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Augsburger Herbstplärrer

08.09.2019

Plärrer-Abbau beginnt: So zufrieden sind die Schausteller

Am Wochenende ging der Augsburger Herbstplärrer zu Ende. Die Schausteller sind mit dem Ergebnis zufrieden.
Bild: Peter Fastl

Wenn die letzten Gäste weg sind, beginnt auf dem Gelände geschäftiges Treiben. Wie zufrieden Schausteller und Polizei in diesem Jahr mit dem Herbstplärrer sind.

Der Plärreraufbau dauert mehrere Tage – demontiert sind die Fahrgeschäfte, wenn es schnell gehen muss, in wenigen Stunden. „Wenn der letzte Gast das Gelände verlassen hat, beginnt der Abbau“, erklärt der Chef der schwäbischen Schausteller, Josef Diebold. Dass das so schnell geht, liegt zum einen an modernster Technik, zum anderen aber auch an der ausgeklügelten Vorbereitung.

„Sobald die Polizei sichergestellt hat, dass wirklich kein Besucher mehr da ist, fahren die Transporter und Kräne auf das Gelände und es geht los“, so Diebold. Damit in den engen Gassen zwischen den Fahrgeschäften kein heilloses Chaos entsteht, hat eine Planungsgruppe aus dem erweiterten Vorstand der Schausteller Tage zuvor eine genaue Choreografie ausgearbeitet. An jedem Plärrereingang steht ein Posten, der die Fahrzeuge dirigiert und ihnen ihren Platz in der Warteschlange zuweist. „Die Leopardenspur wird als Erstes angefahren, dann folgt das Funhouse von Renz und dann die Geisterbahn – so geht es immer weiter“, beschreibt der Schaustellerchef. Abgebaut wird teilweise mit schwerem Gerät, Autokräne und Stapler übernehmen Tätigkeiten, die früher mit Muskelkraft zu bewältigen waren. Auch die Fahrgeschäfte selbst sind heute so gebaut, dass sie dank moderner Technik schnell demontiert und verpackt werden können.

Beim Plärrer-Abbau hilft zusätzliches Personal

„Für den Abbau haben die meisten zusätzliches Personal angeheuert“, so Diebold. Sein Karussellbetrieb kommt während des Plärrers mit drei Mitarbeitern aus – geschraubt und zerlegt wird zu acht. Die Teile werden rückgebaut und in die entsprechenden Halterungen des Transporters gepackt. Dabei ist große Vorsicht geboten, schließlich soll keines der Karussellgefährte zerschrammt oder beschädigt werden, auch die Malereien und Dekorationen am Stand sind wertvoll.

Die meisten Fahrgeschäfte passen in einen großen Anhänger – der bereits während des Betriebs verborgen unter der Attraktion schlummert. „Die Geschäfte haben einen sogenannten Mittelbauwagen, aus dem heraus sie aufgebaut und später auch wieder eingepackt werden“, sagt Diebold. In seinem Fall kann man diese Konstruktion unter der Fahrbahn des Karussells nur erahnen.

Feuerwerk
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Dieser Mann sorgt für das Feuerwerk am Herbstplärrer
Bild: Oliver Wolff

Wenn um 23 Uhr der Abbau beginnt, sei man um 8 Uhr abfahrtbereit, wenn man eilig zum nächsten Volksfest aufbrechen müsse. In diesem Jahr sei aber keine Eile geboten, so dass sich die meisten Schausteller zwei bis drei Tage Zeit ließen, bis sie nach Stuttgart zum Cannstatter Wasen, nach München zum Oktoberfest oder nach Schwabmünchen zum Michaeli-Markt aufbrechen. „Die Achterbahn geht nach Mannheim, das Riesenrad nach Dortmund“, weiß Diebold. Sein Karussell wird nach einem kurzen Zwischenstopp beim Fränkischen Volksfest in Crailsheim nach Stuttgart weiterfahren. Die Fahrgeschäfte sind auf der Autobahn als 26 Meter lange Schwertransporte unterwegs – dazu kommen noch die rollenden Unterkünfte für die Mitarbeiter.

Polizei ist mit dem Herbstplärrer zufrieden

Eine Woche haben die Schausteller Zeit, das Plärrergelände komplett zu räumen – die Bierzelte dürfen etwas länger stehen bleiben. „Aber stehen bleibt kein Zelt – das wäre im Winter mit Schnee auch viel zu gefährlich“, sagt Diebold.

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So fesch zeigen sich die Besucher auf dem Augsburger Plärrer
Bild: Valterio D'Arcangelo

Der Herbstplärrer 2019 war ein voller Erfolg, freut er sich. Bis auf wenige Tropfen hat das Wetter gehalten – trotz teilweise dramatischer Voraussagen. Sowohl die prophezeite Sturmfront am ersten Sonntag als auch die Wolkenbrüche am zweiten zogen glücklicherweise vorbei. Besonders erfreulich liefen die Familientage am Mittwoch. „Viele Familien haben sich im Vorfeld mit dem Plärrer-Taler eingedeckt (20 Prozent Ersparnis) und konnten so am Mittwoch zum halben Preis fahren“, erklärt Diebold. Die Zahlen dürften sich leicht über dem Vorjahr bewegen.

Es habe auch keine größeren Zwischenfälle gegeben, in der ersten Woche mussten die Sanitäter einige Male aufgrund des heißen Wetters Kreislaufprobleme behandeln. Auch die Polizei ist mit dem Herbst-Plärrer zufrieden. Bis auf zwei kleinere körperliche Auseinandersetzungen seien die zwei Wochen friedlich verlaufen, heißt es aus der Plärrerwache. Dazu hätten auch die kühleren Temperaturen in der zweiten Woche beigetragen. „Ein fröhliches, friedliches Familienfest, so wie es sein soll“, so die Polizei.

Hören Sie sich dazu auch unseren Podcast an: Anna Diebold ist 24 – und Chefin eines Plärrer-Karussells

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