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Augsburg

11.03.2019

Pferseer sollen bei der Zukunft des Bürgerhauses mitreden

An der Rückseite des Bürgerhauses plant die Stadt einen größeren Anbau. Er soll räumliche Probleme lösen und zugleich Platz für einen Familienstützpunkt und eine Tagespflege für Kindergartenkinder schaffen. Aber es gibt Widerstand gegen das Vorhaben.
Bild: Annette Zoepf

Für die geplante Erweiterung stehen hohe Fördermittel in Aussicht. Bürgeraktion und CSU sind aber gegen das Projekt. Was für die Pläne der Stadt spricht und was dagegen.

Die Bürgerversammlung in der kommenden Woche zum Umbau des Bürgerhauses könnte zur Klärung beitragen. Über den geplanten Anbau (wir berichteten mehrfach) ist nämlich ein heftiger Streit entbrannt. Insbesondere der Vorsitzende der Bürgeraktion Pfersee, Dietmar Egger, ist entschieden dagegen. Offen ist noch: Spricht er für viele Pferseer oder vertritt er eher eine Einzelmeinung?

Die Infoveranstaltung findet am Donnerstag, 14. März, um 18 Uhr im Pfarrsaal von Herz Jesu statt. Es geht darum, ob das Vorhaben mit Fördermitteln von Bund und Freistaat in Höhe von bis zu 1,4 Millionen Euro umgesetzt wird oder sich die Stadt mit einem kleineren Anbau begnügt. In dem einen Fall wird das Bürgerhaus um einen Familienstützpunkt, Familienberatung und eine Großtagespflege für zehn Kindergartenkinder erweitert, in dem anderen nur ein Aufzugturm geschaffen, der Barrierefreiheit im Haus herstellt, oder bestenfalls werden die Räume des Bürgerhauses etwas vergrößert.

Aufzug für das Bürgerhaus ist unstrittig

Stadt und Arbeiterwohlfahrt, die Betriebsträgerin des Bürgerhauses, denken schon länger über Verbesserungen für das Bürgerhaus nach. Bisher sind die Räume im Untergeschoss und im ersten Stock für Rollstuhlfahrer und auch Gehbehinderte kaum erreichbar. Dass ein Aufzug gebraucht wird, ist unstrittig. Zudem wird das Haus von Vereinen, Gruppen und der Volkshochschule sowie der Stadt selbst rege genutzt und kann die Vielzahl von Veranstaltungen kaum noch unterbringen. Und mit dem Umbau wäre eine Sanierung des Gebäudes verbunden, die es nach Aussage der Stadt ebenfalls brauchen kann.

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Die Idee, das Bürgerhaus zu erweitern, indem eine Kindertagesstätte angebaut wird, wurde vor einigen Jahren verworfen. Dafür wären Eingriffe in den Schlösslepark nötig gewesen, und ein Basketballfeld hätte weichen müssen. Viele Bürger wollten das nicht.

Für Bürgerhaus-Erweiterung müssten einige Bäume weichen

Jetzt strebt Sozialbürgermeister Stefan Kiefer mit dem Anbau des Familienstützpunkts und der Kindertagespflege etwas Ähnliches an; dabei blieben aber Park und Basketballfeld erhalten, und es müssten auch nur wenige Bäume gefällt werden, wie er versichert. 200 bis 450 Quadratmeter würde der Bau nach seinen Angaben beanspruchen. Dabei könnten die Räume des Bürgerhauses vergrößert und modernisiert werden. Kiefer verweist daneben darauf, dass in Pfersee ein Familienstützpunkt gebraucht wird. Neben Begegnungsräumen werde der Familienstützpunkt im Erdgeschoss untergebracht. Dort könnten Eltern ihre spielenden Kinder im Park im Auge behalten. Laut der SPD-Ortsvorsitzenden Angela Steinecker gibt es auch für die Kinder-Tagespflege im Stadtteil Bedarf.

Der Vorsitzende der Bürgeraktion, Egger, sieht den Anbau dagegen hier nicht am richtigen Ort. Es bestehe die Gefahr, dass eine intensiv genutzte öffentliche Grünfläche, der Schlössle-Park, verloren geht. Familienstützpunkt und Tagespflege könnten ebenso auf dem Dierig-Areal oder im Sheridan-Park geschaffen werden. Für das Bürgerhaus brächten diese Einrichtungen in seinen Augen keinerlei Nutzen. Egger pocht darauf, dass die Stadt nicht schon mit Bausondierungen beginnt, bevor die Öffentlichkeit informiert ist. Bevorzugen würde er einen Aufzugturm, der günstig zu haben wäre und auch nicht viel Platz beanspruchen würde.

CSU: Anbau geht an Bedürfnissen vorbei

Auch die CSU Pfersee findet den geplanten Anbau „sowohl aus städtebaulichen als auch ökologischen Gründen inakzeptabel“. Er gehe an den Bedürfnissen der Bürger vorbei. Wie Egger stellt sich auch die CSU einen begrenzten Anbau vor. Sie spricht von etwa 150 Quadratmetern Fläche. Die Familienberatung könnte laut dem Ortsvorsitzenden Bernd Zitzelsberger auch in Pfersee-Nord stattfinden, wo eine neue Kindertagesstätte geplant sei.

Kiefer will dagegen an seiner Konzeption festhalten. Er hat dabei auch die hohe Förderung im Blick, die 90 Prozent der förderfähigen Kosten ausmachen würde. Die Stadt habe die Fördergeber mit ihren Plänen überzeugt. Der 5000 Quadratmeter große Schlössle-Park ist seiner Ansicht nach durch die Erweiterung des Bürgerhauses nicht in Gefahr. Er räumt ein, dass die Planung im Detail noch geändert werden könnte. Kreative Ideen der Bürger insbesondere zur Neugestaltung des Parks seien willkommen. SPD-Vorsitzende Steinecker warnte davor, alles zu zerreden. Sie wolle lieber zusammen mit den Bürgern die Planung weiterentwickeln.

Kiefer bezweifelt im Übrigen, dass Egger mit seiner Kritik für die gesamte Bürgeraktion Pfersee spricht. Er selbst sei da ja auch Mitglied, so der Bürgermeister. Wie die Mehrheit der Bürger das Projekt sieht, kann sich bei der Infoveranstaltung am Donnerstag herausstellen.

Lesen Sie dazu auch: Pfersee: Diskussion um Bürgerhaus-Anbau geht weiter

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