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Augsburg-Firnhaberau

22.06.2020

Pläne für 120 neue Wohnungen stoßen auf Kritik

Auf den Ackerflächen, die von Luchs- und Siedlerweg eingefasst werden, plant die Wohnbaugenossenschaft Firnhaberau neue Wohnungen.
Bild: Michael Hochgemuth

Plus Gegen neue 120 Wohnungen in der Firnhaberau regt sich Widerstand. Im Norden Augsburgs könnte in den nächsten Jahren ein Schwerpunkt beim Wohnungsbau liegen.

Ganz im Norden der Stadt sollen auf Ackerflächen nördlich des Luchswegs in der Firnhaberau rund 120 Wohnungen entstehen. Bauherr ist die Siedlungsgenossenschaft Firnhaberau, die aktuell um die 870 Wohnungen  vor  allem  in  der Firnhaberau besitzt. Allerdings regt sich Widerstand: In der Vergangenheit wurde von Anwohnern eine Online-Petition ins Leben gerufen, allerdings mit mäßigem Zuspruch. Neben der Bebauung von Feldern fürchten Anwohner vor allem mehr Verkehr.

Firnhaberau: Anwohner fürchten mehr Verkehr durch neue Wohnungen

Im Bauausschuss des Stadtrats stimmten die Räte der weiteren Entwicklung der Ackerflächen zwischen Firnhaberau und Autobahn aber zu, wobei das erst einmal den Beginn eines jahrelangen Planungsprozesses bedeutet. Die Ackerflächen gehören der Genossenschaft seit Jahren. An andere Grundstücke heranzukommen, sei angesichts der Preise kaum möglich, so Rainer Beyer, geschäftsführender Vorstand der Genossenschaft. Zudem ist das Areal bereits grundsätzlich als Bauland vorgesehen. Vorgesehen sind dort drei- bis maximal vierstöckige Gebäude und Reihenhäuser. Damit, so die Genossenschaft, wolle man auch Angebote für Senioren und größere Wohnungen für junge Familien bieten. Genossenschaften bieten deutlich günstigeren Wohnraum als auf dem freien Mietmarkt, weil sie keine Gewinne erzielen wollen. Wer dort wohnen will, muss eine einmalige Einlage bezahlen und eine monatliche Nutzungsgebühr.

 

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In Augsburg fehlen Wohnungen

Baureferent Gerd Merkle (CSU) wies darauf hin, dass der Mangel an bezahlbaren Wohnungen in Augsburg nach wie vor groß ist. Was die Verkehrsbelastung betrifft, werde er Gespräche mit der Genossenschaft zu alternativen Verkehrskonzepten suchen, etwa Carsharing. „Es ist jedenfalls kein Ansatz des 21. Jahrhunderts, eine neue Straße zu bauen, um ein Quartier zu erschließen“, sagte er mit Blick auf Forderungen aus der Firnhaberau, den Verkehr für die neuen Wohnungen ums Viertel herumzuführen.

Florian Freund (Sozialfraktion, SPD) sagte, dass man aber realistisch bleiben müsse. Wenn man von alternativer Mobilität spreche, müsse man als erstes den Bus-Takt in der Firnhaberau auch am Abend stärken. Auch die Grünen, die Versiegelung kritisch sehen, stimmten der Umwandlung in ein Baugebiet zu. Man könne im städtebaulichen Sinn von einer „Abrundung“ des vorhandenen Siedlungsbestands reden, so Christine Kamm.

Hammerschmiede und Co.: Wo weitere Wohnungen geplant sind

Der Norden der Stadt könnte sich in den kommenden Jahren zu einem Schwerpunkt beim Wohnungsbau entwickeln. Baurecht gibt es bereits für das Neubaugebiet Wernhüterstraße (nahe Anton-Siedlung), wo 360 Wohnungen entstehen sollen. Darunter sind auch Einfamilienhäuser – ein Typ, der in Neubaugebieten trotz Nachfrage zuletzt aus Platzgründen kaum mehr vorgesehen war. An der Dr.-Schmelzing-Straße (Hammerschmiede, nahe Waldorfschule) plant das Ulrichswerk der Diözese etwa 100 geförderte Wohnungen.

 

Überlegungen der Stadt gibt es schon für ein großes Gebiet mit 1000 Wohnungen entlang der Hans-Böckler-Straße, das zwischen Hammerschmiede und Firnhaberau liegen würde. Allerdings haben die Grünen bereits signalisiert, bei diesem Thema noch Redebedarf zu haben. Außerdem denkt die Stadt darüber nach, die Erweiterungsfläche fürs Lechhauser Gewerbegebiet zwischen Derchinger und Südtiroler Straße teils für Wohnbebauung zu nutzen.

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