührt: Der Weg in Richtung Heilbronn, der generalstabsmäßig geplant ist (vor allem wegen der Brücken) führt aus Augsburg über die B300 nach Diedorf und Gessertshausen. Später geht es weiter über Mödishofen, Häder, Agawang, Rommelsried, Adelsried, Kruichen, Welden und Zusamzell in den Kreis Dillingen.

Uwe Lauber
Bild: Silvio Wyszengrad

Künftig wird ein Spezialtransporter viele Dieselmotoren auf dem Schienenweg nach Mannheim bringen, wo sie ebenfalls auf ein Schiff verladen werden. In Augsburg führt der Zug vom MAN-Werk auf Gleisen der Localbahn entlang der Berliner Allee zur Morellstraße. Vom Güterbahnhof aus geht es weiter nach Mannheim. Etwa 150 Großmotoren werden gegenwärtig im Augsburger Werk im Jahr ausgeliefert. Etwa die Hälfte verlässt es künftig mit der Bahn. Mittelfristig sollen es bis zu 80 Prozent sein. Ganz aufgegeben wird der Transport auf der Straße nicht.

MAN nutzt für Schwertransport neues Schwerlastzentrum und Spezialzüge

Das neue Schwerlastzentrum ist eine sieben Millionen Euro teure Halle, die 160 Meter lang, 36 Meter breit und 16 Meter hoch ist. Bahngleise liegen in der Halle. Diese sind nötig, um die Motoren auf den Zug zu hieven. Der grüne Spezialtransporter ist 55 Meter lang. Die Motoren werden auf zwei große Freiflächen verladen. Der Zug gehört der Spedition Kübler (Michelfeld bei Mannheim). Mehr als 40 Millionen Euro hat der Zug gekostet. Langfristige Verträge mit MAN ES sollen die Refinanzierung sicherstellen.

Die Investition in das Schwerlastzentrum versteht das Unternehmen als klares Bekenntnis zum Standort Augsburg. Martin Oetjen, Leiter des Werks, wies bei der Einweihungsfeier mit einem Augenzwinkern auf seine norddeutsche Herkunft hin: „Mich hat schon so mancher Hamburger gefragt, warum wir eigentlich die Motoren in den Bergen produzieren?“. Die Antwort gab er umgehend: „Mal losgelöst von den nicht vorhandenen Bergen hier. Wir haben eben in Augsburg die gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeiter für diese Motoren.“

Redaktioneller Hinweis: In einer vorherigen Version wurde die falsche Firmenabkürzung "SE" statt "ES" verwendet. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

Lesen Sie dazu: Wie der Augsburger MAN-Chef die Namensänderung erklärt

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