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Augsburg

28.09.2017

Peta will Fische retten: Ärger um Aquarium in der Rockfabrik

Die Tierschutzorganisation Peta will Fische aus der Augsburger Diskothek Rockfabrik retten. Das Veterinäramt soll dabei helfen.
Bild: Sebastian Kahnert, dpa (Symbolbild)

Die Tierschutzorganisation Peta will Fische aus der Augsburger Diskothek Rockfabrik retten. Das Veterinäramt soll dabei helfen.

Jeder von uns hat seinen ganz eigenen Musikgeschmack. Die einen mögen es poppig, die anderen rockig, wieder andere lieber klassisch. Fische dagegen mögen Musik eher gar nicht. Zu laut. Das sagt Meeresbiologin Tanja Breining, Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei der Tierschutzorganisation Peta. Die Organisation versucht deshalb gerade, die Fische eines Aquariums, das in der Augsburger Diskothek Rockfabrik steht, zu retten und in eine andere Umgebung zu bringen, „Vor allem die vibrierenden Basstöne machen den Fischen sehr zu schaffen und setzen sie großem Stress aus“, so die Tierschützerin. Fische seien keine lebendige Dekoration und gehörten somit nicht in eine Diskothek.

Auf das Aquarium aufmerksam geworden ist Peta laut eigenen Angaben durch einen Besucher der Rockfabrik. Zudem hätte man sich ein Video angesehen und sich so ein Bild über den Standort und die Einflüsse auf die Tiere gemacht. „Da klopfen Gäste an die Scheibe und Blitze von Fotoapparaten sind zu sehen. Die Tiere sind so zwei Stressfaktoren ausgesetzt. Der Gefangenschaft und den negativen Einflüssen von außen“, so Breining.

Das will die Organisation nicht hinnehmen und hat reagiert. So, wie sie es in vergleichbaren Fällen in Berlin, Kiel oder 2012 auch in Aichach, immer getan hat. Sie hat sich an die Betreiber der Diskotheken und das für Augsburg zuständige Veterinäramt gewandt.

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Dort war man von dem Fakt, dass die Rockfabrik ein Aquarium hat, nicht überrascht. „Die Fischhaltung im Eingangsbereich der Diskothek ist der Augsburger Veterinärbehörde von Beginn an bekannt gewesen. Das besagte Aquarium befindet sich im Eingangsbereich und wird dort nach unserer Kenntnis weder extremer Lautstärke noch „bewegtem Licht“ ausgesetzt“, so Amtsleiterin Felicitas Allmann. Grundsätzlich halte man Verbote für Aquarien in Barbereichen oder in der Umgebung von Tanzflächen „natürlich für sinnvoll“. Im vorliegenden seien aber weder der Standort noch das Aquarium selbst zu beanstanden gewesen.

Was sagt die Rockfabrik?

Und was sagen die Betreiber der Rockfabrik? „Ich finde das Ganze etwas übertrieben“, so Geschäftsführer Markus Höltl. Um das Aquarium würde sich geschultes Personal kümmern, die Fische stünden weit weg von der Musik und die Diskothek sei ohnehin an nur zwei Tagen in der Woche geöffnet. „Ich werde das Aquarium sicher nicht auflösen. Nach Peta-Ansicht ist jede Art der Haustierhaltung Tierquälerei. Das kann ich so nicht nachvollziehen“, begründet Höltl.

Das Veterinäramt kündigte seinerseits an, die Fischhaltung in der „Rockfabrik“ aufgrund der Anzeige von Peta erneut unangemeldet zu kontrollieren. Darüber hinaus seien der Augsburger Veterinärbehörde keine weiteren Diskotheken mit Aquarien bekannt.

Für Peta sicherlich keine befriedigende Aussage. Wenn das Aquarium in der Rockfabrik nicht abgebaut werde, werde man sich weitere Schritte überlegen, kündigte Tanja Breining an. „Unter Umständen liegt hier sogar ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vor. Das müssten wir dann gegebenenfalls prüfen.“ Bisher habe Peta die Fälle meist außergerichtlich klären können. So wie bei dem Fall in Aichach. Dort hat der Betreiber des M-Eins die Fische an einen Privathaushalt abgegeben.

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Die Diskussion ist geschlossen.

08.10.2017

Ein Fischaquarium in einer Diskothek zu halten ist nicht zu akzeptieren. Zum einen gehören Tiere nicht in die Unterhaltungsbranche. Sie sind keine Dekoration. Das Leben in einem Aquarium ist keine artgerechte Haltung. Zum anderen sind diese Tiere zusätzlichen Lärm ausgesetzt. Ebenfalls die Vibration, die durch die Musik bzw. Basstöne und durch die Menschen ausgelöst werden. Auch ständiges Klopfen an den Scheiben und Blitzlichter der Kameras. Purer Stress für diese amen Lebewesen. Stellen Sie sich vor, Sie müssten dort leben und keiner würde Ihnen helfen!

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30.09.2017

Was sollen denn Fische in einer Disco? Es ist schon schlimm genug, dass die sogennanten Zierfische in ihrem natürlichem Lebensraum fast ausgerottet wurden, damit sie Menschen auf der anderen Seite des Planeten in Glaskästen sperren und anglotzen können.

In einer Disco werden sie höchstens noch mehr traktiert weil irdendwelche unseriösen Discobesucher, die es immer gibt, denken sie können blöde Witze mit den Fischen machen, an die Scheiben klopfen, Blitzlichtfotos machen und womöglich noch Abfälle ins Aqarium werfen.

Deshalb Fische RAUS aus der Disco. Außerdem ist die Musik viel zu laut für die Fische. Wasser leitet Geräusche anders als Luft. Unter Wasser klingen Geräusche lauter, was jeder Taucher bestätigen kann. Also weg mit den Fischen oder irgendwelchen anderen lebendigen Tieren aus der Disco.

Irgendein technologischer Firlefanz käme im Eingangsbereich sicher weit besser an.

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29.09.2017

Wieder einmal werden Tiere zu unserem Vergnuegen missbraucht und gequaelt :(

Vielleicht sollten sich die Besitzer dieser Disko einfach mal ueberlegen, wie sie es faenden, wenn sie in einem Kaefig eingesperrt werden und unfreiwillig furchtbarem Laerm und Menschenmassen ausgesetzt sind.

Wenn ich in die Disko gehe, moechte ich tanzen und Spass haben...was haben dort Fische zu suchen?

Bitte denken Sie darueber nach

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29.09.2017

Fische gehören nicht in die Disko! Die Dauerbeschallung ist schlicht eine Tortur und die Verständigung der Fische untereinander ist gestört. Warum braucht man denn in einer Disko auch Fische, um Spaß zu haben? Ich kann das nicht nachvollziehen und würde mir sehr wünschen, dass die Fische an einen ruhigeren Platz mti weniger Publikumsverkehr umziehen können. Liebe ROFA, bitte lasst die Fische frei!

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