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Augsburg

16.10.2019

Pläne für Parkgebühren am Zoo stoßen auf Kritik

An besucherstarken Tagen sind die Parkplätze beim Zoo und beim botanischen Garten voll - und Besucher weichen auf die Umgebung aus. Die Stadt plant, künftig Gebühren fürs Parken zu verlangen.

Plus Um das Parkplatz-Problem zu lösen, könnten Stellplätze vor dem Zoo künftig kostenpflichtig sein. Was Anwohner und die ebenfalls betroffene Handwerkskammer sagen.

Das Thema erhitzt die Gemüter. Die Stadt plant, für das Parken beim Zoo und beim Botanischen Garten künftig Geld zu kassieren. Eine Parkgebühr von drei Euro ist im Gespräch. An diesem Mittwoch soll im Bauausschuss des Stadtrats eine Grundsatzentscheidung dazu fallen. Auf der Facebook-Seite unserer Zeitung und in Leserbriefen überwog in den vergangenen Tagen die Kritik. Die Handwerkskammer, die ihren Sitz beim Zoo hat, lehnt Parkgebühren ab. Auch bei Anwohnern im Spickel, die an besucherstarken Tagen unter dem Verkehr leiden, hält sich die Begeisterung für das Vorhaben offensichtlich in Grenzen.

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Eine Parkgebühr am Zoo wäre kontraproduktiv, findet Veronika Christl.

Zoo-Direktorin Barbara Jantschke will die Debatte unter den Stadträten an diesem Mittwoch persönlich verfolgen. Im Vorfeld wollte sie sich auf Anfrage unserer Redaktion aber noch nicht zur Gebühren-Frage äußern. Dafür sei die Situation zu komplex. Sie spricht sich – unabhängig von möglichen Parkgebühren – für den Bau eines Parkdecks aus, um mehr Stellplätze zu schaffen. An Tagen mit großem Besucheransturm reichen die Parkplätze bisher bei Weitem nicht aus. Um ein Verkehrschaos zu verhindern, waren in diesem Jahr an zahlreichen Wochenenden ehrenamtliche Kräfte des ACO-Ordnungsdienstes im Einsatz. Eine Dauerlösung kann das aus Sicht der Stadt aber nicht sein.

Auch andere Maßnahmen gegen Parkplatznot sind angedacht

Die Parkgebühren sollen nach den Plänen der Stadt dafür sorgen, dass mehr Besucher auf die etwas weiter entfernten Alternativ-Parkplätze ausweichen. Diese sollen kostenlos bleiben. Angedacht sind auch ein Parkleitsystem sowie Angebote für eine vergünstigte Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs. Etwa ein Kombiticket für Zoo und Nahverkehr. Den von der SPD befürworteten Bau eines Parkdecks lehnt Baureferent Gerd Merkle (CSU) ab. Die Zahl der Tage, an denen die Parkplätze nicht reichen, sei nicht so groß, dass sich ein Parkdeck lohne, lautet die Argumentation. Kritische Töne zu ihren Plänen muss sich die Stadt allerdings auch von der Handwerkskammer anhören. Deren Geschäftsführer Ulrich Wagner sagt: „Kostenpflichtige Parkplätze am Zoo lehnen wir ab. Es entsteht dadurch kein zusätzlicher Parkraum.“ Ein Parkleitsystem dagegen hält er für sinnvoll. Die Kammer hat von der Stadt Parkplätze angemietet. Diese werden von der Kammer auch in Zukunft unbedingt benötigt, sagt der Geschäftsführer. An den Wochenenden können dort aber auch Zoobesucher parken.

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Roswitha Bündgen glaubt, dass Zoobesucher mit Parkplatzgebühren einfach wild parken, "nicht nur hier im Viertel, sondern auf den Wiesen und überall“.

Eine Parkgebühr am Zoo wäre kontraproduktiv, findet Veronika Christl. Schon jetzt sei die Parksituation in der Carron-du-Val Straße katastrophal. „Oft muss ich samstags meinen Wocheneinkauf und meine zwei kleinen Kinder einen Kilometer weit schleppen, weil vor meinem Haus alles zugeparkt ist“, ärgert sich die junge Mutter. Besonders am Wochenende und in den Ferien würden die Anwohner unter der Situation leiden.

„Gerade im Sommer, bei schönem Wetter, ist es hier schlimm. Dann ist bei uns im Viertel fast so viel los wie am Königsplatz“, sagt Roswitha Bündgen, die im Spickel wohnt. Denn dann würden zusätzlich zu Besuchern des Zoos und des Botanischen Gartens auch Gäste des Spickelbades in ihrem Viertel parken. Dass eine Parkgebühr beim Zoo dieses Problem lösen könnte, hält Bündgen für einen „riesen Schmarrn“. Die Zoobesucher würden dann einfach ausweichen. „Die parken dann wild, nicht nur hier im Viertel, sondern auf den Wiesen und überall“, glaubt sie.

Viele Zoo-Anwohner sind nicht begeistert

Marga Schweiger mutmaßt: "So lange beim Zoo Parkplätze frei sind, werden Besucher die drei Euro bezahlen.“

Anders sieht es Marga Schweiger. „Die Leute sind faul. So lange beim Zoo Parkplätze frei sind, werden sie die drei Euro bezahlen“, mutmaßt sie. Für die Anwohner werde sich da nicht viel ändern. „Bei uns ist und bleibt es zugeparkt.“ Wie drastisch die Parksituation im Spickel ist, macht Hiltrud Haedke deutlich. „An sich habe ich überhaupt nichts dagegen, wenn hier vor meinem Haus drei Autos parken. Aber man kommt nicht rein und nicht raus – auch bei Notfällen nicht“, erzählt Haedke. Statt allerdings Parkgebühren zu erheben, sollten neue Parkplätze gebaut werden, findet Walter Eberle. Ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel reiche nicht aus. Ähnlich sieht es auch eine andere Anwohnerin. Sie sagt: „An den Spitzentagen sehen wir an den Kennzeichen, dass viele Gäste von weiter her kommen. Die lassen sich auch von einer Parkgebühr nicht abschrecken.“ Die Zahl der Tage, an denen die Situation für Anwohner sehr unangenehm sei, halte sich aber in Grenzen.

Eine konkrete Entscheidung über Parkgebühren und deren Höhe wird im Ausschuss jetzt noch nicht fallen. Geht es nach der Verwaltung, dann sollen die Stadträte aber zustimmen, dass ein Konzept zur „Bewirtschaftung“ der Parkräume erarbeitet wird.

Lesen Sie hier den Kommentar von Nicole Prestle: Parkgebühren lösen nicht alle Probleme

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16.10.2019

Immer die gleich Diskussion!
Sobald man den PKW Fahrer in seinen Gewohnheiten einschränkt, ist das Geschrei groß.
Ich finde der Zoo / Botanischer Garten liegt äußerst verkehrsgünstig, ist mit ÖPNV oder Fahrrad gut zu erreichen, und da sollte in der heutigen Zeit auch der Umweltgedanke im Vordergrund stehen.
PKW sollte das am wenigsten lukrative Fortbewegungsmittel werden!

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