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15.07.2011

Plädoyer für die Semmeltaste

Sparliste der Experten für Augsburg stößt auf wenig Zustimmung. Forderung nach schlankerer Verwaltung

Die Stadt Augsburg muss dringend sparen. Deswegen wurden die Experten der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) engagiert. Diese legte kürzlich eine Liste mit 287 Vorschlägen auf den Tisch, aus denen die Stadträte ein Sparpaket schnüren sollen. Die Vorschläge der KGSt finden bei unseren Lesern teils Zustimmung, ernten aber auch heftigen Widerspruch.

Ute Michalik sieht in der vorgelegten Streichliste „viele bedenkenswerte Vorschläge“. Dass die Fachleute aber die Abteilung Klimaschutz streichen wollen und die Lokale Agenda 21 infrage stellen, ärgert sie. Michalik ist Sprecherin der Agenda21 in Augsburg. „Leben die Berater in einer anderen Welt ohne Klimawandel?“, fragt sie. Andere Kommunen würden Augsburg um die Abteilung Klimaschutz beneiden. „Es bleibt inständig zu hoffen, dass die Stadträte wissen, dass Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung kein Luxus sind, sondern moralische Verpflichtung für die kommenden Generationen.“

Diese Ansicht teilt auch Hellmut Steffens. Er beteiligt sich ebenfalls an der Lokalen Agenda. Die vielen ehrenamtlichen Aktivitäten in diesem Rahmen hätten zu einer über-regionalen Wahrnehmung und Auszeichnungen wie „Fair-Trade-Stadt“ geführt, verweist er. Für ihn steht fest: „Lieber Agenda 21 als Stuttgart 21“.

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Weit oben auf der Streichliste stehen bei Herbert Miehle die kostenlosen Parkplätze für städtische Mitarbeiter. Diese sollten lieber den öffentlichen Nahverkehr nutzen, findet er. Von der Semmeltaste mag er sich hingegen nicht trennen. „Sie ist ideal für kurze Erledigungen und stärkt die Innenstadt.“ In Ordnung wäre für ihn eine Erhöhung der Hundesteuer.

Auch die Verwaltung sollte schlanker werden, so Miehle. Er sieht unter anderem beim Popkulturbeauftragen und dem Vermessungsamt Einsparmöglichkeiten. Langfristigen Nutzen hätten für ihn die energetische Sanierung kommunaler Gebäude und der Einsatz von Natriumdampflampen bei der Straßenbeleuchtung.

MitIronie begegnet Jakob Förgden Empfehlungen. Er schlägt unter anderem vor, die Grünflächen der Stadt durch Schafe, Ziegen und Gämsen beweiden zu lassen. Auch entfielen dadurch teuere Anpflanzungen. Zudem sollte die Gewerbe- und Grundsteuer weiter erhöht werden, die Umlandgemeinden wüssten dies zu schätzen.

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